Die Diagnose „Diabetes Typ 2" trifft viele Menschen wie ein Schlag. Im ersten Moment hören die meisten Patienten vor allem eines: „Nie wieder". Nie wieder Kuchen, nie wieder Nudeln, nie wieder Genuss.
Doch genau dieser Gedanke ist oft der erste Schritt in einen Teufelskreis, der dem Blutzucker mehr schadet als nützt. In diesem Artikel erfahren Sie, warum wir bei VerumVita® nicht an starre Verbote glauben und wie Sie mit einer cleveren Ernährungsstrategie Ihre Werte verbessern, ohne die Lebensfreude zu verlieren.
Der Schock nach der Diagnose: „Darf ich jetzt gar nichts mehr essen?"
Vielleicht kennen Sie diese Situation: Sie sitzen beim Arzt, die Blutergebnisse liegen auf dem Tisch, und plötzlich fällt das Wort „Diabetes". Auf dem Heimweg kreisen die Gedanken. Der geplante Pizza-Abend mit der Familie fühlt sich plötzlich an wie eine Straftat. Die Angst vor Folgeschäden mischt sich mit der Sorge, ab sofort ein Leben voller Verzicht führen zu müssen.
Wir erleben das fast täglich in unseren Beratungsgesprächen. Viele Menschen kommen mit einer langen Liste von Lebensmitteln zu uns, die sie sich selbst verboten haben.
Doch wir möchten Sie gleich zu Beginn beruhigen: Eine diabetesgerechte Ernährung bedeutet heute nicht mehr, dass Sie wie ein Asket leben müssen.
Im Gegenteil: Eine Ernährung, die Spaß macht, ist die einzige, die Sie langfristig durchhalten – und genau darauf kommt es beim HbA1c-Wert (dem Langzeitblutzucker) an.
Kurz erklärt: Was passiert eigentlich bei Insulinresistenz?
Um zu verstehen, warum Verbote oft scheitern, lohnt sich ein kurzer, verständlicher Blick in den Körper. Stellen Sie sich Ihre Körperzellen wie kleine Häuser vor, die Energie (Zucker aus dem Blut) benötigen. Das Hormon Insulin ist der Schlüssel, der die Tür aufschließt, damit der Zucker hineinkann.
Bei Prä-Diabetes und Diabetes Typ 2 ist dieser Schlüssel nicht kaputt, aber das Schloss klemmt (die sogenannte Insulinresistenz). Der Zucker bleibt im Blut stehen und klopft vergeblich an, während die Zelle drinnen hungert. Die Bauchspeicheldrüse arbeitet auf Hochtouren, um immer mehr Schlüssel (Insulin) zu produzieren, bis sie irgendwann erschöpft ist.
Die Lösung der modernen Ernährungstherapie liegt nun nicht zwingend darin, dem Körper nie wieder Kohlenhydrate zu geben. Es geht vielmehr darum, dem Körper zu helfen, die Kohlenhydrate langsamer und schonender zu verarbeiten, damit das „klemmende Schloss" nicht überfordert wird.
Die Psychologie des Verzichts: Warum Diäten scheitern
Warum funktionieren radikale Diäten („Ab morgen keine Kohlenhydrate mehr!") fast nie langfristig? Die Antwort liefert die Ernährungspsychologie. Mehr zu diesem Thema finden Sie auch in unserem VerumVita®-Manifest 2026.
Das „Rosa-Elefanten-Phänomen"
Wenn wir Ihnen sagen: „Denken Sie jetzt auf keinen Fall an einen rosa Elefanten", woran denken Sie? Richtig. Genauso funktioniert unser Gehirn bei Essensverboten.
Wenn Sie sich Brot verbieten, wird Brot plötzlich zum begehrtesten Objekt der Welt.
Das führt zu einer enormen mentalen Anspannung.
Stress ist Gift für den Blutzucker
Und hier schließt sich der physiologische Kreis: Wenn Sie sich durch strenge Diätpläne stressen, schüttet Ihr Körper (unter anderem) Cortisol aus. Cortisol ist ein Stresshormon, das – und das wissen viele nicht – den Blutzucker ansteigen lässt, da es die Leber anregt, Zuckerreserven freizugeben.
Wer sich also extrem stresst, um „perfekt" zu essen, sabotiert unter Umständen seine eigenen Werte. Die Zusammenhänge zwischen Essen und Stress beschreiben wir auch in unserem Artikel über Essen als Sucht.
Der Heißhunger-Teufelskreis
Strenge Verbote führen oft dazu, dass man tagsüber zu wenig isst. Der Blutzucker fällt in den Keller (Hypoglykämie-Gefahr oder einfach Heißhunger), und am Abend wird der Kühlschrank geplündert.
Das Resultat: Ein massiver Blutzuckeranstieg am nächsten Morgen und Schuldgefühle. Ein Kreislauf, den wir durchbrechen müssen.
Der VerumVita®-Ansatz: „Adding" statt „Weglassen"
Wir arbeiten eng mit vielen Hausärzten und Diabetologen im Großraum Hannover zusammen und sehen immer wieder, dass nachhaltige Erfolge nur durch individuelle Anpassung entstehen. Unser Ansatz lautet daher: Adding.
Anstatt uns darauf zu konzentrieren, was Sie vom Teller streichen müssen, schauen wir darauf, was wir hinzufügen können, um die Mahlzeit verträglicher zu machen.
Hinzufügen sollten Sie nicht nur hochwertige Lebensmittel, sondern auch möglichst Bewegung. So wird ein Schuh draus. Diesen Ansatz beschreiben wir auch in unserem Artikel über Gewichtsregulation und Abnehmen.
