VerumVita - Wahres Leben

Zwei Stühle, ein Dach: Warum eine Anti-Diät-Praxis jetzt Gewichtsbegleitung anbietet

Titelbild für Zwei Stühle, ein Dach: Warum eine Anti-Diät-Praxis jetzt Gewichtsbegleitung anbietet

Die Entschuldigung

Nadine* kam an einem Donnerstagvormittag zum Erstgespräch. Noch bevor sie gesagt hatte, weshalb sie da war, entschuldigte sie sich dafür. „Ich weiß ja, dass Sie eigentlich gegen das Abnehmen sind“, sagte sie, „ich habe Ihren Blog gelesen.“ Dann erst kam ihr Anliegen, vorsichtig, wie etwas, das man besser hinter vorgehaltener Hand sagt: Sie wolle an ihrem Gewicht arbeiten. Kein Drama dahinter, keine Diätkarriere mit Trümmerfeld, kein heimliches Essen nachts am Kühlschrank. Sie schlief gut, sie aß gern, sie mochte ihren Körper an den meisten Tagen ganz passabel leiden. Sie wollte schlicht etwas verändern – aus eigenem Antrieb, mit Sachverstand an ihrer Seite statt mit einer App und einem Punktesystem. Und sie hatte gelernt, dass man sich dafür an manchen Orten zu schämen hat: in der Diätkultur dafür, dass es nicht klappt – und neuerdings, an den Orten ihrer Kritiker, offenbar schon für den Wunsch selbst.

Diese Entschuldigung lässt mich seither nicht los. Nicht wegen Nadine – ihr Anliegen war so legitim wie eines nur sein kann. Sondern wegen dem, was die Entschuldigung über uns verrät. Wenn Leser:innen dieses Blogs in meiner Praxis sitzen und sich für ihren Wunsch entschuldigen, bevor sie ihn aussprechen, dann ist auf dem Weg von unserer Haltung zu ihren Ohren etwas verrutscht. Dann klingt etwas, das als Entlastung gemeint war, inzwischen wie ein Gebot. Und dann ist es an uns, das geradezurücken – nicht an ihr.

Dieser Beitrag rückt es gerade. Er erzählt, was unsere Anti-Diät-Haltung tatsächlich verbietet und was nie. Und warum unterschiedliche Menschen verschiedene Ansatzpunkte brauchen und die Ehrlichkeit, das zuzugeben, der eigentliche Anti-Diät-Akt ist; und warum in unserer Praxis deshalb jetzt ein zweiter Stuhl steht. Er gehört Moritz Konstanski. Was es damit auf sich hat – und ob das nicht genau das ist, wogegen wir seit Jahren schreiben –, davon handelt der Rest.


Was das Verbot wirklich verbot

Seit Jahren schreibt dieses Blog gegen die Diätkultur an, und unser Manifest hat es zu Jahresbeginn auf eine Formel gebracht: Die Botschaft des Januars ist überall dieselbe – „Du bist nicht genug. Du musst weniger werden. Schnell.“ – und wir machen da nicht mit. Es lohnt sich aber, einmal genau hinzusehen, wogegen sich dieses „Wir machen nicht mit“ eigentlich richtet. Denn es richtet sich gegen drei Dinge, und der Wunsch, am eigenen Gewicht zu arbeiten, ist keines davon.

Es richtet sich erstens gegen eine Methode. Die Diätkultur arbeitet mit Scham als Treibstoff und mit Kontrolle als Dauerzustand – mit dem Vorher-Foto am Kühlschrank, der verbotenen Lebensmittelliste, der Waage als täglichem Tribunal. Warum das nicht nur unfreundlich ist, sondern funktional falsch, habe ich ausführlich beschrieben: Scham motiviert niemals, sie lähmt und bindet; und Kontrolle reicht genau so weit wie die Aufmerksamkeit, die sie trägt. Es richtet sich zweitens gegen ein Versprechen. Die Diätkultur verkauft den Körper als restlos verfügbar – als ließe er sich formen wie Knete, wenn man nur hart genug knetet. Die Physiologie sagt etwas anderes: Der Körper ist ein reguliertes System mit eigener Stimme, das sich gegen Aushungern wehrt, statt zu gehorchen. Es gibt einen Spielraum, und er ist real. Aber er ist individuell, er ist begrenzt, und niemand kann ihn vorab in Kilos und Wochen beziffern. Wer es doch tut, verspricht Unversprechbares – und genau davon lebt die Branche. Und es richtet sich drittens gegen eine Buchhaltung: Wenn das Unversprechbare dann nicht eintritt, bucht die Diätkultur das Scheitern nicht auf ihr Versprechen, sondern auf deinen Charakter. Der Jojo-Effekt ist in dieser Buchhaltung kein vorhersagbares Systemverhalten, sondern persönliches Versagen – und der Kunde, der sich schämt, ist der treueste Kunde von allen.

