Kann Vegetarismus unseren Planeten retten? – Ein Update

Es ist Sommer. Es ist wieder Grillsaison. Am 21.06.2017, also vor ziemlich genau einem Jahr veröffentlichte ich den folgenden Artikel zum Thema „Vegetarismus“. Als ich ihn nach über einem Jahr wieder las, fiel mir auf, wie stark sich mein eigener Lebensstil meinen Idealen und Werten angepasst hat. Nachdem ich mir meine Gedanken zu den Themen Fleisch und Konsum verdeutlicht hatte, fielen mir die automatisch folgenden Handlungsschritte nicht mehr schwer. Viel mehr waren und sind sie eine natürliche Folge. Aber lest selbst:

Kann Vegetarismus unseren Planeten retten?

Angesichts der rasch steigenden Zahl der Bewohner unserer Erde, müssen wir uns damit auseinander setzen, dass bestimmte Ressourcen bald erschöpft sein werden. Für uns Menschen in Westeuropa ist dieses akute Problem nicht greifbar. Wasser kommt einfach aus der Leitung, Benzin aus der Zapfsäule und Sonntags zu merken, dass die Lebensmittelgeschäfte geschlossen haben, ist unsere größte Entbehrung.

Unser Genuss ist deren Tod

Fleisch zu essen, bedeutet andere ihres Essens zu berauben. Jede Kalorie, die aus Fleisch zur Verfügung steht, kostet 10 pflanzliche Kalorien. Ein Energieverlust von 10:1 ist für uns erträglich, ein Bauer in Südamerika verliert deswegen seine Existenzgrundlage. Sein Land wird ihm weggenommen und die Ackerfläche wird mit Monokulturen bepflanzt, um als Viehfutter genutzt werden zu können. Mehr als 70% unserer globalen Ackerfläche wird heute zum Anbau von Tierfutter genutzt. Neben diesem Verbrauch von Anbaufläche, welche sonst für Humanernährung genutzt werden könnte, führt die hohe Nachfrage nach Fleisch zu Wasserknappheit, begünstigt den Klimawandel und reduziert die biologische Vielfalt der Flora und Fauna unseres Planeten.

Kein Grund zum Trübsal blasen

Auch wenn ich auf diese prekären Verhältnisse aufmerksam machen möchte, verweigere ich mich zu klagen. Ich werde nicht zum Moralapostel avancieren. Ich glaube allerdings fest an den Wahrheitsgehalt des bekannten Zitats Mahatma Gandhis, der sagte:

“Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“

Diese Verantwortung beginnt im Kleinen. Sie betrifft jeden Einzelnen von uns und nur durch viele kleine Veränderungen lässt sich Großes bewegen.

Komplett auf Fleisch verzichten???

Für mich ist eine komplett vegetarische Ernährung ein Meilenstein, den ich noch nicht erreicht habe. Mir ist bewusst, dass Vegetarier gesünder leben als Fleischesser. Daher habe ich im Verlauf der letzten zwei Jahre meinen Fleischkonsum stark eingeschränkt. Ganz auf Fleisch verzichten ist für mich allerdings (noch) eine Utopie. Ob beim Grillen oder Döner essen, ganzheitlicher Fleischverzicht konnte mich bislang nicht überzeugen.

Bewusst konsumieren

Wir sollten uns nicht verteufeln, weil wir gerne Fleisch essen. Die Vorliebe für Fleisch und Wurst ist kulturell sowie gesellschaftlich tief verankert. Allerdings schwingt mit der daraus resultierenden Nachfrage auch die Frage mit, wie das Angebot dieser Nachfrage gerecht werden kann. Um diese zu befriedigen, werden starke Qualitätsverluste in Kauf genommen. Wer für 2,49 € im Discounter 500g Fleisch kauft, braucht nicht mit guter Qualität zu rechnen. Wer sich die Frage stellt, wie in 2,49 € Aufzuchts-, Futter-, Wasser-, Schlachtungs-, Verarbeitungs-, Verpackungs- und Transportkosten abgedeckt sein können, muss zu einem erschreckenden Ergebnis kommen.

Fazit

Von jetzt auf gleich seinen Speiseplan vollständig von Fleisch zu befreien oder sogar vegan zu leben ist ein hoch gestecktes Ziel. Ohne Nachdenken zu konsumieren ist dagegen verantwortungslos.

Ich wage den Vorschlag eines ausbalancierten Mittelweges. Das heißt für mich, bewusst zu entscheiden, wie viel Fleischgenuss mein Leben bereichert. Schon kleine Veränderungen können in der Masse große Unterschiede ausmachen. Wir sollten uns daher regelmäßig vor Augen halten, dass ein größerer Anteil an pflanzlichen Nahrungsmitteln sowohl unsere eigene, als auch die Gesundheit unseres Planeten Erde schützt und verbessert.

Update 04.07.2018

Auch heute empfinde ich den Großteil der damals von mir vertretenen Punkte noch als wahr und richtig. Das einzige was sich seit dem Schreiben dieses Textes vor gut einem Jahr verändert hat, ist mein eigenes alltägliches Handeln. Beim Grillen bin ich nahezu komplett von Fleisch auf Ersatzprodukte, Salate und gegrilltes Gemüse umgestiegen. Döner habe ich schon vor fast einem Jahr durch Falafel-Rolle ersetzt. Wenn ich doch einmal Fleisch esse, dann in absoluten Ausnahmesituationen und meistens – Schande über mein Haupt- aus Bequemlichkeit.

Das Faszinierendste ist für mich, dass mir Fleisch 0,0 fehlt. Ich bin ehrlich gesagt hoch gespannt, wie meine Entwicklung dahingehend weiter verläuft, denn wie ich heute las, habe ich vor einem Jahr noch nicht geglaubt im Alltag komplett auf Fleisch verzichten zu können. Heute ist es bereits normal für mich. 

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