VerumVita - Wahres Leben

Vom Verstehen zum Mitgefühl: Wie die Neurowissenschaft Rogers' Intuition präzisiert

Titelbild für Vom Verstehen zum Mitgefühl: Wie die Neurowissenschaft Rogers' Intuition präzisiert

Zwei Szenen

Szene eins. Katrin* sitzt mir gegenüber und weint. Sie erzählt von einem Essanfall am vergangenen Samstagabend – allein, vor dem Fernseher, eine ganze Packung Kekse und danach das übliche Programm: Scham, Selbstvorwürfe, der Schwur, dass das nie wieder passieren wird. Den gleichen Schwur wie letzte Woche. Und die Woche davor. Während sie spricht, spüre ich, wie sich etwas in meinem Brustkorb zusammenzieht. Ihr Schmerz ist so greifbar, dass er den Raum zwischen uns zu füllen scheint. Ich atme. Ich nehme den Schmerz wahr. Und dann sage ich: „Sie spüren gerade, dass hinter dem Griff zu den Keksen etwas Trauriges, Verzweifeltes steckt, das viel älter ist als der Samstagabend."

Katrin hält inne. Die Tränen fließen noch. Aber etwas in ihrem Blick verändert sich. Zum ersten Mal, sagt sie später, habe sie sich verstanden gefühlt. Nicht beurteilt. Nicht bemitleidet. Verstanden.

Szene zwei. Zu Beginn meiner Berufslaufbahn saß ich einer ähnlich weinenden Klientin gegenüber. Auch ich spürte den Schmerz. Aber dann passierte etwas anderes: Ich begann selbst zu weinen. Ich konnte nicht anders – der Schmerz der Klientin traf mich so unmittelbar, dass die Grenze zwischen meinem eigenen Erleben und ihrem verschwamm. Die Klientin verstummte. Und dann tat sie etwas Bemerkenswertes: Sie begann, mich zu trösten. „Entschuldigung", sagte sie. „So schlimm ist es gar nicht. Ich wollte Sie nicht belasten."

In wenigen Sekunden hatte sich die Beziehung umgekehrt. Die Hilfesuchende wurde zur Helferin. Der geschützte Raum war zusammengebrochen.

Was war in der ersten Szene anders als in der zweiten? Und war es wirklich nur Empathie – oder bereits etwas, das über Empathie hinausging? Die Antwort auf diese Frage führt zu einem der wichtigsten – und am häufigsten missverstandenen – Konzepte der therapeutischen Praxis. Es ist zugleich eine der drei Grundbedingungen, die Carl Rogers für jede heilsame Beziehung formuliert hat: Empathie.

In meinem letzten Beitrag habe ich beschrieben, wie unbewusste Übertragungsmuster die Ernährungsberatung durchdringen. Heute geht es um das Gegenstück: die Fähigkeit der Therapeut*in, diese Muster nicht nur zu erkennen, sondern ihnen mit einer Haltung zu begegnen, die die Heilung unterstützt, statt zu wiederholen. Und um die Frage, warum diese Haltung gerade beim Thema Essen so entscheidend ist.

Aber dieser Essay bleibt nicht bei Rogers stehen. Er zeichnet eine Entwicklung nach – von Rogers' Intuition (1957) über Tania Singers Neurowissenschaft (2014) bis zu Paul Blooms Moralphilosophie (2016) – und kommt dabei zu einer Erkenntnis, die überraschen mag: Empathie ist der Anfang, nicht das Ziel. Das Ziel ist Mitgefühl.


I. Carl Rogers und die drei Bedingungen

1957 veröffentlichte Carl Rogers einen Aufsatz, der die Psychotherapie für immer verändern sollte: The Necessary and Sufficient Conditions of Therapeutic Personality Change. Darin formulierte er eine These, die damals revolutionär war – und heute in ihrer Radikalität immer noch unterschätzt wird: Nicht die Technik heilt. Die Beziehung heilt.

Rogers identifizierte drei Bedingungen, die eine therapeutische Beziehung charakterisieren, in der Veränderung möglich wird:

  1. Kongruenz (Echtheit): Die Therapeutin ist in der Beziehung authentisch. Sie verbirgt sich nicht hinter einer professionellen Maske, sondern ist als Mensch präsent.
  2. Unbedingte positive Wertschätzung: Der Therapeut akzeptiert die Klientin als Person – nicht trotz, sondern mit all ihren Widersprüchen, Schwächen und gescheiterten Versuchen. Ohne Bedingungen. Ohne „Aber".
  3. Empathie: Die Therapeutin nimmt die innere Bezugswelt des Klienten genau wahr, mit allen emotionalen Komponenten und Bedeutungen – als ob sie die andere Person wäre. Ohne jedoch die „Als-ob"-Bedingung aufzugeben (Rogers, 1959).

Zwei Worte in dieser Definition verdienen besondere Aufmerksamkeit: als ob. Sie sind der entscheidende Punkt – und der Punkt, an dem die meisten Missverständnisse beginnen.

