Gesundheitsförderung

Gesundheitsförderung

Gesundheitsförderung und Ernährungsberatung

Gesundheitsförderung und Ernährungsberatung befinden sich in einer stetigen Weiterentwicklung. Wir Ernährungsberater haben bei vielen Menschen einen schweren Stand. Denn Ernährungsberatern begegnet teilweise bewusst, meist aber unbewusst, das Vorurteil, jemandem etwas wegnehmen zu wollen. Verantwortlich hierfür ist die Ernährungskommunikation der frühen Stunde. Damals haben Ernährungsberater*innen meistens über Biochemie und Warenkunde gesprochen. Der essende Menschen wurde kaum in den Beratungsprozess mit einbezogen. Dabei geht es doch genau um diesen. Um den essenden Menschen, in einem komplexen sozialen  Umfeld. Wie wir genießen, essen, arbeiten, kommunizieren und leben wollen, ist voller Möglichkeiten und Optionen. Heute geht es im Blog von VerumVita® um Gesundheitsförderung, Ernährungskommunikation und Lebenskunst. 

Gesundheitsförderung ist Lebenskunst

Die Frage nach der „richtigen“ Ernährung ist heute zur Ersatzreligion geworden. Doch die Frage nach gesunder Ernährung bzw. einer ausgewogenen Esskultur ist nicht neu. Die Auseinandersetzung mit einer gesunden Ess- und Lebensweise war schon vor mehr als 2500 Jahren im antiken Griechenland von philosophischem Interesse. Hippokrates von Kos definierte die sogenannte „diaita“. Interessanter Weise bezog sich die griechische Diätetik nicht nur auf Ernährung. Sie bezog sich ebenfalls auf Haushalt, Lebensweise, Lebensunterhalt, Diät und Aufenthaltsort. Kurz gesagt: Ernährungsberatung als Informationsvermittlung greift zu kurz. Es geht um viel mehr. „Gesundheitsförderung dreht sich um die Unterstützung bei einer ganzheitlichen Ess- und Lebensweise von Menschen und Gruppen, die alle Aspekte des Lebens mit einschließt.“

Gesundheitsförderung als kreativer Prozess

Wer schon mal eine Diät gemacht hat, hat wahrscheinlich am eigenen Leib erfahren, dass rigide Systeme nicht langfristig funktionieren. Gesundheitsförderung ist ein kreativer Prozess, indem Klient*in und Berater*in Hand in Hand daran arbeiten, Muster zu entdecken und zu verändern. Dies gilt sowohl auf individueller Ebene als auch für Unternehmen, Behörden und andere Institutionen. 

„Ernährungsberater*innen können als Hilfe zur Selbsthilfe eine großartige Unterstützung bei selbstgewählten Veränderungsprozessen leisten.“

Gesundheitsförderung und Kultur

Die Kultur, die in einer Familie, einem Unternehmen oder einem Gebiet vorherrscht, spielt eine wichtige Rolle bei der Gesundheitsförderung. So ist die Esskultur in Frankreich oder Spanien klar von der in Deutschland abzugrenzen. Aber auch innerhalb von Staatsgebieten weichen Gewohnheiten und Esskulturen stark voneinander ab. Daher gelten in München andere kulturelle Regeln als in Kiel oder Hannover. Wer sein eigenes Essverhalten verändern möchte, sollte damit beginnen, die für ihn relevanten kulturellen Gegebenheiten zu reflektieren.

Essen auf individueller Ebene

Letztendlich spielt Essen sich auf individueller Ebene ab. Jeder Mensch trägt die Verantwortung für sein Essverhalten und damit teilweise auch für seine eigene Gesundheit. Deswegen halte ich auch meinen Berufsstand für äußerst wichtig. Denn Ernährungsberater*innen können dem essenden Menschen helfen, seine individuelle, familiäre, berufliche und gesellschaftliche Esskultur zu verstehen. Dadurch können wir helfen, sinnvolle Veränderungsprozesse anzustoßen. Ich bin allerdings davon überzeugt, dass wir auch die kollektive Esskultur in Deutschland gezielter beeinflussen sollten. 

„Denn in den letzten Jahrzehnten scheinen Veränderungen in der Esskultur hauptsächlich durch Werbung und Marketing von Nahrungsmittelproduzenten und Supermarktketten induziert zu sein. Das halte ich für ein nicht zu unterschätzendes Risiko.“