VerumVita - Wahres Leben

Stress isst mit: Der übersehene Zusammenhang zwischen Anspannung, Ernährung und Blutdruck

Titelbild für Stress isst mit: Der übersehene Zusammenhang zwischen Anspannung, Ernährung und Blutdruck

Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Blutdruck-Messgerät manchmal eher Ihren Stresspegel als Ihre Gesundheit misst? Wenn die Manschette am Oberarm enger wird, steigt oft auch die innere Anspannung.

Bluthochdruck (Hypertonie) ist ein stiller Begleiter. Er tut nicht weh, man sieht ihn nicht, und doch wissen wir alle um seine Risiken. Wer die Diagnose erhält, bekommt meist sofort den klassischen Dreiklang der Ratschläge zu hören: „Weniger Salz, nehmen Sie ein paar Kilo ab und verzichten Sie auf Alkohol."

Das ist fachlich absolut korrekt. Doch als Ökotrophologen und Ernährungspsychologen bei VerumVita® wissen wir: Wissen allein reicht oft nicht aus. Wenn es so einfach wäre, hätten wir alle ideale Werte. Die Hürde liegt nicht im Verstehen, sondern im Tun – mitten im hektischen Alltag.

In diesem Artikel schauen wir hinter die Kulissen der Hypertonie. Wir beleuchten den oft vergessenen Faktor Stress und zeigen Ihnen, wie Sie mit Genuss und ohne strengen Verzicht Ihr Herz entlasten können.


Warum Standard-Tipps oft im Alltag scheitern

Stellen Sie sich vor: Sie hatten einen langen, fordernden Tag. Vielleicht standen Sie im Stau auf dem Messeschnellweg oder die Bahn hatte Verspätung. Sie kommen nach Hause, sind erschöpft und hungrig. In diesem Moment ist der gut gemeinte Rat „Iss gedünstetes Gemüse ohne Salz" meist chancenlos gegen das Bedürfnis nach schneller Entspannung und „Seelenfutter".

Das ist kein Zeichen von Charakterschwäche. Das ist Biologie.

Wenn wir unter Druck stehen, greifen alte Muster. Wir suchen nach Belohnung und Beruhigung. Leider haben sich unser Gehirn und unsere Geschmacksknospen darauf konditioniert, dass Salziges und Fettiges besonders schnell „Entspannung" signalisieren. Die Tüte Chips auf dem Sofa ist oft weniger Hunger, sondern vielmehr der Versuch, den Stress des Tages abzubauen.

Diese Zusammenhänge beschreiben wir ausführlich in unserem Artikel über Essen als Sucht.


Der Missing Link: Die Stress-Blutdruck-Achse

Hier liegt der entscheidende Hebel, den wir in der klassischen Ernährungsberatung oft übersehen: Stress treibt den Blutdruck doppelt in die Höhe.

  • Die physiologische Ebene: Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin verengen die Gefäße und lassen das Herz schneller schlagen. Der Druck steigt, damit der Körper (theoretisch) bereit für Kampf oder Flucht ist.
  • Die Verhaltensebene: Stress verändert unser Essverhalten. Unter Anspannung neigen wir dazu, hastiger zu essen, weniger zu kauen und zu salz- sowie kalorienreicheren Lebensmitteln zu greifen.
  • Die emotionale Ebene: Durch den empfundenen Stress empfinden wir weniger emotionale Befriedigung beim Essen. Dadurch brauchen wir tendenziell größere Mengen an Zucker, Salz und Kalorien, um unser Belohnungssystem zu beruhigen.

Salz (Natrium) bindet Wasser im Körper, was das Blutvolumen erhöht und den Druck in den Gefäßen weiter steigen lässt. Wenn Stress und salzreiches „Stressessen" zusammenkommen, entsteht ein Teufelskreis, der das Herz dauerhaft belastet.

In unserem VerumVita®-Manifest 2026 haben wir klar formuliert: Wir arbeiten mit Ihrem Körper, nicht gegen ihn.