Die „Als-ob"-Qualität

Rogers war sich der Gefahr bewusst, die in der Empathie lauert. Wenn ich den Schmerz des Gegenübers so vollständig nachempfinde, dass ich die Grenze zwischen meinem Erleben und ihrem Erleben verliere, dann bin ich nicht mehr empathisch. Dann bin ich überwältigt. Dann helfe ich nicht mehr – ich leide mit. Und wer mitleidet, ist als therapeutisches Gegenüber verloren.

Rogers schrieb: „Den internen Bezugsrahmen des anderen mit Genauigkeit und mit den dazugehörigen emotionalen Komponenten und Bedeutungen so wahrnehmen, als ob man die andere Person wäre, aber ohne jemals die ‚als ob'-Bedingung zu verlieren – das ist Empathie." (Rogers, 1959)

Das „Als ob" ist keine Abschwächung. Es ist die Bedingung der Möglichkeit. Nur wer die Grenze zum eigenen Selbst aufrechterhält, kann dem Anderen wirklich begegnen – statt in ihm zu verschwinden.

In meinem Beitrag über den Methodenmix in der Ernährungspsychologie habe ich beschrieben, wie die humanistische Psychologie nach Rogers eine der vier Säulen bildet, auf denen qualifizierte Ernährungstherapie ruht. Die unbedingte Wertschätzung, die Kongruenz und die Empathie sind nicht optionale Extras, sondern das Fundament, auf dem alle anderen Methoden erst wirksam werden. In meinem Beitrag über die Ethik in der Ernährungsberatung habe ich drei ethische Prinzipien formuliert – darunter das Prinzip, dass Ernährungsberatung keine Erziehungsmaßnahme sein darf. Rogers' Empathie ist der Grund dafür: Wer wirklich versteht, hat es nicht nötig zu belehren.

Empathie ist kein Gefühl. Sie ist eine Haltung – die Haltung eines Menschen, der bereit ist, die Welt mit den Augen eines anderen zu sehen, ohne seine eigenen Augen zu schließen.

Rogers hat damit etwas Wesentliches erfasst. Aber sein Konzept enthielt einen blinden Fleck, den er mit den Mitteln seiner Zeit nicht auflösen konnte: Er bündelte in dem einen Wort „Empathie" zwei Prozesse, die – wie sich fast sechs Jahrzehnte später herausstellen sollte – neurobiologisch grundverschieden sind. Es brauchte die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT), um sichtbar zu machen, was Rogers intuitiv zusammenhielt.


II. Drei Geschwister: Gefühlsansteckung, Empathie und Mitgefühl

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden Empathie, Mitgefühl und Mitleid oft synonym verwendet. Das ist verständlich, aber irreführend. Denn es handelt sich um drei grundverschiedene Phänomene – mit unterschiedlichen neurobiologischen Signaturen, unterschiedlichen Auswirkungen auf den Helfenden und unterschiedlichen therapeutischen Konsequenzen.

Gefühlsansteckung: Das Echo ohne Abstand

Das älteste und primitivste der drei Phänomene ist die Gefühlsansteckung (emotional contagion): das unwillkürliche Übernehmen des emotionalen Zustands eines anderen Menschen. Ein Baby weint – und das Baby im Nachbarbett weint mit. Nicht weil es den Schmerz des ersten Babys versteht, sondern weil es von ihm ergriffen wird. Es gibt keine Grenze zwischen Selbst und Anderem. Der Schmerz fließt über, wie Wasser über den Rand eines Glases.

Gefühlsansteckung ist in bestimmten Kontexten sinnvoll – sie ist die evolutionäre Grundlage für soziale Bindung und schnelle Alarmierung in Gefahrensituationen. Aber als therapeutisches Werkzeug ist sie nicht nur unbrauchbar, sondern destruktiv. Denn wer vom Schmerz des Gegenübers überflutet wird, kann nicht mehr für den Anderen da sein. Er braucht selbst Hilfe.

Genau das geschah in Szene zwei: Ich wurde von Gefühlsansteckung erfasst. Die Klientin musste mich trösten. Die Rollen kehrten sich um. In der Sprache meines Beitrags über die unsichtbare Beziehung: Hier war die Gegenübertragung so massiv, dass sie die therapeutische Beziehung sprengte.

Empathie: Das Verstehen mit Grenze

Empathie, so wie Rogers und die moderne Forschung sie verstehen, ist qualitativ etwas anderes als Gefühlsansteckung. Sie ist die Fähigkeit, den emotionalen Zustand des Gegenübers genau wahrzunehmen – aber aus der Perspektive eines Beobachters, der weiß, dass er beobachtet. Der Schmerz wird nicht übernommen, sondern erkannt. Es ist der Unterschied zwischen „Ich leide" und „Ich sehe, dass du leidest – und ich verstehe, warum."

