Stellen Sie sich vor, Sie besitzen einen wertvollen Oldtimer. Sie würden ihn wahrscheinlich nicht jahrelang im Regen stehen lassen, ohne den Lack zu pflegen, oder? Wir alle wissen: Feuchtigkeit und kleine Kratzer führen irgendwann zu Rost. Und wenn der Rost erst einmal tief sitzt, wird die Reparatur aufwendig.
Ganz ähnlich verhält es sich mit unserem kostbarsten Besitz: unserem eigenen Körper, genauer gesagt, unseren Blutgefäßen. Als Ökotrophologe und ernährungspsychologisch geschulter Ernährungstherapeut hier bei VerumVita® in Hannover erlebe ich oft, dass Patienten erst zu uns kommen, wenn der „Motor" schon stottert.
Doch die gute Nachricht ist: Sie haben das Werkzeug für die Wartung selbst in der Hand – jeden Tag, dreimal täglich, mit Messer und Gabel.
In diesem Artikel möchte ich Sie mitnehmen auf eine Reise durch Ihre Blutbahnen. Wir schauen uns an, was Arteriosklerose wirklich ist, warum Entzündungen dabei die Hauptrolle spielen und wie Sie mit einer genussvollen Ernährung Ihre Gefäße schützen können – ohne dabei das Gefühl zu haben, auf alles verzichten zu müssen.
Wenn die Leitungen „rosten": Ein Blick in Ihre Gefäße
Viele Menschen denken bei Arteriosklerose (oft umgangssprachlich „Arterienverkalkung" genannt) an ein einfaches Abflussrohr, das durch zu viel Fett verstopft. Doch dieses Bild ist medizinisch nicht ganz korrekt und verharmlost das Geschehen.
Stellen Sie sich Ihre Gefäßinnenwände (das Endothel) eher wie eine sehr empfindliche, glatte Beschichtung vor. Durch verschiedene Einflüsse – etwa hohen Blutdruck, Rauchen, hohe Blutzuckerwerte oder Stress – entstehen winzige Risse oder Verletzungen in dieser Schicht. Das ist der Moment, in dem das Immunsystem reagiert: Es entstehen kleine, stille Entzündungen.
Um diese „Kratzer" zu reparieren, lagert der Körper Cholesterin (speziell das LDL-Cholesterin) und Kalzium an den betroffenen Stellen ab. Das ist, bildlich gesprochen, wie „Rost", der sich an einer beschädigten Stelle im Metall festsetzt. Mit der Zeit wachsen diese Ablagerungen (Plaques), verhärten sich und verengen das Gefäß. Das Blut kann nicht mehr ungehindert fließen.
Das Entscheidende hierbei ist: Die Entzündung ist der Treibstoff für diesen Prozess. Wenn wir es also schaffen, die Entzündungsneigung im Körper zu senken, entziehen wir der Arteriosklerose den Nährboden.
Und genau hier kommt die „Ernährung als Medizin" ins Spiel.
Die Ernährung als Medizin: Feuerlöscher auf dem Teller
Wenn wir in unserer Praxis in der Karmarschstraße Patienten beraten, geht es nicht darum, Kalorien zu zählen, sondern die Qualität der Nahrungsmittel zu verbessern. Wir wollen Lebensmittel, die wie kleine Feuerlöscher im Körper wirken und diese stillen Entzündungen beruhigen.
Nach den Standards der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) und aktuellen studienbasierten Erkenntnissen sind folgende Lebensmittelgruppen Ihre besten Verbündeten:
Die Kraft der Farben: Gemüse und Beeren
Pflanzenstoffe sind der effektivste Rostschutz. Besonders die sogenannten Polyphenole (Farbstoffe in Obst und Gemüse) wirken stark antioxidativ.
- Beeren: Ob Heidelbeeren, Himbeeren oder Brombeeren – sie sind vollgepackt mit Anthocyanen, die Entzündungen hemmen.