Gegen die Methode, gegen das Versprechen, gegen die Schuldumkehr. Das war das Verbot. Der Wunsch selbst kam darin nie vor.

Die Anti-Diät-Haltung war nie ein Verbot, am Gewicht zu arbeiten. Sie war ein Verbot, mit Scham und Kontrolle zu arbeiten – und ein Verbot, Unversprechbares zu versprechen.


Wie aus einer Befreiung ein Gebot wurde

Wie konnte es dann zu Nadines Entschuldigung kommen? Vor zwei Wochen habe ich beschrieben, wie es der Body Positivity erging: Eine Bewegung, die als Befreiung begann, wurde unterwegs zur Parole – aus „Kein Körper ist eine Zumutung“ wurde „Liebe deinen Körper!“, aus der Entlastung ein neuer Imperativ. Es wäre naiv zu glauben, die Anti-Diät-Bewegung sei gegen diese Mechanik immun. Sie ist es nicht. Auch „Du musst nicht abnehmen“ lässt sich so lange zuspitzen, bis es in manchen Ohren klingt wie „Du darfst nicht abnehmen wollen“ – bis aus dem gestrichenen Soll ein neues Verbot geworden ist und Menschen wie Nadine sich für ihr Anliegen entschuldigen, bevor sie es aussprechen. Ein Verbot mit umgekehrtem Vorzeichen ist aber immer noch ein Verbot. Es hat nur die Seiten gewechselt, nicht die Grammatik.

Das ist keine Anklage gegen eine Bewegung, der ich selbst viel verdanke – es ist eine Beobachtung darüber, was mit Haltungen geschieht, wenn sie laut genug wiederholt werden: Sie härten aus. Und diese Aushärtung hat eine Konsequenz, die man sich ehrlich vor Augen führen muss. Die Menschen, die sich bei uns nicht mehr willkommen fühlen, verschwinden ja nicht. Sie googeln weiter. Und der Markt, der sie dann empfängt, hat noch nie jemanden weggeschickt – er sagt zu jedem Wunsch ja, solange der Wunsch zahlt. Dort warten die Zwölf-Wochen-Transformationen, die Stoffwechsel-Kuren, die Coaches mit den Vorher-nachher-Kacheln. Eine Praxis, die Menschen mit einem legitimen Gewichtsanliegen nichts anzubieten hat, ist in dieser Lage nicht neutral. Sie überlässt sie genau den Anbietern, vor denen sie warnt.


Nicht jedes Essen erzählt eine tiefe Geschichte

Nun könnte man einwenden: Aber es gibt doch unsere Arbeit – die ernährungspsychologisch fundierte Ernährungstherapie, das Verstehen, die Tiefe. Stimmt. Und genau hier liegt die zweite Ehrlichkeit, die dieser Beitrag schuldet, und sie fällt mir nicht leicht, weil sie mein eigenes Fach betrifft.

Der Kern meiner Arbeit ist die dritte der drei Ebenen der Veränderung: die Beziehungsgeschichte. Ich arbeite mit Menschen, deren Essen eine tiefere Geschichte erzählt – bei denen die Schokolade ein Trostakt ist, das Hungern eine Kontrolle, die Waage ein Tribunal aus der Kindheit. Für diese Menschen ist die Frage nach dem Warum der einzige Weg, der nicht in die nächste Wiederholung führt. Aber ich sage es so deutlich, wie ich es meine: Nicht jedes Essen erzählt eine tiefe Geschichte. Es gibt Menschen, deren Verhältnis zu Essen und Körper stabil und entspannt ist – die schlicht fundiert an Gewicht, Stoffwechsel oder Sporternährung arbeiten möchten und dafür kein Archäologieprojekt brauchen, sondern Wissen, Struktur und ein verlässliches Gegenüber. Ihnen die Tiefe zu verordnen wäre derselbe Konstruktionsfehler, den wir der Diätkultur vorwerfen, nur in edler: ein Programm für alle, unabhängig davon, wer da sitzt. Wer jedem Menschen dasselbe verschreibt, hat aufgehört hinzusehen – ob das Verschriebene eine Diät ist oder eine Deutung, ändert daran erstaunlich wenig.