Neurobiologisch zeigt sich dieser Unterschied messbar. Die Neurowissenschaftlerin Tania Singer und ihre Kollegin Olga Klimecki haben in wegweisenden Studien am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften gezeigt, dass empathisches Miterleben von Schmerz – sogenannte Schmerzempathie – die Insula und den anterioren cingulären Cortex aktiviert: Hirnregionen, die auch bei der Verarbeitung eigenen Schmerzes aktiv sind (Singer & Klimecki, 2014). Das erklärt, warum Empathie anstrengend ist: Das Gehirn verarbeitet den fremden Schmerz teilweise, als wäre er der eigene.

Und genau hier liegt die Gefahr, die Rogers intuitiv erkannte und die Singer empirisch bestätigt hat: Empathie ohne Grenze kippt in empathischen Stress (empathic distress). Wenn die Therapeutin den Schmerz der Klientin so vollständig nachempfindet, dass sie selbst leidet, dann ist das neurobiologisch betrachtet keine Empathie mehr – es ist Schmerzansteckung auf höherem kognitivem Niveau. Die „Als-ob"-Bedingung ist verloren gegangen.

Hier wird Rogers' „Als-ob" aus neurowissenschaftlicher Sicht besonders aufschlussreich. Die „Als-ob"-Bedingung beschreibt den Versuch, nicht überwältigt zu werden – aber sie beschreibt nicht, was die Schmerzresonanz ersetzt. Rogers wusste, dass Empathie eine Grenze braucht. Aber er konnte noch nicht benennen, was jenseits dieser Grenze liegt. Singer konnte es.

Mitgefühl: Die warme Zuwendung

Und hier betritt ein drittes Phänomen die Bühne, das in der alltäglichen Sprache paradoxerweise oft mit Empathie verwechselt wird, neurobiologisch aber ein gänzlich anderer Zustand ist: Mitgefühl (compassion).

Singer beschreibt den Unterschied so: „Empathie ist eher wie eine Resonanzfähigkeit – man teilt ein Gefühl mit einem anderen Menschen, ist aber der Gefahr ausgesetzt, überwältigt zu werden und in empathischen Stress zu geraten. Mitgefühl dagegen hat eine andere Qualität. Es hat etwas von der Fürsorge einer Mutter, die ihr Kind tröstet, und ist verbunden mit positiven, beruhigenden und liebevollen Gefühlen." (Singer & Bolz, 2013)

Der entscheidende Befund: Während Schmerzempathie die Schmerznetzwerke des Gehirns aktiviert, aktiviert Mitgefühl andere neuronale Netzwerke – insbesondere den medialen orbitofrontalen Cortex und Areale des Belohnungssystems. Mitgefühl fühlt sich warm an, nicht schmerzhaft. Und – das ist der vielleicht wichtigste Befund – Mitgefühl ist trainierbar: In Singers Studien konnten Probanden, die ein kurzes Mitgefühlstraining absolvierten (angelehnt an buddhistische Meditationspraktiken des Mönches und Neurowissenschaftlers Matthieu Ricard), ihre neuronale Reaktion messbar verändern – weg von Schmerzempathie, hin zu Mitgefühl (Klimecki et al., 2014).

Die Konsequenz ist tiefgreifend – auch für unser Verständnis von Rogers. Seine „Als-ob"-Qualität war zunächst ein Schutzschild: Sie sicherte die Grenze, die verhindert, dass Empathie in Gefühlsansteckung kippt. Aber Rogers' Empathiebegriff enthielt noch etwas anderes – eine Qualität der warmen Zuwendung, die über reines Verstehen hinausging. Er spürte, dass im therapeutischen Prozess etwas geschehen muss, das über das bloße Nachempfinden hinausgeht. Aber ihm fehlte das neurobiologische Vokabular, um diese zweite Qualität als eigenständigen Prozess zu benennen. Er nannte beides „Empathie". Singer zeigte sechs Jahrzehnte später, dass es in Wahrheit zwei verschiedene Prozesse sind: Empathie (die Brücke zum Verstehen, die Schmerzresonanz mit Grenze) und Mitgefühl (die warme Zuwendung, die heilt).

Das ist keine Korrektur Rogers'. Es ist eine Präzisierung – im Geiste von Karl Popper, der uns gelehrt hat, dass wissenschaftliche Theorien sich weiterentwickeln: durch bessere Instrumente, schärfere Unterscheidungen und die Bereitschaft, das eigene Wissen zu hinterfragen und sich der Kritik anderer auszusetzen. Rogers' Empathiebegriff wird nicht widerlegt – er wird aufgelöst in seine Bestandteile, so wie das weiße Licht, das Newton durch ein Prisma schickte, sich als Spektrum verschiedener Farben erwies. In meinem Beitrag über qualifizierte Ernährungsberatung habe ich Poppers Falsifikationsbegriff als Grundlage wissenschaftlichen Arbeitens beschrieben. Hier erleben wir ihn in Aktion: Nicht die Widerlegung, sondern die Verfeinerung einer Theorie durch neue Erkenntnismethoden.

Gefühlsansteckung sagt: „Ich leide mit dir." Empathie sagt: „Ich verstehe, dass du leidest." Mitgefühl sagt: „Ich verstehe, dass du leidest – und ich bin für dich da."

