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Wissenschaft & Ehrfurcht

Titelbild für Wissenschaft & Ehrfurcht

Wissenschaft und Ehrfurcht

"Die Einsichten der Wissenschaft liefern uns mehr und nicht weniger Gründe, der Natur gegenüber Ehrfurcht, Achtung und Ehrerbietung zu empfinden"

Ich finde dieses Zitat von Roger Sperry sehr gelungen. In meinen Augen spricht Sperry zwei bedeutende und aktuelle Themen an:

  1. Die Wissenschaft sollte die Welt neugierig erforschen, sie betrachten und wahrnehmen. Aber nicht allein, um die Natur zu beherrschen und sie sich untertan zu machen. Sondern auch, um sie und sich selber besser zu verstehen. Zu diesem Verstehen gehört auch, auf emotionaler Ebene zu begreifen, wie wunderbar komplex das biologische Leben ist.
  2. Im Begreifen der unfassbaren Zufälle, die unser menschliches Leben überhaupt erst bedingen und ermöglichen, bleibt nur die Möglichkeit, Ehrfurcht zu empfinden.

Roger Sperry...

... ist ein amerikanischer Neurobiologe. Für seine Forschungsarbeiten am lebendigen Gehirn erhielt er im Jahr 1981 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Roger Sperry fand heraus, dass Patienten mit schwerer Epilepsie enorm vom Durchtrennen des Gehirnbalkens profitierten. Es klingt brutal  200 Millionen Nervenfasern im Gehirn zu durchtrennen. Aber das Verfahren hat sich bis heute bewährt. In Deutschland wird die Operation ca. 12 Mal jährlich durchgeführt.

Unser Gehirn

Ehrfurcht muss Roger Sperry empfunden haben, als er herausfand, dass die zwei Gehirnhälften ziemlich unterschiedlich sind. Denn ihre Funktionen unterscheiden sich stark voneinander. Die linke Gehirnhälfte ist laut Sperry eher auf analytische und sprachliche Fähigkeiten spezialisiert. Die rechte Hemisphäre sei dagegen  eher für künstlerische Fähigkeiten und räumliches Vorstellungsvermögen verantwortlich. Außerdem kommuniziert deine linke Gehirnhälfte mit deiner rechten Körperseite und andersherum.

Wissenschaft & Ehrfurcht vor dem Gehirn (und dem Bauch)

Die Forschungsarbeiten von Sperry und seinem Kollegen Gazzaniga waren vor gut 50 Jahren revolutionär. Heute sind ihre Erkenntnisse Allgemeingut der Wissenschaft. Doch die Forschung bleibt nicht stehen – und liefert immer neue Gründe zum Staunen.

Heute wissen wir beispielsweise um die faszinierende Verbindung zwischen unserem Gehirn und unserem Verdauungssystem: die Darm-Hirn-Achse.

  • Millionen von Neuronen umhüllen unseren Darm (das "Bauchhirn").
  • Darmbakterien kommunizieren direkt mit unserem Gehirn und beeinflussen unsere Stimmung.
  • Was wir essen, beeinflusst, wie wir denken und fühlen.

Ist es nicht ehrfurchtserbietend, wie eng alles in uns vernetzt ist? Wir sind keine Baukästen aus Einzelteilen, sondern ein hochkomplexes, lebendiges System. Sperrys Zitat bleibt wahr: Je mehr wir wissen, desto mehr staunen wir über das Wunder des Lebens. Wissenschaft entzaubert die Welt nicht – sie macht sie noch magischer.

Die Anekdote von Sperrys Split-Brain-Patienten – wo die linke Hand nicht weiß, was die rechte tut – erinnert uns daran, mit uns selbst geduldig zu sein. Manchmal haben wir innere Konflikte. Das ist menschlich. Unser Gehirn ist ein Team, und manchmal muss sich das Team erst einig werden.

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