Aristoteles hatte für das, was stattdessen gefragt ist, ein eigenes Wort – phronesis, die praktische Klugheit, die nicht fragt, was im Allgemeinen richtig ist, sondern was für diesen Menschen in dieser Lage das Richtige wäre. Übersetzt in unsere Praxis heißt das: Verschiedene Menschen brauchen verschiedene Ansatzpunkte. Manche brauchen das Warum, manche das Was; manche brauchen erst das eine und viel später das andere. Und die Ehrlichkeit, das zuzugeben – auch dort, wo es bedeutet, die Grenzen des eigenen Ansatzes einzuräumen –, ist kein Abfall von der Anti-Diät-Haltung. Sie ist ihr genauester Ausdruck. Denn die Diätkultur beginnt exakt dort, wo eine Methode wichtiger wird als der Mensch, auf den sie trifft.

Für Nadine hatte diese Ehrlichkeit damals eine unbequeme Pointe. Ihr Essen erzählte keine tiefe Geschichte. Was sie brauchte, war kein Warum, sondern ein fundiertes, geduldiges Was. Und genau dafür hatte diese Praxis keinen Stuhl.

Jetzt hat sie einen.


Der zweite Stuhl

Auf ihm sitzt Moritz Konstanski. Moritz ist Ökotrophologe (B.Sc., Hochschule Fulda), VDOE-zertifizierter Ernährungsberater und hat eine Trainer-B-Lizenz; seit diesem Herbst verstärkt er unsere Praxis mit einer eigenen klassischen Ernährungsberatung. Sein Feld sind genau die Anliegen, von denen dieser Beitrag handelt: die Begleitung bei Gewicht und Stoffwechsel als langfristiger Prozess, Sporternährung und Muskelaufbau, vegetarische und vegane Ernährung, Zöliakie. Sein Ansatz ist strukturiert und evidenzbasiert, ohne Umweg über die Tiefenpsychologie – und wer nach dem bisher Gesagten fürchtet, damit ziehe die Diät durch die Hintertür wieder ein, dem antwortet am besten Moritz’ eigener Satz, der auch auf seiner Seite steht:

„Ich verspreche Ihnen keine Kilozahlen und kein Wunschgewicht. Was zählt, sind Wohlbefinden, Energie und Selbstwirksamkeit – nicht die Zahl auf der Waage.“

Man lese den Satz zweimal, denn er enthält beides, worauf es ankommt. Das Nein zum Unversprechbaren: keine Zahl, kein Datum, keine Garantie – nicht aus Bescheidenheit, sondern weil ein Körper kein Bauprojekt mit Abnahmetermin ist. Und das Ja zu einem anderen Erfolgsmaß: Wohlbefinden, Energie, Selbstwirksamkeit – Größen, über die nicht die Waage urteilt, sondern der Mensch, der da lebt. Das ist keine rhetorische Feinheit. Es ist die Umkehrung der Delegation, die dieser Blog an der Diät- und Vermessungskultur immer wieder beschrieben hat: Dort wandert das Urteil über den eigenen Körper an eine Zahl aus – hier bleibt es, wo es hingehört.

Gearbeitet wird entsprechend: kein starres Programm von der Stange, kein Enddatum, keine verbotenen Lebensmittel – sondern ein Erstgespräch, eine gemeinsame Standortbestimmung und dann eine Begleitung im Alltag, in einem Rhythmus, der sich nach dem Leben richtet, das da begleitet wird. Veränderung verläuft über Monate, nicht über Tage; wer im Beitrag über den Koch, der nichts erzwingt gelesen hat, warum gute Veränderung den Fugen folgt statt zu hacken, erkennt die Verwandtschaft sofort – auch wenn Moritz vermutlich nüchterner formulieren würde als Zhuangzi.

