Teil 3 der Reihe „Besser leben: Vier Versprechen und ein Hunger“. Zwischen dem ersten Teil und diesem lagen zwei Seitenblicke – einer auf die Spritze, einer auf die künstliche Intelligenz. Nun kehren wir zu Jonas* zurück. Am Ende des zweiten Teils hatte er zum ersten Mal von einer Spritze gesprochen – nicht, um abzunehmen, sondern „damit da mal Ruhe ist“. Dort blieb eine Frage offen, und sie treibt diesen Beitrag: Lässt sich Ruhe verabreichen? Und wenn nicht sie – was ist es dann, wonach Jonas sich in Wahrheit sehnt?
„Ich will einfach, dass es aufhört“
„Ich will einfach, dass es aufhört“, sagte Jonas und tippte sich mit zwei Fingern an die Schläfe, als ließe sich das Organ zeigen, das ihn nicht zur Ruhe kommen lässt. Es war das dritte Mal, dass wir uns sahen, und zum ersten Mal ging es nicht um eine Zahl.
„Es hört nie auf“, sagte er. „Ich wache auf und rechne. Was ich frühstücken sollte, was der Sensor dazu sagen wird, ob ich die Proteine schon zusammenhabe, wie viele Schritte noch fehlen. Ich sitze in einer Besprechung und ein Teil von mir prüft nebenbei den Ruhepuls. Ich schlafe ein und mache im Kopf die Bilanz des Tages. Es ist wie ein Sender, den ich nicht ausstellen kann.“
Während er das sagte, vibrierte die Uhr an seinem Handgelenk. Ein kurzer, diskreter Impuls, dazu ein Wort auf dem Display, das ich nicht lesen konnte, er aber schon: Zeit, kurz aufzustehen. Er tippte es weg, fast entschuldigend, und verlor für einen Moment den Faden. Ich merkte mir den Augenblick, weil er etwas zeigte, das ich in den ersten beiden Stunden nur geahnt hatte. In der ersten Sitzung war die Uhr eine Trophäe gewesen, ein Beweisstück: biologisches Alter 36, ein Mann, der gewinnt. In der zweiten war sie zum Richter geworden, der jeden Morgen darüber urteilte, wer er heute sein durfte. Heute war sie noch etwas Drittes: ein Taktgeber. Ein Metronom, das seinen Tag in Intervalle zerschnitt, ihn erinnerte, aufzustehen, zu atmen, zu trinken, sich zu bewegen – und ihm damit sogar noch das Ausruhen als Aufgabe zuwies. Die Uhr, die ihm einst sagte, wie es ihm ging, gab ihm inzwischen den Takt vor, in dem er zu leben hatte. Selbst seine Pausen hatten einen Termin.
Dann kam der Satz, um den es in dieser Stunde ging, und er kam beiläufig, wie diese Sätze es tun. „Ein Kollege nimmt seit ein paar Monaten so eine Spritze“, sagte Jonas. „Zum Abnehmen, eigentlich. Aber er sagt, das Beste sei gar nicht das Abnehmen. Das Beste sei, dass der Kopf endlich ruhig ist.“ Er sah aus dem Fenster. „Ich will gar nicht abnehmen. Ich weiß mein Gewicht auf zwei Nachkommastellen, es ist völlig in Ordnung. Ich will nur, dass der ständige Lärm im Kopf aufhört. Ich habe vergessen“, sagte er, „wie sich Stille anfühlt, für die ich nichts tun muss.“
Man könnte diesen Satz für eine Klage über zu viel Arbeit halten und ihm einen Wellness-Ratschlag entgegenhalten. Das wäre ein Missverständnis. Jonas beschreibt keinen Mangel an Erholung. Er beschreibt den Verlust einer bestimmten Art von Zeit – einer Zeit, die zu nichts gut sein muss und gerade deshalb kostbar ist. Für sie gibt es ein Wort, das aus unserem Sprachgebrauch fast verschwunden ist und das früher nicht die Erholungsphase der Arbeit meinte, sondern ihr Gegenteil. Das Wort heißt Muße. Dieser Beitrag handelt von ihr – und von der Frage, warum ausgerechnet das, wonach Jonas sich am meisten sehnt, ein Gut ist, das sich nicht herstellen, nicht bestellen und nicht verschreiben lässt.
I. Vier Verwechslungen der Ruhe
Wenn ein Mensch sagt, er sehne sich nach Ruhe, lohnt es sich, langsamer zu werden und nachzufragen, welche er meint. Denn „Ruhe“ ist kein Zustand, sondern mindestens vier – und wir werfen sie ständig durcheinander. Die Verwechslung ist folgenreich, weil jede dieser vier Formen der Ruhe eine andere Antwort verlangt, und weil unsere Kultur nur für drei von ihnen ein Angebot hat. Die vierte, die eigentlich gemeinte, hat sie nicht im Sortiment.