In Szene eins geschah genau diese Transformation: Ich nahm den Schmerz wahr (Empathie), aber ließ mich nicht überwältigen – ich antwortete aus warmherziger Fürsorge (Mitgefühl). In Szene zwei blieb ich in der Schmerzresonanz gefangen und rutschte in Gefühlsansteckung ab. Der Unterschied zwischen beiden Szenen ist, in Singers Sprache, der Unterschied zwischen Mitgefühl und empathischem Stress.


III. Paul Blooms Einspruch: Gegen die Empathie?

An dieser Stelle verdient eine provozierende Gegenposition zur Empathie Gehör. Der amerikanische Psychologe Paul Bloom hat 2016 ein Buch veröffentlicht, dessen Titel wie ein Affront klingt: Against Empathy: The Case for Rational Compassion. Seine These: Empathie – verstanden als das Mitfühlen des Schmerzes eines anderen – sei als moralischer Kompass nicht nur unzuverlässig, sondern gefährlich.

Blooms Argumente sind nicht leicht von der Hand zu weisen:

  • Empathie ist parteiisch. Wir empfinden sie stärker für Menschen, die uns ähnlich sind – gleiche Hautfarbe, gleicher sozialer Status, gleiches Erscheinungsbild. Als Grundlage für gerechtes Handeln taugt sie daher nicht.
  • Empathie ist erschöpfend. Wer ständig den Schmerz anderer nachempfindet, brennt aus. Das erklärt, warum gerade die empathischsten Berufsgruppen – Pflegekräfte, Therapeut*innen, Ärzt*innen – am häufigsten von Burnout betroffen sind.
  • Empathie verengt den Blick. Sie fokussiert auf das Einzelschicksal und blendet das größere Bild aus. Ein weinendes Kind im Fernsehen bewegt uns mehr als die Statistik, dass Millionen hungern.

Blooms Alternative lautet: rational compassion – vernünftiges Mitgefühl. Nicht das reflexhafte Mitfühlen, sondern die bewusste Entscheidung, sich um andere zu kümmern, geleitet von Vernunft statt von emotionaler Ansteckung.

Wo Bloom recht hat – und warum Singer ihm beipflichten könnte

Es wäre naheliegend, Blooms Kritik als Missverständnis abzutun – als Verwechslung von Empathie mit Gefühlsansteckung. Aber das greift zu kurz. Blooms Argumente treffen auch die Empathie im engeren, Rogers'schen Sinn: Auch akkurates Verstehen kann erschöpfen, wenn es die Schmerznetzwerke aktiviert. Auch empathische Wahrnehmung ist parteiisch – wir verstehen intuitiv besser, was uns vertraut ist. Und auch empathisches Verstehen kann den Blick auf das Einzelschicksal verengen.

Die überraschende Erkenntnis: Bloom und Singer kommen aus gegensätzlichen Richtungen zum selben Schluss. Singer schaut durch das Okular der Neurowissenschaft auf die therapeutische Dyade und zeigt: Empathische Resonanz allein erschöpft – es braucht Mitgefühl, um handlungsfähig zu bleiben. Bloom schaut aus der Vogelperspektive der Moralphilosophie auf die Welt als Ganzes und sagt: Empathisches Mitfühlen ist als Kompass unzuverlässig – es braucht rational compassion, um gerecht zu handeln.

Blooms rational compassion und Singers Mitgefühl sind, bei aller terminologischen Differenz, dasselbe Phänomen auf unterschiedlicher Skala: die Transformation von emotionaler Resonanz in warmherzige, reflektierte Fürsorge. Bloom sieht den Wald, Singer den einzelnen Baum – aber beide beschreiben denselben Übergang.

Und Rogers? Rogers stand 1957 am Anfang dieser Entwicklung. Seine „Als-ob"-Bedingung sicherte die Grenze zwischen Empathie und Gefühlsansteckung. Aber sein Empathiebegriff enthielt intuitiv etwas, das über diese Grenzziehung hinausging: die warmherzige Fürsorge, die Singer später als eigenständigen Prozess – Mitgefühl – identifizieren würde. Rogers spürte: Verstehen allein reicht nicht. Es muss etwas mit dem Verstandenen geschehen – eine Verwandlung in fürsorgende Präsenz. Sein Konzept war nicht falsch. Es war unscharf – es bündelte zwei distinkte Prozesse in einem Wort, weil ihm die Instrumente fehlten, sie zu trennen.

Was bedeutet das für die Ernährungstherapie? Es bedeutet, dass wir Rogers' Erbe weiterdenken dürfen – und müssen. Empathie bleibt die unverzichtbare Brücke: Ohne Verstehen kein Zugang. Aber Empathie kann zur Falle werden. Wenn Berater*innen so sehr mit einer Klientin mitfühlen, dass sie sich selbst nicht mehr abgrenzen können, dann ist die Empathie zu weit gegangen. Nicht Mitgefühl fehlt, wo Klarheit fehlt – Mitgefühl ermöglicht Klarheit. Denn wer aus warmherziger Fürsorge handelt statt aus Schmerzresonanz, hat die Stabilität, auch Unbequemes auszuhalten. Und genau das benötigen Klient*innen um sich sicher zu fühlen. Die ethischen Prinzipien der Ernährungsberatung verlangen beides: Güte und Wahrhaftigkeit. Mitgefühl ist das, was beides zugleich möglich macht.