Damit kein Missverständnis entsteht, sage ich es ausdrücklich: Das sind nicht zwei Klassen von Begleitung, keine kleine und keine große, keine Vorstufe und kein Endgegner. Es sind zwei verschiedene Fragen. Moritz begleitet das Was – für Menschen, die aus eigenem Antrieb strukturiert an Ernährung, Gewicht und Stoffwechsel arbeiten möchten. Ich begleite das Warum – für Menschen, deren Essen eine tiefere Geschichte erzählt und die verstehen möchten, was da mit am Tisch sitzt. Wer von einem Stuhl zum anderen wechselt – und das wird vorkommen, in beide Richtungen –, steigt nicht auf und nicht ab. Er wechselt die Frage, weil sich seine Lage geändert hat. Mehr über Moritz, seinen Werdegang und seine Arbeitsweise steht auf seiner Seite; wer mag, kann dort direkt einen Termin vereinbaren.


„Ist das nicht genau das, wogegen ihr schreibt?“

Der Einwand liegt so nahe, dass er ein eigenes Kapitel verdient statt einer Fußnote. Er lautet, in seiner stärksten Form: Ihr habt jahrelang geschrieben, dass Diäten scheitern, dass die Waage ein schlechter Richter ist, dass die Fixierung aufs Gewicht Teil des Problems ist. Jetzt, wo Abnehmspritzen die Schlankheit zurück in die Mitte der Kultur geholt haben und der Markt boomt, bietet ihr Gewichtsbegleitung an. Das ist kein Zufall, das ist Opportunismus – ihr verkauft jetzt, wovor ihr gewarnt habt.

Ich nehme den Einwand ernst, und zwar aus einem einfachen Grund: Wir haben ihn uns selbst am längsten gemacht. Diese Entscheidung ist in unserer Praxis über Monate hin- und hergewendet worden, und es gab eine Zeit, in der ich selbst auf der Seite des Einwands stand. Was mich umgestimmt hat, sind zwei Überlegungen, und ich lege sie offen, damit man sie prüfen kann.

Die erste: Der Einwand verwechselt das Thema mit der Grammatik. Was wir angeklagt haben, war nie das Thema Gewicht – es war die Grammatik der Diät: Scham als Motor, Kontrolle als Dauerzustand, die versprochene Zahl, das Enddatum, der Krieg gegen den eigenen Körper. Diese Grammatik wird bei uns nicht gesprochen, an keinem der beiden Stühle. Was an ihre Stelle tritt, ist in jedem Punkt ihr Gegenteil: Respekt vor der Biologie statt Kampf gegen sie Selbstwirksamkeit statt Fremdkontrolle. Ein offener Prozess statt eines Countdowns; und – der härteste Punkt, weil er Geld kostet – der Verzicht auf jedes Ergebnisversprechen. Man kann dieselbe Landschaft betreten und eine andere Sprache sprechen. Ob jemand die Diätkultur fortsetzt, entscheidet sich nicht daran, woran er mit Menschen arbeitet, sondern wie.

Die zweite: Der Einwand übersieht, was die Alternative wäre. Die Nachfrage nach Gewichtsbegleitung verschwindet nicht, wenn wir sie ignorieren – sie wandert nur dorthin, wo niemand nach dem Verhältnis zu Essen und Körper fragt, bevor er einen Plan verkauft. Wenn unsere Kritik an der Diätkultur stimmt, dann ist das seriöse, versprechensfreie Angebot keine Kapitulation vor dem Markt. Es ist die einzige Antwort auf ihn, die mehr tut als zuzusehen.

Und weil Vertrauen nicht aus Argumenten entsteht, sondern aus Überprüfbarkeit, hier der Prüfstein, an dem Sie uns messen können: unsere Versprechen. Sollte auf diesen Seiten je eine Kilozahl mit Datum stehen, ein „Vorher/Nachher“, eine Erfolgsgarantie – dann hat der Einwand recht behalten, und Sie dürfen uns diesen Beitrag um die Ohren hauen. Das Nicht-Versprechen ist bei uns kein kleingedruckter Haftungsausschluss. Es ist die Haltung selbst.