Die erste ist die Erschöpfung. Sie ist keine Ruhe, sondern deren Schuldschein. Wer erschöpft ist, sehnt sich nicht nach Muße, sondern nach dem Aufhören eines Zuviel; er will nicht ruhen, er will zusammenbrechen dürfen. Erschöpfung ist der Preis, den ein Leben zahlt, das über seine Grenzen gegangen ist – ich habe die kulturelle Seite davon im Seitenblick auf die Spritze beschrieben und entfalte sie hier nicht noch einmal. Wichtig ist nur die Unterscheidung: Der Erschöpfte, der ein Wochenende durchschläft, hat danach keine Muße gefunden. Er hat versucht eine Rechnung zu begleichen. Am Montag beginnt die nächste.
Die zweite ist die Entspannung. Sie sieht der Muße zum Verwechseln ähnlich und ist doch ihr Gegenteil, weil sie einen Zweck hat: Sie soll wiederherstellen. Man entspannt sich, um danach wieder zu funktionieren – der Kurzurlaub, damit man das Projekt durchhält; das Saunawochenende, damit die Batterie wieder voll ist; der Achtsamkeitskurs, der die „Resilienz“ am Arbeitsplatz steigert. Das ist die Ruhe als Betriebsstoff, und sie ist keine Absage an das rastlose Leben, sondern seine Fortsetzung mit anderen Mitteln. Der Sonntag ist in dieser Logik nicht der Tag, an dem die Woche zur Ruhe kommt, sondern der Tag, an dem man sich für den Montag auflädt. Entspannung gehört noch ganz der Welt der Arbeit an. Sie ist die Pause im Getriebe, nicht der Schritt heraus.
Die dritte ist die Langeweile. Sie ist die leere Zeit, vor der viele von uns sich am meisten fürchten, und die wir oftmals schneller füllen, als sie überhaupt entstehen kann. Kaum tritt eine Lücke auf – an der Ampel, im Wartezimmer, in den drei Sekunden, bis der Aufzug kommt –, greift die Hand von selbst zum Smartphone. Schon Blaise Pascal hat dieses Fliehen im 17. Jahrhundert auf eine Formel gebracht, die nichts von ihrer Schärfe verloren hat: „Das ganze Unglück der Menschen rührt allein daher, dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben vermögen.“ Die Bewegung, mit der wir dem leeren Zimmer entkommen, nannte er divertissement, Zerstreuung – die Flucht in Betriebsamkeit und Geschäftigkeit, damit uns bloß nicht einholt, was in der Stille auf uns wartete. Das Smartphone ist nur ihr jüngstes und wirksamstes Werkzeug. Die leere Zeit ist unerträglich geworden; wir haben verlernt, sie auszuhalten, und mit ihr die kleine Schwelle, die in ihr verborgen liegt. Denn Langeweile ist zweideutig. Sie kann die dumpfe Ödnis dessen sein, der sich selbst nicht aushält. Sie kann aber auch das Vorzimmer von etwas anderem sein – die unruhige Leere, durch die man hindurch muss, ehe sich etwas setzt. Wer die Langeweile sofort wegwischt, verpasst nicht nur nichts; er verpasst womöglich die einzige Tür, durch die die vierte Ruhe zu erreichen wäre.
Die vierte ist die Muße. Und sie ist keine der ersten drei. Sie ist nicht der Zusammenbruch nach dem Zuviel, nicht das Auftanken für das nächste Mehr, nicht die gefürchtete Leere. Sie ist eine erfüllte, wache, absichtslose Zeit – eine Zeit, die zu nichts gut ist und gerade darin ihren Sinn hat. Von ihr sagt Jonas, er habe vergessen, wie sie sich anfühle. Er hat nicht unrecht. Unsere Kultur hält für die Erschöpfung das Wochenende bereit, für die Entspannung die Wellness-Industrie und für die Langeweile das unerschöpfliche Telefon. Für die Muße hält sie nichts bereit, weil Muße sich nicht anbieten lässt. Man kann sie nicht kaufen, nicht buchen, nicht in eine App gießen; sie lässt sich so wenig messen, wie ein Laborwert das gelingende Leben erfasst. Man kann lediglich damit aufhören, ihr im Weg zu stehen.
Genau hier liegt die Pointe von Jonas’ Kollegen und seiner Spritze. Was das Medikament verspricht, ist die dritte Ruhe in ihrer radikalsten Form: das Abschalten eines Signals. Der „Lärm“, den GLP-1 zum Verstummen bringt, ist bei den meisten der unablässige Gedanke ans Essen; bei Jonas ist es der unablässige Gedanke ans Optimieren – dieselbe Rastlosigkeit, nur mit anderem Inhalt. Über die Medizin dieser Mittel habe ich an anderer Stelle geschrieben und will hier keinen Satz davon wiederholen; und die rote Linie von damals gilt weiter, doppelt: Wer zur Spritze greift, tut nichts Falsches. Es geht nicht um das Werkzeug, sondern um die Sehnsucht, die es bedient. Denn die Stille, die eine ausgeschaltete Frage hinterlässt, ist nicht die Fülle der Muße. Sie ist ihre Abwesenheit – so, wie ein stummgeschalteter Fernseher nicht dasselbe ist wie ein Raum, in dem kein Fernseher läuft. Die Spritze löscht den Lärm. Muße wäre etwas gewesen, das an seine Stelle tritt. Dass unsere Kultur einem ruhesuchenden Menschen im Jahr 2026 am zuverlässigsten eine wöchentliche Injektion anbieten kann und keinen Nachmittag am Wasser oder im Wald, ist kein medizinischer, sondern ein kultureller Befund.