IV. Warum Verstehen und Mitgefühl gerade beim Essen heilen

Man könnte fragen: Empathie und Mitgefühl sind in jeder therapeutischen Beziehung wichtig. Was macht die Ernährungstherapie besonders?

Die Antwort liegt in dem, was ich in meinem Beitrag über emotionales Essen ausführlich beschrieben habe: Essen ist die älteste Beziehungserfahrung des Menschen. Das Erste, was ein Neugeborenes erfährt, ist Nahrung, gegeben von einer Bezugsperson. Donald Winnicott hat beschrieben, wie die mütterliche Einfühlung in den Säugling – diese erste, vorbewusste Mitgefühls-Erfahrung – nicht nur Kalorien liefert, sondern das Fundament für die gesamte Selbstentwicklung legt. Die Mutter spürt, was der Säugling braucht, bevor er es selbst weiß. Sie übersetzt seine diffusen Signale in sinnvolle Antworten. In meinem Beitrag über Konditionierung habe ich Winnicotts Konzept des „Wahren Selbst" beschrieben – jenes unveränderlichen Kerns, den zu kompromittieren ein „Verbrechen an der Menschlichkeit" wäre. Dieses Wahre Selbst entsteht in der Beziehung zur ersten Bezugsperson. Ohne mitfühlende Präsenz kein Selbst.

Was bedeutet das für die Ernährungstherapie?

Die Bewertungsspirale

Die meisten Menschen, die in unsere Praxis kommen, haben eine lange Geschichte hinter sich – und diese Geschichte ist fast immer eine Geschichte des Bewertetwerdens. Der Hausarzt, der beim Blick auf die Waage die Stirn runzelt. Die Mutter, die am Esstisch sagte: „Nimmst du dir wirklich noch ein Stück?" Die Freundin, die „nur helfen möchte", wenn sie auf den Kaloriengehalt hinweist. Die Social-Media-Timeline, die signalisiert: Dein Körper ist ein Problem, das gelöst werden muss.

In meinem Beitrag über Scham in der Ernährungstherapie habe ich gezeigt, dass diese permanente Bewertung keine Motivation erzeugt, sondern Scham – und Scham lähmt, statt zu verändern. Scham sagt: Ich bin falsch. Und wer glaubt, falsch zu sein, kann keine Änderung von Verhalten als sinnvoll empfinden. Er müsste sich selbst ändern – und das ist unmöglich.

Mitgefühl durchbricht diese Spirale. Nicht durch eine neue Strategie, nicht durch ein besseres Argument – sondern durch eine Erfahrung: die Erfahrung, verstanden zu werden, ohne bewertet zu werden. Das klingt einfach. In Wirklichkeit ist es für viele Klient*innen die erschütterndste Erfahrung des gesamten therapeutischen Prozesses.

Nur um das klarzustellen: Mitfühlen ist nicht Zustimmung. Wenn ich mitfühlend verstehe, warum Katrin* am Samstagabend eine Packung Kekse gegessen hat, heißt das nicht, dass ich bestreite, dass dieses Essverhalten (für Katrin*) problematisch ist. Es heißt, dass ich verstehen möchte, welche Funktionen das Verhalten in ihrem emotionalen Haushalt erfüllt – und dass ich dieses Verständnis vor jede Intervention stelle. Rogers wusste: Die Beziehung muss stehen, bevor Veränderung möglich ist. In meinem Beitrag über Ernährungstherapie als mehr als Verhaltensänderung habe ich beschrieben, warum verhaltenstherapeutische Werkzeuge allein nicht ausreichen. Mitgefühl ist ein Grund dafür. Ohne es sind Ernährungspläne nichts als Zettel am Kühlschrank.

Kohut: Von „angemessener Empathie" zum Mitgefühl

Der Psychoanalytiker Heinz Kohut, Begründer der Selbstpsychologie, ging noch einen Schritt weiter als Rogers. Für Kohut war Empathie nicht nur eine Voraussetzung der Therapie, sondern ihr zentraler Wirkfaktor: „Nicht mehr allein die Bewusstmachung des zuvor Unbewussten bewirkt die Heilung des Selbst, sondern diese wird vor allem dadurch ermöglicht, dass der Analytiker den Patienten mit angemessener Empathie begleitet" (Kohut, 1984). Das Wort „angemessen" verdient Beachtung: Kohut meinte damit nicht dosierte Empathie, sondern eine Empathie, die bereits die Qualität von Mitgefühl trägt – warm, stabil, nicht überflutend. Auch Kohut tastete sich, wie Rogers, an eine Unterscheidung heran, die erst Singer neurobiologisch einlösen würde.