- Grünes Blattgemüse: Spinat, Mangold und Rucola liefern nicht nur Vitamine, sondern auch wertvolle Mineralstoffe, die den Blutdruck regulieren.
- Kreuzblütler: Brokkoli und Kohl enthalten Senföle, die das Immunsystem positiv modulieren.
Gute Fette statt „Fettfrei"
Lange Zeit wurde Fett verteufelt. Heute wissen wir: Es kommt auf das richtige Fett an. Omega-3-Fettsäuren wirken stark antientzündlich, während ein Zuviel an Omega-6-Fettsäuren (oft in billigen Pflanzenölen, Fertigprodukten und Fleisch aus Massentierhaltung) Entzündungen fördern kann.
- Öle: Setzen Sie auf Leinöl, Walnussöl und hochwertiges Olivenöl.
- Nüsse: Eine Handvoll Walnüsse am Tag ist ein wunderbarer Gefäßschutz.
- Fisch: Fettreiche Seefische wie Lachs, Makrele oder Hering (aus nachhaltigem Fang) sind Top-Lieferanten für EPA und DHA, die potentesten Omega-3-Fettsäuren.
Gewürze als Medizin
Kurkuma, Ingwer und Knoblauch sind mehr als nur Geschmacksgeber. Sie enthalten bioaktive Substanzen, die nachweislich Entzündungsmarker im Blut senken können.
Die Hürde im Kopf: Warum der Griff zum Zucker so menschlich ist
Vielleicht nicken Sie gerade und denken: „Ich weiß das eigentlich alles. Aber warum lande ich abends auf dem Sofa doch wieder bei der Schokolade oder dem Weißbrot?"
Hier spricht der Ernährungspsychologe in mir: Machen Sie sich keine Vorwürfe. Ihr Verhalten ist zutiefst menschlich und biologisch erklärbar. Unser Gehirn ist darauf programmiert, Energie zu sichern. Zucker und Weißmehl liefern schnelle Energie und sorgen für einen raschen Dopamin-Ausstoß – unser Belohnungssystem springt an.
Diese Zusammenhänge beschreiben wir ausführlich in unserem Artikel über Essen als Sucht.
Besonders in stressigen Phasen sucht unser Gehirn nach Sicherheit und Entspannung. Zucker wirkt kurzfristig stresslindernd (er senkt das Cortisol). Wir essen also oft nicht aus Hunger, sondern um Emotionen zu regulieren. In der modernen Umgebung, ob beim schnellen Einkauf in der Markthalle Hannover oder im Supermarkt um die Ecke, sind diese hochverarbeiteten „Tröster" allgegenwärtig.
Das Problem: Diese Lebensmittel lassen den Blutzucker Achterbahn fahren. Die darauf folgende hohe Insulinausschüttung ist wiederum ein Brandbeschleuniger für Entzündungen. Ein Teufelskreis beginnt – den wir auch bei Diabetes Typ 2 beobachten.
Strategie: Genussvoller Gefäßschutz im Alltag
Wie kommen wir aus diesem Kreislauf heraus, ohne asketisch leben zu müssen? Verzicht erzeugt meist nur Heißhunger. Bei VerumVita® setzen wir daher auf das Prinzip: Hinzufügen statt Weglassen.
In unserem VerumVita®-Manifest 2026 haben wir diese Haltung klar formuliert: Wir arbeiten mit Ihrem Körper, nicht gegen ihn.
Hier sind drei Strategien, die wir oft gemeinsam mit unseren Patienten entwickeln:
Der „Crowding-Out"-Effekt
Versuchen Sie nicht krampfhaft, das Ungesunde zu streichen. Konzentrieren Sie sich darauf, das Gute hinzuzufügen. Wenn Sie Ihren Teller zur Hälfte mit buntem Gemüse füllen und dazu eine hochwertige Eiweißquelle essen, sind Sie satter und zufriedener. Es bleibt schlicht weniger Platz für die entzündungsfördernden Dinge.