II. Die Kolonisierung der Pause
Man könnte einwenden: Aber wir tun doch etwas gegen die Rastlosigkeit. Nie wurde so viel meditiert, geatmet, entschleunigt und „achtsam“ gelebt wie heute. Es gibt Apps für die Stille, Kurse für die Gelassenheit, Retreats für das Nichtstun. Stimmt – und genau das ist das Problem. Denn was hier geschieht, ist kein Ausbruch aus der Optimierung, sondern ihre letzte Landnahme. Die Logik, die Jonas krank macht, hat die eine Zone erobert, die ihr bisher entzogen war: die Pause selbst.
Um zu verstehen, warum die Rastlosigkeit sich nicht durch mehr Anstrengung heilen lässt, hilft ein Denker, der sie so genau beschrieben hat wie kaum ein zweiter: der Soziologe Hartmut Rosa. Rosa hat unsere Zeit unter einen einzigen Begriff gestellt – die soziale Beschleunigung – und gezeigt, dass sie kein individuelles Versäumnis ist, sondern eine Struktur. Drei Beschleunigungen greifen ineinander: die technische (alles geht schneller – Verkehr, Kommunikation, Produktion), die des sozialen Wandels (die Welt selbst veraltet unter unseren Händen, Berufe, Beziehungen, Wissen halten kürzer) und, als Ergebnis, die Steigerung des Lebenstempos. Das ist das Paradox, das jeder kennt: Wir haben lauter zeitsparende Geräte und immer weniger Zeit. Denn eine Gesellschaft wie unsere, sagt Rosa, kann sich nur noch dynamisch stabilisieren – sie muss wachsen, sich steigern, beschleunigen, nur um zu bleiben, was sie ist. Wer stehen bleibt, fällt zurück. In einer solchen Ordnung ist Ruhe nicht einfach selten. Sie ist strukturell verdächtig.
Und deshalb wird die Pause nicht mehr freigelassen, sondern bewirtschaftet. Der Schlaf, einst das zweckfreieste Drittel des Lebens, ist zur Leistung geworden, die ein Score bewertet – jene Zahl, die ich im vorigen Teil als Richter am Handgelenk beschrieben habe. Die Meditation, einst der Inbegriff der Absichtslosigkeit, wird als Investition verkauft: zwölf Minuten am Morgen für mehr Fokus, weniger Stress, höhere Produktivität. Selbst die Achtsamkeit, die ihrem Ursprung nach das reine Gewahrsein des Augenblicks meinte, kommt heute mit einer Streak-Anzeige – einer Kette von Tagen, die man nicht abreißen lassen darf, sonst war die Mühe umsonst. Die Ruhe hat einen Fortschrittsbalken bekommen. Man kann jetzt im Nichtstun besser werden, und man kann darin versagen.
Wir haben die letzte Zone erobert, die der Leistung entzogen war. Jetzt muss man sich sogar die Erholung noch verdienen.
Das ist die Kolonisierung der Pause, und Jonas’ Uhr ist ihr perfektes Instrument. Sie erinnert ihn ans Atmen, sie plant seine Regeneration, sie misst, ob er sich ausreichend erholt hat, und macht damit aus dem Ausruhen eine weitere Aufgabe auf der Liste. Die Absurdität springt ins Auge, sobald man sie ausspricht: Ein Gerät sagt einem Menschen, wann er zur Ruhe zu kommen hat. Aber sie ist nur die zugespitzte Form dessen, was wir alle tun, wenn wir „achtsam genießen“ zur nächsten Disziplin machen. „Genieße bewusster“ ist, sobald es zur Anweisung wird, kein Ausweg aus der Optimierung. Es ist ihre raffinierteste Schleife: die Aufforderung, sich zu entspannen, mit dem stillen Zusatz, es richtig zu tun. Und die Frage, ob man richtig entspannt war, ist der zuverlässigste Weg, es nicht zu sein.
Ich muss an dieser Stelle ehrlich sein, denn ich habe an dieser Schleife selbst mitgedreht. Vor Jahren habe ich in diesem Blog einen Beitrag geschrieben, der Zeit gönnen zum Genießen hieß, und darin einen Praxistipp gegeben: die Zwanzig-Minuten-Regel. Dehne eine Mahlzeit auf mindestens zwanzig Minuten aus, leg das Besteck zwischendurch ab, atme, schmecke. Ich stehe zu dem Impuls dahinter. Aber ich sehe heute den Widerspruch, der in der Form steckt. Denn eine Regel für den Genuss ist schon fast sein Verrat. Sobald ich beim Essen auf die Uhr sehe, ob die zwanzig Minuten voll sind, habe ich die Muße wieder in eine Messgröße verwandelt – und esse nicht langsam, weil es schön ist, sondern weil die Vorschrift es verlangt. Der Rat war gut gemeint und trotzdem in der Falle gefangen, aus der er befreien wollte: Er machte aus dem Zwecklosen noch einen Zweck. Darauf komme ich zurück.