Was Kohut damit beschrieb, erleben wir in der Ernährungstherapie täglich: Ein Mensch, dessen Essverhalten jahrzehntelang als Problem behandelt wurde, macht zum ersten Mal die Erfahrung, dass jemand sein Verhalten als Ausdruck versteht – als Ausdruck von Bedürfnissen, die nie gehört wurden. Als Ausdruck einer Selbstfindung, die nie stattfinden durfte. In dieser Erfahrung liegt kein Ratschlag, keine Technik, kein Ernährungsplan. Aber in ihr liegt die Möglichkeit, dass der Klient beginnt, sich selbst anders zu sehen. Und wer sich anders sieht, isst womöglich anders – nicht weil er es soll, sondern weil er es will.

Die Harvard-Grant-Studie hat über 75 Jahre gezeigt, dass die Qualität unserer Beziehungen der stärkste Prädiktor für Gesundheit und Lebenszufriedenheit ist. In meinem Beitrag über die drei Säulen für ein erfülltes Leben habe ich Freuds Diktum beschrieben, dass psychische Gesundheit in der Fähigkeit besteht, „lieben und arbeiten" zu können. Liebesfähigkeit, so habe ich dort argumentiert, schließt Bindungsfähigkeit und Mitgefühl ein. Was Kohut ergänzt: Mitgefühl – das, was Kohut „angemessene Empathie" und Rogers „Empathie mit Als-ob-Qualität" nannten – ist nicht nur eine Fähigkeit, die der Gesunde besitzt. Es ist das Mittel, durch das Gesundheit entsteht.

Mitgefühl in der Ernährungstherapie heißt nicht: „Ich verstehe, was Sie essen." Es heißt: „Ich verstehe, was das Essen für Sie bedeutet – und ich bin für Sie da, während Sie es herausfinden."


V. Frühes Mitgefühl: Wie Verstehen entsteht – und wie es verloren geht

Wie kommt es, dass manche Menschen mitfühlend mit sich selbst und ihrem Essverhalten umgehen können – während andere in einem endlosen Kreislauf aus Kontrolle, Kontrollverlust und Selbstverurteilung gefangen sind?

Winnicott gab darauf eine Antwort, die zugleich schlicht und tiefgründig ist: Mitgefühl wird mitfühlend gelernt. Das Kind, dessen Mutter seine Bedürfnisse einfühlsam wahrnimmt und angemessen beantwortet, entwickelt die Fähigkeit, seine eigenen Zustände zu erkennen und zu benennen. Es lernt: Meine Gefühle sind real. Sie werden gehört. Sie haben einen Sinn. Auf dieser Grundlage entsteht das, was Winnicott das „Wahre Selbst" nannte – ein Kern innerer Echtheit, aus dem heraus das Kind die Welt erkunden kann.

Wo dieses frühe Mitgefühl fehlt – wo das Kind lernt, dass seine Gefühle unerwünscht, lästig oder unsichtbar sind –, entwickelt sich stattdessen ein „Falsches Selbst": eine Anpassungsleistung, die nach außen funktioniert, aber innerlich hohl bleibt. In meinem Beitrag über Frieden habe ich beschrieben, wie Martin Buber „echtes Vertrauen" zwischen Menschen als Voraussetzung für wahren Frieden betrachtete. Mitgefühl ist, in Bubers Sprache, die Grundlage dieses Vertrauens – und es beginnt am Esstisch.

Der kanadische Arzt und Suchtspezialist Gabor Maté, dessen Arbeit ich in meinem Beitrag über Essen als Sucht rezensiert habe, hat eindrücklich gezeigt, wie frühkindliche Traumata die Fähigkeit zur Selbstregulation zerstören können. Wer nie mitfühlend wahrgenommen wurde, hat nie gelernt, seine eigenen Gefühle als sinnvolle Signale zu lesen. Stattdessen werden Gefühle zu Feinden – zu Zuständen, die betäubt, unterdrückt oder durch Essen reguliert werden müssen.

Das therapeutische Mitgefühl in der Ernährungsberatung bietet diesen Menschen mitunter etwas, das sie nie hatten: einen Raum, in dem ihre Gefühle gehalten werden, ohne bewertet zu werden. In dem der Griff zur Schokolade nicht als Schwäche, sondern als einst sinnvolle Überlebensstrategie verstanden wird. In dem die frühen Ernährungsberater unseres Lebens – die Eltern, die Liebe in Form von Kuchen servierten oder Essen als Bestrafung einsetzten – nicht verurteilt, sondern in ihrem eigenen Kontext begriffen werden.


VI. Die Grenzen von Empathie und Mitgefühl – und warum sie keine Schwäche sind

An dieser Stelle könnte der Eindruck entstehen, Empathie und Mitgefühl seien die Antwort auf alles. Das sind sie nicht. Und es wäre unredlich, das zu verschweigen.

In meinem Beitrag über Lebenskunst habe ich Emmanuel Lévinas zitiert, der meinte, es sei „generell unmöglich, einen anderen Menschen wirklich zu begreifen." Das klingt nach Resignation. In Wahrheit ist es das Gegenteil: Weil wir den Anderen nie vollständig verstehen können, müssen wir immer weiter fragen, immer weiter zuhören, immer weiter verstehen wollen. Empathie ist kein Zustand, den man erreicht. Sie ist ein Prozess, der nie abgeschlossen ist.

