Halbmarathon 2018 – Rückblick

Mein Halbmarathon 2018

Es ist vollbracht und halb Hannover war dabei. Buchstäblich. Gut 25,000 Läufer und ca. 220,000 Zuschauer wohnten dem Spektakel bei. Besonders für die Zuschauer war es mit Temperaturen um die 25C und praller Sonne das perfekte Wetter für diesen Event. Für uns Läufer wären 10 Grad kühler wahrscheinlich noch schöner gewesen, aber letztlich war es ein toller Tag für alle Beteiligten. Für mich war der Halbmarathon zum Ende hin eine echte Quälerei mit anschließendem Kurzbesuch im Medizinzelt. Mehr dazu in meinem heutigen Blogbeitrag. Viel Spaß beim Lesen.

Vor dem Halbmarathon

Die Nacht vor dem Halbmarathon war ich echt aufgeregt und habe sehr unruhig geschlafen. Ich hatte leichtes Halskratzen und fühlte mich nur so semi-fit beim Aufwachen. Dann gab es ein ordentliches Frühstück und gegen 9:30 Uhr haben meine Freundin und ich uns auf den Weg gemacht. Die ganze Stadtbahn war voller laufbegeisterter Menschen und die Stimmung war insgesamt sehr positiv. Am Aegi haben wir uns dann mit meinem Laufpartner und seiner Freundin sowie einer weiteren Freundin getroffen und nach kurzem Aufwärmen ging es dann zum Start.

Startschuss zum Halbmarathon

Wir reihten uns im vorderen C-Bereich ein und warteten auf den Startschuss. Nach einer gefühlten Ewigkeit von 5 Minuten ging es dann endlich los. Ich fühlte mich gut, meine Glykogenspeicher waren voll geladen und mein Halskratzen störte mich kaum. Die ersten Kilometer schaute ich immer wieder auf meine Runtastic-App. 4:32-Schnitt. Klasse, ich hatte 4:40 angepeilt aber es fühlte sich gut an.

Der Halb-Halbmarathon ist geschafft

Ab Kilometer 4 war ich voll in meinem Element. Ich hatte mein Tempo gefunden und fühlte mich wie ein Fisch im Wasser… das blieb so bis ca. Kilometer 10. Als wir durch die Innenstadt liefen, fiel mir auf, dass es immer heißer wurde. Ich suchte Schatten so oft es ging und hielt mein Tempo. Dann kamen wir durch meinen Heimatstadtteil: Die List. Wundervoll wie viele Menschen an den Straßen standen. Das hat mir echt einen Kick gegeben. Immer wieder mit begeisterten Kindern abklatschen. Für diesen kurzen Moment ließ sich die Hitze ertragen.

Halbmarathon: Die Qual beginnt

Nach dem die List durchquert war, wurde es langsam wirklich ätzend anstrengend. Ich fühlte mich zunehmend ausgetrocknet und meine Oberschenkel brannten. Die Mittagssonne knallte erbarmungslos herab und die letzten 8 Kilometer waren ohne nennenswerte Schattenphasen. Ich lief mit der Gewissheit, dass das Ziel noch weit entfernt lag und spürte meine Kräfte schwinden. „Wofür mache ich diese Scheiße eigentlich?“ dachte ich mir immer wieder und versuchte gleichzeitig den Gedanken zu verdrängen.

Halbmarathon: Schlussspurt

Als ich am Verpflegungspunkt Kopernikusstraße ankam, war ich so erschöpft, dass ich kurz gehen musste. Aber hilft ja nix, ca. 4 Kilometer lagen noch vor mir und meine App zeigte mir nach wie vor einen 4:33-Schnitt an. Ich quälte mich irgendwie durch. Meine Beine liefen auf Autopilot. Mein Kopf konnte nur noch ans Ziel denken. Dann kamen die letzten 1000 Meter. Jetzt stand alle 50m ein Schild. Noch 850m… noch 800m… noch 750m… Die Schilder schienen kilometerweit auseinander zu stehen.

Zieleinlauf vom Halbmarathon

Als ich die Ziellinie überschritt, war ich so fertig, dass ich mich nicht mal freuen konnte. Ich musste irgendwo in den Schatten. Ich humpelte links aus der Umzäunung und setzte mich, an einen Steinpfeiler gelehnt, in den Schatten. Ich saß zwei Minuten, dann kamen Sanitäter vorbei und fragten ob ich laufen könne. Ich war mir nicht sicher. Netterweise stützen mich zwei von ihnen zum Medizinzelt, wo ich erstmal 10 Minuten liegen und zu mir kommen konnte.

Halbmarathon geschafft

Nach 10 Minuten musste ich dann aber wohl oder übel los. Meine Freundin hatte unsere Klamotten und wollte um 13:00 Uhr die 10 Kilometer laufen. Ich wankte über die Siegesstraße, holte mir meine Medaille ab und übergab mich drei Mal. Danach war das Schlimmste vorbei und ich legte mich eine halbe Stunde in den Schatten. Nachmittags kam dann die Freude und der Stolz durch, durchgehalten zu haben. Ein bisschen Beinmuskelkater habe ich noch, aber sonst geht es mir wieder super. Mit dem Ergebnis von 1:37:05 und einem Schnitt von 4:36 pro Kilometer bin ich sehr zufrieden.

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit 😊

Zum aktuellen Selbstversuch: https://www.verumvita.de/selbstexperiment-kann-hartz-4-fuer-eine-gesunde-ernaehrung-reichen/

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