III. Muße: die Zeit, die zu nichts gut ist
Um zu sagen, was Muße eigentlich ist, muss man ins zwanzigste Jahrhundert und zugleich in die Antike zurückgehen. 1948, in ein zerstörtes, arbeitsversessenes Nachkriegsdeutschland hinein, veröffentlichte der Philosoph Josef Pieper ein schmales Buch mit einem Titel, der schon die ganze These enthält: Muße und Kult. Es ist der Text, dem dieser Beitrag am meisten verdankt, und sein erster Schlag sitzt in einem einzigen Wort.
Pieper erinnert daran, dass die Griechen für die Muße das Wort scholé hatten – und dass aus diesem Wort, über das lateinische schola, unser Wort Schule geworden ist. Die Schule, der Ort des Lernens, hieß ursprünglich: Muße. Bildung war das, was man in der freien, zweckentbundenen Zeit tat, nicht die Vorbereitung auf einen Beruf. Und nun das Entscheidende, die stille Umkehrung, die unsere ganze Welt auf den Kopf gestellt hat: Die Griechen und Römer bildeten das Wort für Arbeit aus dem Wort für Muße, durch bloße Verneinung. Arbeit hieß a-scholía, im Lateinischen neg-otium – wörtlich: Un-Muße, Nicht-Muße. Nicht die Muße war die Pause von der Arbeit. Die Arbeit war die Abwesenheit der Muße. Das Erste war die Muße, das Zweite die Arbeit. Wir haben dieses Verhältnis exakt umgedreht: Bei uns ist die Arbeit das Selbstverständliche und die Muße das Erklärungsbedürftige, das, was sich rechtfertigen muss – am besten damit, dass es der Arbeit nützt. Pieper nennt die Welt, in der wir dadurch leben, die „Welt der totalen Arbeit“: eine Welt, in der es nichts mehr geben darf, was nicht irgendwem, irgendwann, irgendwozu dient.
Was aber ist Muße positiv, wenn sie nicht die Erholung ist? Pieper beschreibt sie nicht als Tätigkeit, sondern als Haltung: als ein empfangendes, schauendes, nicht zugreifendes Vernehmen der Wirklichkeit. Muße ist eine Form des Schweigens – „nur der Schweigende hört“, sagt er sinngemäß, und meint damit ein Hören, das nicht erst fragt, wozu das Gehörte gut sei. Muße ist die Fähigkeit, die Dinge geschehen und gelten zu lassen, ohne sie sofort zu verwerten. Sie setzt, und das ist Piepers tiefster Gedanke, ein grundsätzliches Einverständnis voraus – ein Ja zur Welt und zum eigenen Dasein, das man nicht erzwingen kann. Deshalb hat die Muße für Pieper ihre Wurzel im Fest, in der Feier: im Innehalten, das die Welt für gut erklärt, ohne dass sie sich das erst verdient hätte. Und deshalb – hier schließt sich der Kreis zu Jonas – lässt sich Muße nicht herstellen. Ein Fest, das man erzeugt, um produktiver zu werden, ist kein Fest mehr, sondern ein Betriebsausflug. Eine Ruhe, die einem Zweck dient, ist keine Muße mehr, sondern Entspannung. In dem Augenblick, in dem ich die Muße zum Mittel für etwas anderes mache – für Gesundheit, für Leistung, für ein besseres Ich –, ist sie schon verschwunden.
Pieper hat dafür einen überraschenden alten Begriff wiederbelebt, und er passt auf Jonas wie angegossen. Das mittelalterliche Denken kannte eine Todsünde namens acedia, die man meist mit „Trägheit“ übersetzt und dabei gründlich missversteht. Acedia, sagt Pieper, ist nicht die Faulheit des Müßiggängers. Sie ist die Unfähigkeit, bei sich selbst zu verweilen; die innere Unruhe dessen, der es mit sich nicht aushält und darum in Betriebsamkeit flieht. Und das schärfste daran: Das Gegenteil der acedia ist nicht der Fleiß. Der rastlos Arbeitende, der keinen Sonntag ertragen kann, der noch seine Erholung durchtaktet, ist in Wahrheit der eigentlich Trägherzige – er flieht vor dem Einverständnis mit sich selbst in die Arbeit. Jonas, der nicht aufhören kann zu rechnen, ist nach dieser alten Diagnose kein besonders fleißiger Mensch. Er ist ein Mensch, der die Stille nicht erträgt, weil in ihr eine Frage auf ihn wartete, der er ausweicht.