Eines noch, weil es die Menschen betrifft, für die dieser Blog seit Jahren zuerst geschrieben ist: Wer mit einer Essstörungsgeschichte hier liest, wer weiß, wie schnell aus einem Plan ein Gefängnis wird – für Sie ändert sich nichts. Der erste Stuhl bleibt, die ernährungspsychologisch fundierte Ernährungstherapie und niemand wird bei uns in eine Gewichtsarbeit geschickt, die ihm nicht guttut. Die Ehrlichkeit, von der dieser Beitrag handelt, gilt nämlich in beide Richtungen: Zu ihr gehört auch der Satz, dass Gewichtsarbeit für manche Menschen gerade nicht das Richtige ist – und dass ein Erstgespräch genau dafür da ist, das gemeinsam und ohne Vorfestlegung herauszufinden. Niemand muss hier über eine Waage gehen, um ernst genommen zu werden.


Ein Dach

Bleibt das Dach, und es ist schnell beschrieben, weil es schon lange steht. Es ist die Haltung, die dieses Blog seit Jahren buchstabiert und die unser Manifest zu Jahresbeginn zusammengefasst hat: Wir arbeiten mit Ihrem Körper, nicht gegen ihn. Wir arbeiten nie mit Scham. Und wir versprechen nichts, was kein ehrlicher Mensch versprechen kann. Unter diesem Dach stehen jetzt zwei Stühle, und sie stehen dort gleichberechtigt – nicht, weil wir uns Vielfalt ins Schaufenster stellen wollten, sondern weil die Menschen, die zu uns kommen, verschieden sind und es eine Form von Respekt ist, das ernst zu nehmen.

Nadine musste sich damals entschuldigen, weil es für ihr Anliegen bei uns keinen Platz gab – und weil eine Haltung, die als Befreiung begann, für sie schon wie ein Urteil klang. Heute wäre die Antwort einfacher, und sie steht jetzt hier, damit niemand sie mehr im Erstgespräch erfragen muss: Sie müssen sich für Ihren Wunsch nicht entschuldigen. Sie dürfen an Ihrem Gewicht arbeiten wollen, aus Ihren eigenen Gründen, in Ihrem eigenen Tempo – und Sie dürfen es genauso gut nicht wollen. Beides ist hier kein Bekenntnis, das geprüft wird, sondern ein Anliegen, das Platz hat. Was Sie bei uns nicht bekommen, ist eine Zahl mit Datum. Was Sie bekommen, ist ein Gegenüber, das hinsieht, welcher der beiden Stühle Ihrer ist – und das ehrlich sagt, wenn es der andere wäre.

Der Satz aus unserem Manifest, „Es reicht“, galt übrigens nie Ihrem Wunsch. Er galt der Kultur, die ihn beschämt hat – mal dafür, dass Sie ihn haben, mal dafür, dass Sie ihn nicht haben. Von beidem sind Sie hiermit entbunden. Zwei Stühle, ein Dach - welcher Ihrer ist, entscheidet nicht die Waage und nicht die Weltanschauung, sondern Ihre Geschichte. Und wenn Sie die nicht allein sortieren möchten: Genau dafür sind wir jetzt zu zweit.


* Die Vignette ist eine Verdichtung mehrerer Klient:innen-Geschichten – die Pointe ist real, die Person ist es nicht.


Über den Autor

Julian Jaschinger ist Ökotrophologe (B.Sc.), Ernährungstherapeut und besitzt ein Hochschulzertifikat in Ernährungspsychologie. Seine Praxis befindet sich am „Bauch von Hannover“ (Markthalle). Seit der Gründung 2017 verbindet sein Ansatz wissenschaftliche Ernährungstherapie mit psychologischen und philosophischen Prinzipien für ein gesundes Verhältnis zu Nahrung und Körper. Weitere Informationen unter verumvita.de.

Aus derselben Haltung entsteht VerumVita Digital – ein Begleiter, der dir die Deutung zurückgibt, statt sie zu übernehmen. → www.verumvita-digital.de


Literatur

  • Aristoteles. Nikomachische Ethik, Buch VI. — Zur phronesis, der praktischen Klugheit.

Weiterführende Artikel:

Hat dieser Artikel Ihr Interesse geweckt?

Ob für Sie persönlich oder für Ihr Unternehmen – wir finden den passenden Weg zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch.

Jetzt Kontakt aufnehmen
Termin buchen