Der VerumVita®-Weg: Herzgesundheit trifft Ernährungspsychologie

Bei VerumVita® in Hannover gehen wir das Thema anders an. Wir arbeiten nicht mit Verboten, sondern mit Verständnis für Ihre Situation. Unser Ansatz kombiniert evidenzbasierte Ernährungskonzepte wie die mediterrane Ernährung oder die DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension) mit modernen Strategien zur Stressbewältigung und ernährungspsychologischen Prinzipien. Keine stressauslösenden Verbote, sondern hilfreiche Leitlinien.

1. Mehr vom Guten statt weniger vom Schlechten

Anstatt Ihnen sofort den Salzstreuer wegzunehmen, konzentrieren wir uns darauf, was Sie mehr essen dürfen. Der Gegenspieler von Natrium (Salz) ist Kalium. Während Natrium den Blutdruck erhöht, hilft Kalium dabei, ihn zu senken und die Gefäße elastisch zu halten.

Diesen Ansatz des „Adding" statt „Weglassen" beschreiben wir auch in unserem Artikel über Gewichtsregulation und Abnehmen.

Eine mikronährstoffreiche Ernährung ist der beste Blutdrucksenker. Dazu gehören:

  • Gemüse und Obst: Bananen, Aprikosen, Spinat und Kartoffeln sind Kalium-Bomben.
  • Hülsenfrüchte: Linsen und Bohnen liefern wertvolles Eiweiß und Mineralstoffe.
  • Nüsse und Kerne: Eine Handvoll Walnüsse schützt die Gefäße.

Unser Tipp für Hannoveraner: Nutzen Sie die Vielfalt der Region. Ob Sie frisches, saisonales Gemüse in der Markthalle kaufen oder auf einem der vielen Wochenmärkte in der Region Hannover stöbern – frische, unverarbeitete Lebensmittel enthalten von Natur aus wenig Salz, aber viel Geschmack und Kalium. Wer selbst kocht (oder vorkocht), hat die Kontrolle über den Blutdruck quasi im Einkaufskorb.

2. Würzen statt Salzen

Wir müssen Salz nicht komplett verbannen, aber wir können unsere Geschmacksknospen „umschulen". Kräuter sind hier die wahren Helden. Petersilie, Schnittlauch, Rosmarin oder auch exotische Gewürze wie Kurkuma und Chili bringen so viel Aroma an das Essen, dass Sie das Salz automatisch weniger vermissen.

3. Die „Wie"-Komponente: Stressfreies Essen

Hier kommt die Ernährungspsychologie ins Spiel. In unserer Beratung in der Karmarschstraße hören wir oft: „Ich schlinge das Essen nur so runter."

Wenn wir unter Stress essen, ist unser Sympathikus (der „Stress-Nerv") aktiv. Die Verdauung wird gedrosselt, der Blutdruck bleibt oben. Um die Nährstoffe gut aufzunehmen und dem Körper das Signal „Sicherheit" zu geben, müssen wir den Parasympathikus (den „Ruhe-Nerv") aktivieren.


Eine kleine Genussübung für Ihren Alltag

Probieren Sie beim nächsten Essen folgende kleine Übung aus. Sie dauert keine Minute, hat aber eine direkte Auswirkung auf Ihr Nervensystem:

  1. Setzen Sie sich hin (nicht im Stehen oder Gehen essen).
  2. Bevor Sie den ersten Bissen nehmen, atmen Sie mindestens dreimal tief in den Bauch ein und lange wieder aus. Das lange Ausatmen aktiviert den Parasympathikus.
  3. Nehmen Sie den ersten Bissen bewusst wahr. Wie ist die Konsistenz? Wie ist die Temperatur? Welche Gewürze schmecken Sie?
  4. Kauen Sie gründlich.

Diese kurze Innehalten wirkt wie ein „Reset-Knopf" für Ihr Stresssystem. Es signalisiert dem Körper: Die Gefahr ist vorbei, wir können jetzt verdauen und entspannen. Langfristig hilft dieses achtsame Essen nicht nur der Verdauung, sondern senkt auch den Blutdruck.