Das schützt vor einer Gefahr, die Rogers selbst nicht immer thematisierte: der Illusion des vollständigen Verstehens. „Ich weiß genau, wie Sie sich fühlen" ist kein empathischer Satz. Er ist eine Anmaßung. Er schließt den Raum, den die Empathie öffnen soll. Der wahrhaft empathische Satz klingt eher so: „Ich glaube zu verstehen, was Sie meinen – aber korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege."

Rogers wusste das. Sein therapeutischer Ansatz war von Grund auf nicht-direktiv: Nicht der Therapeut weiß, was der Klient braucht – der Klient weiß es selbst. Die Aufgabe des Therapeuten ist es, durch empathisches Verstehen die Bedingungen zu schaffen, unter denen der Klient es herausfinden kann. In der Sprache der Selbstfindung: „Wer zu sich selbst finden will, darf andere nicht nach dem Weg fragen" – aber er darf jemanden brauchen, der ihn auf dem Weg begleitet.

Die „Als-ob"-Qualität, die Rogers der Empathie einschrieb, schützt vor zwei Gefahren zugleich:

  1. Vor Gefühlsansteckung (zu nah): Wer die Grenze zum eigenen Selbst verliert, kann den Anderen nicht mehr halten.
  2. Vor Kälte (zu fern): Wer sich hinter professioneller Distanz verschanzt, kann den Anderen nicht mehr erreichen.

Das Mitgefühl bewohnt den Raum dazwischen. Und dieser Raum ist nie bequem. In meinem Beitrag über die Geschichte von Mark habe ich versucht, mich empathisch einer Lebensrealität zu nähern, die von außen befremdlich wirkt – die zwanghafte Perfektion eines Fitnessinfluencers, hinter der sich existenzielle Angst verbirgt. Es wäre leicht gewesen, Mark zu bemitleiden oder zu verurteilen. Mitgefühl verlangt das Schwierigere: zu verstehen, ohne zu billigen. Nahe zu sein, ohne sich zu verlieren.

Mitgefühl ist keine Technik, die man beherrscht. Es ist eine Übung, die nie endet.

Und auch Mitgefühl kann an seine Grenzen stoßen – dann nämlich, wenn die Psyche der Therapeutin die projizierten Affekte nicht mehr in warmherzige Fürsorge transformieren kann. Der Psychoanalytiker Wilfred Bion hat für diesen Transformationsprozess ein Modell entwickelt, das ich in einem kommenden Beitrag ausführlich beschreiben werde: das Containing.


VII. Mitgefühl nach innen: Vom Verstehen zum Fürsorgen für sich selbst

Ich möchte mit einer Wendung schließen, die vielleicht die wichtigste ist.

Bisher habe ich die Entwicklung von Empathie zu Mitgefühl als zwischenmenschliches Phänomen beschrieben: Therapeutin versteht Klientin – und transformiert dieses Verstehen in warmherzige Fürsorge. Aber die vielleicht tiefgreifendste Auswirkung dieser Entwicklung zeigt sich nicht zwischen Menschen, sondern in ihnen – als Selbstmitgefühl: die Fähigkeit, dem eigenen Schmerz nicht nur mit Verstehen, sondern mit Wärme zu begegnen.

Was geschieht, wenn ein Mensch lernt, sich selbst mit der gleichen Haltung zu begegnen, die über Rogers' „Als-ob" hinausgeht – nicht nur verstehend, sondern fürsorglich? Wenn er sein eigenes Essverhalten nicht mehr bewertet, sondern zu verstehen und sich darin zu begleiten beginnt? Wenn er sich fragt: Was brauche ich gerade wirklich? – und die Antwort nicht nur aushält, sondern sich selbst dafür nicht verurteilt, auch wenn sie nicht „einen Apfel" lautet?

In meinem Beitrag über den vermeintlichen Klick-Moment habe ich beschrieben, wie nachhaltige Verhaltensänderung eine Identitätsverschiebung voraussetzt. Der „Klick" ist kein plötzliches Ereignis, sondern das Ergebnis eines langen Prozesses – eines Prozesses, in dem ein Mensch sich von der Erzählung „Ich bin jemand, der scheitert" verabschiedet und eine neue Erzählung findet: „Ich bin jemand, der verstehen will, warum er tut, was er tut." Diese neue Erzählung ist nichts anderes als Mitgefühl – nach innen gerichtet: Selbstmitgefühl.

In meinem Beitrag über den goldenen dritten Weg habe ich beschrieben, wie Selbstdisziplin dann nachhaltig wird, wenn sie nicht aus Gehorsam oder Willenskraft entsteht, sondern aus der Verbundenheit mit dem eigenen zukünftigen Selbst. Diese Verbundenheit ist Selbstmitgefühl: die Fähigkeit, sich selbst so zu begleiten, wie ein guter Therapeut den Klienten begleitet – mit Klarheit, ohne Urteil, mit Wärme.