Diesen Verdacht kann man mit dem ältesten Text über unser Thema noch schärfen. Der römische Philosoph Seneca hat vor fast zweitausend Jahren eine kleine Schrift verfasst, De brevitate vitae – Von der Kürze des Lebens –, und ihr berühmtester Satz widerlegt ihren eigenen Titel: „Nicht wenig Zeit haben wir, sondern viel vergeuden wir.“ Das Leben ist nicht kurz, sagt Seneca; wir machen es kurz. Und schuld daran ist eine ganz bestimmte Sorte Mensch, die er die occupati nennt – die Beschäftigten, die Vielbeschäftigten, die in ihren Geschäften so aufgehen, dass sie über dem Besorgen des Lebens das Leben selbst verpassen. „Am wenigsten lebt der Vielbeschäftigte“, schreibt er; er tut alles, nur eines nicht: leben. Man beachte: Das ist nicht dieselbe Sorge, die Seneca in seinen Briefen über den Tod umtreibt und die ich an anderer Stelle besprochen habe. Hier geht es nicht um die Endlichkeit, sondern um die Vergeudung – nicht darum, dass das Leben endet, sondern darum, dass es ungelebt verstreicht, während wir es zu verwalten meinen. Jonas ist der vollendete occupatus. Er ist mit seinem Leben so beschäftigt, dass er nicht dazu kommt, es zu führen. Ich habe im ersten Teil dieser Reihe einen Satz geschrieben, der eigentlich von Seneca stammen könnte: Man hört auf zu leben, um sich auf das Leben vorzubereiten. Nichts anderes meint der römische Vorwurf an die occupati.
Der Philosoph Byung-Chul Han, dem ich in dieser Reihe schon zweimal begegnet bin, hat diesen antiken Gedanken in unsere Gegenwart verlängert – und diesmal nicht als Kritiker der Erschöpfung, sondern als Fürsprecher eines fast vergessenen Vermögens. In seinem Buch Vita contemplativa oder von der Untätigkeit dreht er den Spieß um: Nicht die Tätigkeit ist das Höchste, sondern die Untätigkeit. „Das Leben“, schreibt Han, „empfängt seinen Glanz allein von der Untätigkeit.“ Er meint damit nicht das Nichtstun der Erschöpfung, das nur die Kehrseite der Hyperaktivität ist, sondern eine eigene, hohe Form des Daseins: das Verweilen, das kontemplative Bei-den-Dingen-Sein, das nichts will und gerade darum alles wahrnimmt. Unsere Kultur, sagt Han, kennt die Untätigkeit nur noch als Regeneration – als Pause, die dem Weiterarbeiten dient. Sie hat verlernt, dass es ein Ruhen gibt, das nicht der Arbeit gehört, sondern sich selbst. Und dieses Ruhen ist nicht herstellbar, weil jedes Herstellen schon wieder ein Tun wäre.
Damit ist gesagt, warum Jonas’ Wunsch in seiner ursprünglichen Form nicht erfüllbar ist – und das ist keine schlechte, sondern die befreiende Nachricht. Ruhe lässt sich nicht machen. Ein Produkt ist immer ein Mittel zu einem Zweck; „Ruhe auf Knopfdruck“ ist ein Widerspruch in sich, so wie „geplante Spontaneität“ oder „befohlene Liebe“. Was Jonas an der Spritze, an der App, am nächsten Ratgeber sucht, ist ein Mittel, das ihm die Muße herstellt – und genau das kann keines von ihnen, nicht weil sie zu schwach wären, sondern weil Muße ihrem Wesen nach das ist, was keinem Zweck dient und darum von keinem Mittel erzeugt werden kann. Man kann Ruhe nicht produzieren. Man kann nur aufhören, ihr im Weg zu stehen.
Es ist kein Zufall, dass dieser letzte Satz klingt, als käme er aus einer ganz anderen Ecke der Welt. Was Pieper aus dem griechischen scholé und Seneca aus dem römischen otium gewinnen, hat das alte China unabhängig davon gedacht – und einer der Denker dieses Kapitels, Byung-Chul Han, liest die abendländische Muße längst mit den Augen des fernen Ostens. Der Daoismus nennt es wu wei, das Nicht-Tun: kein Nichtstun aus Faulheit, sondern ein Handeln, das nicht erzwingt. „Das Dao tut nichts, und doch bleibt nichts ungetan“, heißt es im Daodejing. Und der Philosoph Zhuangzi erzählt vor rund zweieinhalb Jahrtausenden das Gleichnis, das diesem Beitrag seinen Titel hätte leihen können: das vom nutzlosen Baum, so krumm, dass kein Zimmermann ihn will – und der gerade deshalb uralt wird, während die geraden, brauchbaren gefällt werden. „Jeder kennt den Nutzen des Nützlichen“, schließt er, „doch niemand kennt den Nutzen des Nutzlosen.“ Die Zeit, die zu nichts gut ist, ist nicht das Wertlose. Sie ist das, was überdauert.