Zusammenarbeit für Ihre Gesundheit

Bluthochdruck ist komplex. Oft spielen genetische Faktoren, der Stoffwechsel und der Lebensstil zusammen. Deshalb ist uns bei VerumVita® die Vernetzung wichtig. Wir arbeiten eng mit Hausärzten und Diabetologen im Großraum Hannover zusammen, um sicherzustellen, dass unsere Ernährungstherapie bestmöglich auf Ihre medizinische Einstellung abgestimmt ist.

Eine Ernährungsumstellung sollte niemals im Alleingang gegen ärztlichen Rat erfolgen, sondern immer Hand in Hand gehen. Wenn Sie Medikamente nehmen, kann eine erfolgreiche Ernährungsumstellung dazu führen, dass diese (in Absprache mit dem Arzt!) reduziert werden können. Das ist ein riesiger Gewinn an Lebensqualität.

Wussten Sie schon? Da wir als zertifizierte Ökotrophologen und Ernährungstherapeuten arbeiten, werden unsere Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) bezuschusst. Bei einer ärztlichen Notwendigkeitsbescheinigung übernehmen die Kassen in der Regel zumindest einen Anteil der Kosten für die ernährungstherapeutischen Sitzungen.

Mehr über die Kostenübernahme und was eine qualifizierte Ernährungsberatung ausmacht, erfahren Sie in unserem entsprechenden Blogbeitrag.


Fazit: Herzenssache statt Verzicht

Die Diagnose Bluthochdruck muss nicht das Ende von Genuss bedeuten. Im Gegenteil: Eine herzgesunde Ernährung ist bunt, frisch und voller Aromen. Sie schenkt Ihnen Vitalität, wacheren Verstand und mehr Energie für den Alltag.

Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Es geht darum, gute Gewohnheiten zu etablieren, die zu Ihrem Leben passen – auch wenn es mal stressig wird.

Möchten Sie herausfinden, wie Sie Ihre Ernährung ganz individuell anpassen können, um Ihren Blutdruck zu senken und gleichzeitig wieder mehr Ruhe in Ihr Essverhalten zu bringen? Lassen Sie uns gemeinsam schauen, an welchen Stellschrauben wir drehen können.

Vereinbaren Sie gerne Ihren Termin in unserer Praxis für Ernährungstherapie im Herzen von Hannover – wir freuen uns darauf, Sie auf Ihrem Weg zu mehr Herzgesundheit zu begleiten.


VerumVita® Praxis für Ernährungstherapie & Ernährungspsychologie
Karmarschstraße 46, 30159 Hannover


Über den Autor

Julian Jaschinger ist Ökotrophologe (B.Sc.), Ernährungstherapeut und besitzt ein Hochschulzertifikat in Ernährungspsychologie. Seine Praxis befindet sich am "Bauch von Hannover" (Markthalle). Seit der Gründung 2017 verbindet sein Ansatz wissenschaftliche Ernährungstherapie mit psychologischen und philosophischen Prinzipien für ein gesundes Verhältnis zu Nahrung und Körper. Weitere Informationen unter verumvita.de.


Medizinischer Hinweis

Disclaimer: Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Bluthochdruck ist eine ärztliche Begleitung unerlässlich. Besprechen Sie Ernährungsumstellungen immer mit Ihrem behandelnden Arzt oder Kardiologen. Setzen Sie niemals eigenständig blutdrucksenkende Medikamente ab oder reduzieren Sie deren Dosis ohne ärztliche Rücksprache. Die hier dargestellten Ansichten spiegeln die fachliche Meinung des Autors wider und basieren auf dem aktuellen Stand der Ernährungswissenschaft.

Hat dieser Artikel Ihr Interesse geweckt?

Ob für Sie persönlich oder für Ihr Unternehmen – wir finden den passenden Weg zu mehr Gesundheit und Wohlbefinden. Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch.

Jetzt Kontakt aufnehmen