Diesen Ansatz beschreiben wir auch in unserem Artikel über Gewichtsregulation und Abnehmen.
Vorbereitung ist der halbe Schutz
Heißhunger entsteht oft, wenn nichts „Gescheites" da ist. Ein kleines „Meal Prep" kann Wunder wirken:
- Haben Sie immer ein paar gesundheitsförderliche Snacks dabei (Nüsse, Snacktomaten o.ä.).
- Kochen Sie eine größere Portion Linseneintopf oder Ofengemüse vor.
- Ein Naturjoghurt/Skyr mit Beeren und Leinsamen ist in 2 Minuten zubereitet und ein perfektes Frühstück.
Die 80/20-Regel
Perfektion ist ein Stressfaktor – und Stress fördert Entzündungen. Wenn Sie sich zu 80 % antientzündlich und nährstoffreich ernähren, verkraftet Ihr Körper auch die 20 % „Seelennahrung" bei der Geburtstagsfeier oder dem Restaurantbesuch. Es geht um die Balance, nicht um Dogmen.
Ihr persönlicher „Gefäß-Schutz-Plan"
Arteriosklerose ist ein schleichender Prozess, aber er ist umkehrbar oder zumindest aufhaltbar. Die Ernährung ist dabei ein mächtiges Werkzeug, doch sie muss zu Ihnen und Ihrem Leben passen. Was für den einen funktioniert, ist für den anderen im stressigen Berufsalltag kaum umsetzbar.
Genau hier setzen wir an. In der Region Hannover arbeiten wir eng mit einem großen Netzwerk aus Hausärzten und Diabetologen zusammen, um Ihre Blutwerte und Ihre Ernährungsgewohnheiten in Einklang zu bringen.
Wussten Sie schon? Eine Ernährungstherapie wird von den meisten Krankenkassen bezuschusst. Bei einer ärztlichen Notwendigkeitsbescheinigung übernehmen die Kassen in der Regel zumindest einen Anteil der Kosten für die ernährungstherapeutischen Sitzungen.
Mehr über die Kostenübernahme und was eine qualifizierte Ernährungsberatung ausmacht, erfahren Sie in unserem entsprechenden Blogbeitrag.
Wir helfen Ihnen dabei, die Stolpersteine Ihres Alltags zu identifizieren und Lösungen zu finden, die schmecken und gut tun. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass Ihre Gefäße elastisch und frei bleiben.
Möchten Sie Ihren persönlichen Rostschutz starten?
Wir sind für Sie da. Vereinbaren Sie gerne ein unverbindliches Kennenlerngespräch oder direkt Ihren Termin in unserer Praxis im Herzen von Hannover, direkt an der Karmarschstraße.
Ihr Team von VerumVita®
VerumVita® Praxis für Ernährungstherapie & Ernährungspsychologie
Karmarschstraße 46, 30159 Hannover
Über den Autor
Julian Jaschinger ist Ökotrophologe (B.Sc.), Ernährungstherapeut und besitzt ein Hochschulzertifikat in Ernährungspsychologie. Seine Praxis befindet sich am "Bauch von Hannover" (Markthalle). Seit der Gründung 2017 verbindet sein Ansatz wissenschaftliche Ernährungstherapie mit psychologischen und philosophischen Prinzipien für ein gesundes Verhältnis zu Nahrung und Körper. Weitere Informationen unter verumvita.de.
Medizinischer Hinweis
Disclaimer: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder erhöhten Blutfettwerten ist eine ärztliche Begleitung unerlässlich. Besprechen Sie Ernährungsumstellungen immer mit Ihrem behandelnden Arzt oder Kardiologen. Die hier dargestellten Ansichten spiegeln die fachliche Meinung des Autors wider und basieren auf dem aktuellen Stand der Ernährungswissenschaft.