Und es ist nicht nur der Osten. Die vielleicht älteste Institution der zwecklosen Zeit steht in der hebräischen Bibel: der Sabbat – ein Tag, an dem das Werk ausdrücklich ruht, nicht damit man montags leistungsfähiger sei, sondern weil das Ruhen selbst heilig ist. Der Religionsphilosoph Abraham Joshua Heschel nannte ihn einen „Palast in der Zeit“: nicht die Erholungspause der Woche, sondern ihre Krönung – genau das Werk ohne Sabbat, an dem der Longevity-Apparat aus dem ersten Teil dieser Reihe krankte, nur ins Positive gewendet. Selbst die abendländische Mystik kennt das Wort: Meister Eckharts Gelassenheit, das Lassen, in dem sich einstellt, was kein Wollen herbeizwingt. Und der Buddhismus, an den viele zuerst denken, macht die Pointe am schärfsten: Gerade das Greifen nach der Ruhe verscheucht sie – wer versucht, gelassen zu werden, ist es schon nicht mehr. Dass unsere Kultur ausgerechnet diese Übung – das Wahrnehmen ohne Bewerten, ohne Wollen – zur App mit Fortschrittsbalken verkleinert hat, ist die bitterste Volte von allen. Man kann diese Übereinstimmung für Zufall halten. Ich halte sie für einen Fingerzeig: Wenn so viele Wege aus so verschiedenen Richtungen an derselben Stelle ankommen, berühren sie keine kulturelle Marotte, sondern etwas am Menschen selbst – dass das Wesentliche sich nicht erzwingen lässt.
IV. Die Erlaubnis, nichts zu bezwecken
Was heißt das für die Praxis – für den Mann, der mir gegenübersitzt und der ganz konkret möchte, dass es aufhört? Die Versuchung ist groß, ihm zu geben, was er verlangt: eine Technik. Eine Atemübung, eine Abendroutine, eine Meditations-App, die ich empfehlen könnte. Ich tue es nicht, und der Grund ist der ganze bisherige Beitrag. Würde ich Jonas eine Ruhe-Technik verschreiben, gäbe ich ihm nur ein weiteres Projekt – etwas, das er morgens abhaken, an dem er scheitern und in dem er besser werden kann. Ich würde die Kolonisierung der Pause vollenden, statt sie zu unterbrechen. Der Ratschlag wäre fachlich vertretbar und therapeutisch falsch.
Stattdessen arbeiten wir an etwas, das viel kleiner klingt und viel schwerer ist als jede Technik: an einer Erlaubnis. Der Erlaubnis, dass etwas zu nichts gut sein darf.
Ich habe Jonas gefragt, ob er sich an eine Zeit erinnern könne, in der er etwas völlig Nutzloses tat, ohne ein schlechtes Gewissen. Er musste lange nachdenken – das lange Nachdenken war schon Teil des Befundes. Dann fiel es ihm ein: als Junge habe er am Kanal gesessen und Steine ins Wasser geworfen. Stundenlang. Er habe geschaut, wie die Ringe sich ausbreiten, welcher Stein weiter fliegt, wie es klingt. „Einfach so“, sagte er, und für einen Moment war etwas in seinem Gesicht, das ich vorher nicht gesehen hatte. Dann kam, wie auf Kommando, der Reflex, und er sagte den Satz, um den sich alles dreht: „Aber das bringt doch nichts.“
Genau dieser Satz ist die Krankheit. Nicht die Steine, nicht das Wasser – der Reflex, der jedes Tun sofort vor das Tribunal des Nutzens zerrt. Was bringt das? ist die Frage, mit der die Welt der totalen Arbeit jede Regung des Lebens verhört. Und solange sie die erste Frage bleibt, kann keine Muße entstehen, denn Muße ist gerade das, was auf diese Frage keine Antwort hat und sie auch nicht braucht. Die therapeutische Arbeit besteht nicht darin, Jonas ein besseres Zeitmanagement beizubringen. Sie besteht darin, mit ihm auszuhalten, dass die schönsten Stunden eines Lebens auf die Frage „Was bringt das?“ schweigen dürfen – und dass dieses Schweigen kein Mangel ist, sondern ihr Adel. Ich muss ihm die Frage nicht ausreden. Ich darf ihm dabei helfen, zu verhindern, dass sie immer zuerst kommt. Das ist, mit dem Bild aus meinem Beitrag über das Containing, kein Verschreiben, sondern ein Halten: Ich halte den Raum, in dem etwas zwecklos sein darf, lange genug offen, dass Jonas es nicht sofort wieder zuschütten muss.
Es gibt einen Ort, an dem diese zwecklose Zeit für die meisten Menschen noch am ehesten erreichbar ist, und es ist – wenig überraschend für einen Ernährungstherapeuten – die Mahlzeit. Das gemeinsame, langsame Essen ist die kleinste Einheit zweckfreier Zeit, die uns geblieben ist: ein Tun, das sich selbst genügt, wenn man es lässt. Hier kehre ich zu meinem alten Praxistipp zurück und korrigiere ihn. Falsch war nicht die Idee, der Mahlzeit Zeit zu geben. Falsch war, daraus eine Regel mit einer Zahl zu machen – zwanzig Minuten, abgemessen, kontrolliert. Denn damit wird das Essen wieder zur Aufgabe. Die Erlaubnis lautet nicht: Iss zwanzig Minuten lang achtsam. Sie lautet: Dieses Essen muss nichts bringen. Es muss nicht die Makros treffen, nicht die Kurve flach halten, nicht einmal besonders gesund sein. Es darf einfach schmecken. Ich habe Jonas an das Abendessen erinnert, das er mir in der ersten Stunde beschrieben hatte – die abgewogene Portion, im Stehen gegessen, das Handy in der Hand, um die Glukosekurve zu beobachten, und die Frage, wie es geschmeckt habe, unbeantwortet. Genuss, habe ich an anderer Stelle geschrieben, ist demonstrierte Unabhängigkeit: der Beweis, dass ich nicht bloß funktioniere, sondern lebe. Ein Mensch, der schmeckt, misst gerade nicht. Er ist, für die Dauer eines Bissens, aus dem Getriebe heraus.