In meinem Beitrag über die Psychologie des Jojo-Effekts habe ich beschrieben, wie der Kreislauf aus Diät, Kontrollverlust und Wiederzunahme kein Zeichen von Willensschwäche ist, sondern ein neurobiologisch vorhersagbares Muster, das sich nur durchbrechen lässt, wenn wir aufhören, unser Wohlbefinden an eine Zahl auf der Waage zu knüpfen. Selbstmitgefühl heißt hier: den eigenen Kreislauf nicht als Versagen zu betrachten, sondern als Ausdruck eines Systems, das versucht, ein Gleichgewicht zu finden. In meinem Beitrag über Salutogenese habe ich Aaron Antonovskys Konzept des Kohärenzgefühls beschrieben: die Erfahrung, dass die Welt – und das eigene Leben – verstehbar, handhabbar und sinnhaft ist. Selbstmitgefühl ist die innere Voraussetzung dafür. Denn wer sich selbst nicht mit Wärme begegnet, kann auch sein Leben nicht als sinnhaft erleben.


Schluss: Die leiseste Revolution

Mitgefühl hat keine Lobby. Es lässt sich nicht in Algorithmen gießen, nicht auf Diätpläne drucken, nicht in Vorher-Nachher-Fotos übersetzen. Es geschieht leise, in einem Raum zwischen zwei Menschen, und sein Erfolg ist oft unsichtbar: Ein Klient, der zum ersten Mal nicht nickt und anschließend das Gegenteil tut. Eine Klientin, die zum ersten Mal ausspricht, was sie wirklich fühlt – weil sie zum ersten Mal glaubt, dass jemand es hören will.

Rogers hat einmal geschrieben: „Das Paradoxe ist: Wenn ich mich so akzeptieren kann, wie ich bin, dann kann ich mich verändern." Diesen Satz dürfen wir heute – mit Singer, mit Bloom, mit sechzig Jahren Forschung im Rücken – zu Ende denken. Die Akzeptanz, die Rogers meinte, ist mehr als empathisches Verstehen. Sie ist Mitgefühl: die warme, stabile Fürsorge, die den Anderen nicht verändert, sondern die Bedingungen schafft, unter denen Veränderung möglich wird. Rogers ahnte das. Singer hat es gemessen. Und wir, in der Ernährungstherapie, erleben es täglich.

Theorien wachsen. Rogers' Empathiebegriff war ein Anfang – ein genialer, intuitiver Anfang. Dass die Neurowissenschaft ihn heute in seine Bestandteile auflösen und präzisieren kann, ist kein Widerspruch, sondern Wissenschaft in ihrer schönsten Form: das immer genauere Verstehen dessen, was heilt.

In einer Welt, die uns ständig auffordert, uns zu optimieren, zu disziplinieren und zu kontrollieren, ist der Weg vom Verstehen zum Mitgefühl die leiseste und zugleich radikalste Revolution: die Entscheidung, einem Menschen – oder sich selbst – zu sagen: Ich will nicht, dass du anders bist. Ich will verstehen, wer du bist. Und ich bin für dich da, während du es herausfindest.

Und manchmal, in den besten Momenten, beginnt der Andere dann, für sich selbst da zu sein.


* Namen und biografische Details wurden zum Schutz der Persönlichkeitsrechte verändert.


Quellenverzeichnis:

  • Bloom, P. (2016). Against Empathy: The Case for Rational Compassion. Ecco.
  • Bolognini, S. (2012). Die psychoanalytische Einfühlung. 2. Auflage. Psychosozial-Verlag, Gießen.
  • Klimecki, O. M., Leiberg, S., Ricard, M. & Singer, T. (2014). Differential pattern of functional brain plasticity after compassion and empathy training. Social Cognitive and Affective Neuroscience, 9(6), 873–879.
  • Kohut, H. (1984). How does Analysis cure? The University of Chicago Press.
  • Popper, K. R. (1935/2005). Logik der Forschung. 11. Auflage. Mohr Siebeck, Tübingen.
  • Rogers, C. R. (1957). The necessary and sufficient conditions of therapeutic personality change. Journal of Consulting Psychology, 21(2), 95–103.
  • Rogers, C. R. (1959). A theory of therapy, personality, and interpersonal relationships as developed in the client-centered framework. In S. Koch (Hrsg.), Psychology: A Study of a Science (Bd. 3, S. 184–256). McGraw-Hill.
  • Singer, T. & Bolz, M. (Hrsg.) (2013). Mitgefühl in Alltag und Forschung. Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig.
  • Singer, T. & Klimecki, O. M. (2014). Empathy and compassion. Current Biology, 24(18), R875–R878.
  • Winnicott, D. W. (1985). Reifungsprozesse und fördernde Umwelt. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main.

Hat dieser Artikel Ihr Interesse geweckt?

Ob für Sie persönlich oder für Ihr Unternehmen – wir finden den passenden Weg zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch.

Jetzt Kontakt aufnehmen
Termin buchen