Wie funktioniert das?
Kohlenhydrate aus Weißmehl (z.B. Nudeln, Brot) lassen den Blutzucker schnell ansteigen. Aber: Wenn diese Kohlenhydrate in Gesellschaft von Eiweiß (Quark, Fisch, Fleisch, Hülsenfrüchte) und Ballaststoffen (Gemüse, Salat, Vollkorn) im Magen ankommen, verlangsamt sich die Verdauung. Der Zucker gelangt nur tröpfchenweise ins Blut.
Die Kurve des Blutzuckers wird flacher. Das bedeutet für Sie:
- ✓ Weniger Insulinbedarf
- ✓ Längere Sättigung
- ✓ Kein Heißhunger
- ✓ Und vor allem: Kein Verbot
Ein konkretes Beispiel: Das Frühstücks-Upgrade
Lassen Sie uns das Theorie-Grau verlassen und in die Praxis eintauchen. Stellen Sie sich ein typisches Frühstück vor, vielleicht mit frischen Brötchen, die Sie sich beim Bäcker in der Nachbarschaft oder in der Markthalle Hannover geholt haben.
Szenario A: Das „schlechte" Frühstück
Zwei helle Weizenbrötchen mit Butter und Erdbeermarmelade. Dazu ein Glas Orangensaft.
Effekt: Purer Zucker, kaum Ballaststoffe. Der Blutzucker schießt raketenartig nach oben und stürzt nach zwei Stunden ab. Sie werden müde und hungrig.
Szenario B: Das „Verbots"-Frühstück
Eine Scheibe Knäckebrot mit Magerquark, kein Saft, kein Spaß.
Effekt: Blutzucker stabil, aber Laune im Keller. Durchhaltedauer: maximal 3 Tage.
Szenario C: Das optimierte „VerumVita-Frühstück"
Sie essen ein Brötchen (vielleicht probieren Sie mal ein Dinkel-Vollkornbrötchen, das schmeckt nussig und lecker). Darauf kommt eine Schicht Quark und dann etwas Marmelade. Dazu essen Sie Rührei mit Tomaten oder knabbern ein paar Radieschen und Gurkenscheiben.
Der Trick: Durch das Eiweiß (Ei, Quark) und die Ballaststoffe (Gemüse, Vollkorn) wird der Zucker aus Brötchen und Marmelade „eingebremst". Sie sind satt, zufrieden und haben Ihren Blutzucker nicht auf die Achterbahn geschickt.
Es geht nicht um Perfektion, sondern um kluge Kombinationen. Ob Sie nun in Linden, der List, der Südstadt oder in der Region Hannover wohnen – überall gibt es Möglichkeiten, diese kleinen „Hacks" in den Alltag zu integrieren, ohne dass Sie spezielle Diät-Produkte kaufen müssen.
Fazit: Ihr Weg ist so individuell wie Sie
Diabetes Typ 2 ist eine ernstzunehmende Erkrankung, aber sie bedeutet nicht das Ende von Genuss und Lebensqualität. Ganz im Gegenteil: Viele unserer Patienten berichten uns, dass sie durch die Ernährungsumstellung erst wieder gelernt haben, bewusst zu genießen und sich in ihrem Körper wohler fühlen.
Wichtig ist, dass Sie nicht auf gefährliche Halbwahrheiten aus dem Internet hören, sondern Ihren eigenen Weg finden. Eine professionelle und qualifizierte Ernährungsberatung ist dabei der Goldstandard.
Wussten Sie schon? Da Sie eine medizinische Diagnose haben, können Sie sich von Ihrem Arzt eine Ernährungstherapie nach § 43 SGB V verordnen lassen. Die meisten Krankenkassen übernehmen einen Großteil der Kosten. Sie benötigen dafür lediglich eine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung (Muster 16 oder ein formloses Schreiben).
Lassen Sie uns gemeinsam Ihren Blutzucker zähmen
Wir bei VerumVita® sind darauf spezialisiert, mit Ihnen gemeinsam Strategien zu entwickeln, die in Ihren Alltag passen – und nicht in ein Lehrbuch. Wir schauen uns an, was Sie gerne essen, und gestalten es mit Ihnen auf Augenhöhe so, dass es Ihrer Gesundheit dient.
Möchten Sie den ersten Schritt machen? Vereinbaren Sie Ihren Termin für ein Erstgespräch in unserer Praxis in der Karmarschstraße, direkt im Herzen von Hannover.
Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen und Sie auf Ihrem Weg zu begleiten!
VerumVita® Praxis für Ernährungstherapie & Ernährungspsychologie
Karmarschstraße 46, 30159 Hannover
Über den Autor
Julian Jaschinger ist Ökotrophologe (B.Sc.), Ernährungstherapeut und besitzt ein Hochschulzertifikat in Ernährungspsychologie. Seine Praxis befindet sich am "Bauch von Hannover" (Markthalle). Seit der Gründung 2017 verbindet sein Ansatz wissenschaftliche Ernährungstherapie mit psychologischen und philosophischen Prinzipien für ein gesundes Verhältnis zu Nahrung und Körper. Weitere Informationen unter verumvita.de.
Medizinischer Hinweis
Disclaimer: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Diabetes Typ 2 ist eine ärztliche Begleitung unerlässlich. Besprechen Sie Ernährungsumstellungen immer mit Ihrem behandelnden Arzt oder Diabetologen. Die hier dargestellten Ansichten spiegeln die fachliche Meinung des Autors wider und basieren auf dem aktuellen Stand der Ernährungswissenschaft.