Vor einer Woche kam Jonas mit einer kleinen Geschichte, die er selbst für belanglos hielt und die doch der erste echte Schritt war. Er habe am Sonntag die Uhr in die Schublade gelegt. Nur probeweise, nur für einen Tag. Die ersten Stunden seien schwer gewesen: Er habe immer wieder ans nackte Handgelenk gegriffen, den Phantom-Impuls einer Erinnerung gespürt, die nicht kam, und sich mehrmals dabei ertappt, wie er wissen wollte, wie viele Schritte er schon gegangen war. „Es war wie Entzug“, sagte er, und lachte, weil das Wort zu groß schien und doch stimmte. Aber am Nachmittag sei er am Maschsee spazieren gegangen, ohne Ziel, ohne Zählung, und irgendwann habe er sich einfach auf eine Bank gesetzt und den Enten zugesehen. „Und?“, fragte ich. Er zögerte. „Ich weiß nicht. Eine Weile war es unerträglich. Und dann, für ein paar Minuten, war es einfach gut. Ich hätte nicht sagen können, wozu.“ Er sah mich an, halb triumphierend, halb ratlos. „Aber das ist doch nichts, oder?“
Das ist alles. Es ist keine Heilung, aber es ist ein Durchbruch. Jonas trägt die Uhr am Montag wieder, der Sensor sitzt weiter am Arm, und der Sender im Kopf ist nicht abgestellt. Aber er hat, zum ersten Mal seit langem, ein paar Minuten erlebt, die zu nichts gut waren – und die trotzdem, oder gerade deshalb, gut waren. Dass er sie sofort wieder in Frage stellt („aber das ist doch nichts, oder?“), ist kein Rückfall. Es ist der alte Reflex, der noch spricht, während schon etwas Neues neben ihm steht. Mehr braucht es, an dieser Stelle, nicht.
V. Cliffhänger: Stille oder Antwort?
Am Ende der Stunde kam ich noch einmal auf seinen ersten Satz zurück, auf die Stille, für die er nichts tun muss. Und während wir darüber sprachen, fiel mir etwas auf, das ich ihm noch nicht gesagt habe, weil ich es selbst erst zu verstehen beginne.
Jonas sagt, er sehne sich nach Stille. Aber die Enten am Maschsee waren nicht still. Das Wasser, in das er als Junge Steine warf, war nicht still. Das Essen, das schmeckt, ist nicht still. In jeder dieser Szenen war etwas da – etwas, das ihn erreichte, ohne dass er es hergestellt hatte, etwas, das antwortete. Vielleicht, denke ich seither, will Jonas gar nicht die Stille. Die Stille wäre nur die Abwesenheit des Lärms, und die kann ihm eine Spritze verschaffen. Was er in den guten Minuten auf der Bank erlebt hat, war das Gegenteil einer Abwesenheit. Es war eine Anwesenheit. Nicht die Leere, in der nichts mehr auf ihn eindringt, sondern die Fülle, in der ihn zum ersten Mal seit langem wieder etwas berührt hat – etwas, das er nicht bestellt, nicht optimiert, nicht verdient hatte.
Damit steht die letzte Frage dieser Reihe im Raum, und ich lasse sie bewusst offen:
Was, wenn Jonas sich gar nicht nach Stille sehnt – sondern nach Antwort? Wenn das, was ihm fehlt, nicht das Aufhören von etwas ist, sondern das Beginnen von etwas: eine Weise, in der Welt zu sein, die man nicht macht, sondern geschehen lässt; ein Verhältnis, in dem nicht ich die Dinge bearbeite, sondern die Dinge mich erreichen dürfen? Es gibt für ein solches Verhältnis einen Namen, und es ist kein Zufall, dass ich ihn diese ganze Reihe hindurch vermieden habe. Er gehört dem letzten Teil, dem Schlussstein – dem vierten und ältesten der großen Versprechen: nicht länger, nicht genauer, nicht ruhiger, sondern bewusster zu leben. Es wird sich zeigen, dass es das tückischste von allen ist, weil es so harmlos aussieht. Und dass die Antwort auf Jonas’ Sehnsucht nicht in noch weniger und nicht in noch mehr liegt – sondern in einer ganz anderen Richtung.
