Nächste Doppelstunde: Glück!

Ich erinnere mich gerne an die Schulzeit zurück. Zwar nicht in erster Linie wegen des Unterrichts, aber was soll‘s. Mein Abitur liegt mittlerweile sieben Jahre zurück. Abitur nach Klasse 13. 14 Jahre Schulzeit waren es bei mir( die neunte Klasse habe ich wiederholt) und ich habe in dieser Zeit einiges gelernt. Als ich jedoch im Oktober 2011 nach Kiel zog um dort Ökotrophologie zu studieren, merkte ich schnell, dass meine Fähigkeiten zur gesunden und glücklichen Lebensführung noch ausbaufähig waren. Heute stelle ich mir die Frage, ob die Institution Schule das Potential besitzt uns besser auf das Leben außerhalb unseres Elternhauses vorzubereiten und uns mehr Chancen auf Glück im Leben zu bescheren, als sie es in meiner Schulzeit tat. 

Glück als Schulfach?

Immer wieder gibt es Diskussionen, ob nicht ein Schulfach eingeführt werden sollte, welches uns auf das wahre Leben vorbereitet. Ob man den plakativen Namen „Glück“ verwenden sollte oder eher einen wie „Kompetenzen in der Lebensführung“ ist letztendlich sekundär. Wichtig finde ich diese Idee, weil das Leben mehr ausmacht als Mathematik, Rechtschreibung und Fremdsprachen lernen. Klar, diese Fähigkeiten bringen uns durch die Schulzeit und können auch später im Leben von Nutzen sein. Aber gibt es nicht private und berufliche Themen, die sich weitaus stärker auf unsere Lebensqualität auswirken als die Grundlagenfächer in der Schule?

Fragen über Glück

Welche Fähigkeiten benötigen wir wenn wir von zu Hause ausziehen? Viele! Wie geht man mit Geld um? Wie ernährt man sich ausgewogen und gesund? Ohne drei Stunden in der Küche zu stehen? Wie schreibt man eine Steuererklärung? Wie kann man stabile und sinnhafte Beziehungen aufbauen und pflegen? Das ist nur eine kleine Auswahl an Fragen, die sich mir über kurz oder lang nach meinem Umzug nach Kiel gestellt haben. Die Institution „Schule“ soll uns auf das Leben vorbereiten. Wie kann sie das tun? Indem sie alltagsrelevante Fragen von Kindern, Jugendlichen und Studienanfängern erfasst, sammelt und beginnt diese Fragen im Rahmen eines Schulfachs zu beantworten.

Glück ist wichtiger als Fachwissen

Das Ökotrophologie-Studium in Kiel ist sehr naturwissenschaftlich aufgebaut und ich war das erste Mal in meinem Leben äußerst froh, Chemie und Biologie als Leistungskurse gehabt zu haben. Auf meinem Weg zum Fachmann für Ernährungsberatung waren dies wichtige Fähigkeiten und ich verspürte das erste Mal wirklich Dankbarkeit für meine Schulzeit. Doch viel wichtiger für mein persönliches Glück  war das Kennenlernen meiner Lebensgefährtin, der Aufbau von platonischen Beziehungen, das Pflegen meines Körpers und meiner Seele sowie die Weiterentwicklung meiner Persönlichkeit. 

Glück und Fairness

Ich habe viel Glück in meinem Leben gehabt. Meine Eltern sind Akademiker, liebten und lieben mich sehr und wollten stets nur das Beste für mich. Durch ihre liebevollen Bemühungen stand ich nach meinem Umzug nach Kiel zwar vor großen Aufgaben, traute mir aber zu diese zu bewältigen. Doch nicht jeder Mensch wächst in einem familiären Umfeld auf, welches seine/ ihre Selbstwirksamkeitserwartung kontinuierlich fördert. Könnte ein Schulfach dazu beitragen, diese familiären Ungleichheiten abzufedern? 

Falls Du eine Meinung zu diesem Thema hast, schreib sie mir gerne hier: https://www.verumvita.de/kontakt/

 

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