Kohlenhydrate – besser als ihr Ruf: Teil 3

Polysaccharide

Nachdem die Themen des VerumVita®-Blogs der letzten beiden Wochen kurz- und mittelkettige Kohlenhydrate waren, wird es diese Woche um lange Kohlenhydrat-Ketten gehen. Die sogenannten Polysaccharide. Ab einer Kettenlänge von 11 Zucker-Molekülen spricht man von Polysacchariden oder auch Vielfachzuckern. Diese Kohlenhydrate haben verschiedene Funktionen und leisten sowohl Pflanzen als auch uns Tieren wertvolle Dienste. Mehr dazu im folgenden Blogbeitrag:

Polysaccharide: Aufbau

Lange Kohlenhydratketten können entweder aus mehreren gleichartigen oder unterschiedlichen Monosacchariden aufgebaut sein. Diese sind glykosidisch miteinander verbunden. Je nach Aufbau spricht man von Homo- oder Heteroglycanen. Für die menschliche Ernährung spielen insbesondere die Homoglycane eine entscheidende Rolle. Die bekanntesten Vertreter der Homoglycane sind Stärke, Cellulose und Glycogen. Auf diese drei Polysaccharide werde ich im Folgenden noch weiter eingehen. 

Polysaccharide: Funkion

Eine der wichtigsten Funktionen von Polysacchariden ist die Speicherung von Energie. Wenn Glucose frei im Organismus unterwegs ist, wird sie sofort verstoffwechselt. In Form von Polysacchariden kann der Organismus die Verfügbarmachung dieser Energie verlangsamen und kontrollieren. Je nachdem ob wir einen pflanzlichen oder tierischen Organismus betrachten, ist die Synthese und Speicherung unterschiedlicher Polysaccharide möglich. So speichern Pflanzen z.B. Cellulose und Stärke, der tierische Organismus dagegen Glycogen als Energiereserve.

Polysaccharide: Stärke

Stärke ist das bekannteste Polysaccharid und besteht aus Amylose- und Amylopektinverbindungen. Diese sind wiederum aus Glucose- Molekülen aufgebaut und sind wichtiger Bestandteil von Lebensmitteln wie Getreide, Getreideprodukten und Kartoffeln. Stärke kann von den Enzymen des menschlichen Körpers verdaut werden. Dieser Prozess wird bereits im Mund durch das Enzym Alpha-Amylase im Speichel eingeleitet.

Unser Körper ist gut auf die Verwertung von Stärke eingestellt und durch den langsamen, körpereigenen Verdauungsprozess erhöht sich der Blutzuckerspiegel durch Stärke langsamer als bei Zucker.

Polysaccharide: Cellulose

Noch vor der Stärke ist Cellulose das häufigste Polysaccharid, Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände und ein bedeutender Rohstoff bei der Papierherstellung. Für unsere menschlichen Enzyme ist Cellulose unverdaulich und fungiert so als Ballaststoff, welches von den Mikrobiota im menschlichen Dickdarm verstoffwechselt wird. Spannend ist, dass Cellulose und Stärke beide ausschließlich aus Glucose-Molekülen aufgebaut sind. Durch die unterschiedlichen Verknüpfungsweisen der Zuckermoleküle können die menschlichen Enzyme nur die Stärke verdauen, während Cellulose unverdaut im Dickdarm landet.

 Polysaccharide: Glycogen

Das letzte Polysaccharid, das ich euch vorstellen möchte, ist das Glycogen. Glycogen besteht ebenfalls ausschließlich aus Glucose-Molekülen, genauso wie Cellulose und Stärke. Im Gegensatz zu diesen beiden wird Glycogen allerdings nicht im pflanzlichen, sondern ausschließlich im tierischen Organismus synthetisiert. Es wird daher auch umgangssprachlich „tierische Stärke“ genannt und dient als Speicher für Glucose in Muskel- und Leberzellen. Insbesondere bei intensiver körperlicher Belastung ist dieses Polysaccharid ein schneller und wichtiger Energieträger.

Polysaccharide: Fazit

Polysaccharide sind aus Zucker-Molekülen aufgebaut, welche je nach chemischer Verbindung und Verzweigung für die Enzyme des menschlichen Organismus verdaulich oder unverdaulich sind. Sie sind als Kohlenhydrate ein wichtiger Energielieferant und -speicher sowie Schleimstoff für Pflanzen und Tiere. Durch den langsamen  Anstieg des Blutzucker- und damit Insulinspiegels sind Polysaccharide, insbesondere aus vollem Korn, ein wichtiger Bestandteil einer gesunden, ausgewogenen Ernährung.

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