Schlussgedanke
Drei Versprechen haben wir nun gesehen. Das erste wollte das Leben verlängern und scheiterte am Tod. Das zweite wollte den Körper durchschauen und enteignete uns der Fähigkeit, uns selbst zu spüren. Das dritte will das Gedankenkreisen stillstellen – und scheitert daran, dass ausgerechnet die Ruhe sich nicht herstellen lässt. Jedes dieser Versprechen ist ein Versuch, etwas Unverfügbares verfügbar zu machen: den Tod, das Selbst, die Stille. Und die Muße ist unter ihnen der reinste Fall. Denn während man den Tod wenigstens bekämpfen und das Selbst wenigstens vermessen kann, verschwindet die Muße schon im Augenblick des Zugriffs. Sie ist das Einzige, das man dadurch verliert, dass man es zu erlangen versucht.
Vielleicht heißt „besser leben“ deshalb an dieser Stelle nicht: die Ruhe besser herzustellen. Vielleicht heißt es: aufzuhören, sie herstellen zu wollen. Nicht eine weitere Methode zu erlernen, mit der man endlich abschaltet, sondern der eigenen Zeit ein Stück weit die Frage zu erlassen, wozu sie gut sei. Die Steine ins Wasser zu werfen und nicht zu fragen, was es bringt. Das Essen schmecken zu lassen, ohne es zu messen. Auf der Bank sitzen zu bleiben, auch wenn es „doch nichts ist“. Das klingt nach wenig. Es ist, für einen Menschen wie Jonas – für die meisten von uns –, fast das Schwerste überhaupt.
Im nächsten und letzten Teil dieser Reihe sehen wir Jonas ein Jahr später wieder. Die Uhr wird nicht mehr zwischen uns auf dem Tisch liegen. Und es wird sich zeigen, dass das, was er all die Monate gesucht hat, nie in ihm allein zu finden war – und auch nicht in irgendeinem Mittel, das man ihm hätte reichen können.
* Name geändert. Jonas ist eine Verdichtung mehrerer Klient:innen-Geschichten – die Pointe ist real, die Person ist es nicht.
In dieser Serie
- Teil 1: Don't Die: Wer den Tod bekämpft, verpasst das Leben
- Seitenblick: Die Spritze der Sehnsucht – GLP-1 als Kulturphänomen
- Teil 2: Die Uhr weiß, wie ich geschlafen habe – aber weiß ich es auch?
- Seitenblick 2: Kompass statt Landkarte – was eine KI in der Gesundheit darf
- Teil 3: Muße – die Zeit, die zu nichts gut ist (Sie sind hier)
- Teil 4: Resonanz lässt sich nicht bestellen (erscheint als Nächstes)
Über den Autor
Julian Jaschinger ist Ökotrophologe (B.Sc.), Ernährungstherapeut und besitzt ein Hochschulzertifikat in Ernährungspsychologie. Seine Praxis befindet sich am „Bauch von Hannover“ (Markthalle). Seit der Gründung 2017 verbindet sein Ansatz wissenschaftliche Ernährungstherapie mit psychologischen und philosophischen Prinzipien für ein gesundes Verhältnis zu Nahrung und Körper. Weitere Informationen unter verumvita.de.
Aus derselben Haltung entsteht VerumVita Digital – ein Begleiter, der dir die Deutung zurückgibt, statt sie zu übernehmen. → www.verumvita-digital.de
Literatur
- Eckhart, Meister (1963 [um 1300]). Deutsche Predigten und Traktate. Hg. v. J. Quint. München: Carl Hanser.
- Han, B.-C. (2009). Duft der Zeit. Ein philosophischer Essay zur Kunst des Verweilens. Bielefeld: transcript.
- Han, B.-C. (2022). Vita contemplativa oder von der Untätigkeit. Berlin: Ullstein.
- Heschel, A. J. (1990 [1951]). Der Sabbat. Seine Bedeutung für den heutigen Menschen. Berlin: Jüdischer Verlag.
- Laozi (2010 [ca. 4. Jh. v. Chr.]). Daodejing (Tao Te King). Stuttgart: Reclam.
- Pascal, B. (1997 [1670]). Gedanken (Pensées). Stuttgart: Reclam.
- Pieper, J. (2007 [1948]). Muße und Kult. München: Kösel.
- Rosa, H. (2005). Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.
- Seneca, L. A. (2008 [ca. 49 n. Chr.]). Von der Kürze des Lebens (De brevitate vitae). Stuttgart: Reclam.
- Zhuangzi (Dschuang Dsi) (2011 [ca. 4. Jh. v. Chr.]). Das wahre Buch vom südlichen Blütenland. Übers. v. R. Wilhelm. Köln: Anaconda.
Weiterführende Artikel:
- Die Uhr weiß, wie ich geschlafen habe – aber weiß ich es auch? (Teil 2 der Reihe)
- Zeit gönnen zum Genießen – warum Genuss der Feind der Effizienz ist
- Das hedonistische Kalkül – zwischen Carpe diem und Aufschub
- Gesunder Genuss – demonstrierte Unabhängigkeit
- Die Abnehmspritze (GLP-1) – was sie kann und was nicht
- Containing – wie unaushaltbare Gefühle gehalten werden
