Energiesparen & Ernährung

Energiesparen & Ernährung

Diejenigen, die jetzt einen Beitrag über die effizientere Nutzung von Strom erwartet haben, muss ich leider enttäuschen. Ich möchte heute über mein Lieblingskörperteil sprechen. Über unser Gehirn. Eine unfassbar wunderbare und bemerkenswerte Entwicklung der menschlichen Evolution. Alleine die Fähigkeit, bestimmte Anordnungen von Zeichen als Sprache zu begreifen, also deine Fähigkeit, diese Zeilen überhaupt zu lesen, ist mehr als bemerkenswert. Physiker nennen unser Gehirn nicht umsonst das komplexeste Gebilde im Sonnensystem. Ich möchte heute über das Energiesparen unseres Gehirns und die Auswirkungen auf unsere Ernährungsentscheidungen philosophieren. Wie immer bist Du eingeladen, dich zu beteiligen.

Energiesparen als Überlebensstrategie

Unser Gehirn macht nur etwa zwei Prozent unseres Körpergewichts aus. Es setzt allerdings 20%-25% der gesamten Energie um, die unser Organismus zur Aufrechterhaltung seiner Funktionen benötigt. Das ist für dich und mich unproblematisch, da wir genug energieliefernde Nährstoffe über unsere Ernährung zuführen können. Doch wir haben uns in Jahrtausenden des Mangels entwickelt und daher versucht unser Organismus nach wie vor möglichst energieeffizient zu arbeiten. Energiesparen ist also eine grundlegende Eigenschaft unseres Gehirns.

Energiesparen durch Gewohnheiten

In höchst aufschlussreichen Experimenten wurde untersucht, wie sich Gewohnheiten ausbilden, wie sie sich ändern lassen und wie die damit zusammenhängenden Gehirnaktivitätsmuster aussehen. Das erklärt, wieso wir beim Autofahren, Zähne putzen oder beim Essen über ganz andere Dinge nachdenken können. Das Gehirn benötigt nicht mehr viel bewusste Aufmerksamkeit um diese oftmals durchgeführten Aktivitäten zuverlässig zu wiederholen. Obwohl die drei genannten Aktivitäten motorisch durchaus anspruchsvoll sind.

Grundlegende Gewohnheiten verstehen

Wer seine Gewohnheiten effektiv verändern möchte, sollte sie zu erst einmal verstehen. Das Energiesparen eine wichtige Grundeigenschaft unseres Gehirn ist, habe ich bereits an früherer Stelle beschrieben. Eine weitere wichtige Eigenschaft unseres Gehirns ist das Streben nach Energieaufnahme. Der Mangel an energieliefernden Nährstoffen, dem wir in unserer Evolutionsgeschichte ausgesetzt waren, sorgt auch heute noch für ein starkes Verlangen nach zucker- und fettreichen Lebensmitteln und Speisen. Ein Großteil der hierbei im Gehirn ablaufenden Prozesse findet dabei unter der Bewusstseinsschwelle ab. Daher werden neue, innovative Methoden benötigt, um unsere Gewohnheiten kollektiv zu verändern.

Wenn Gewohnheiten uns zum Verhängnis werden

Problematisch werden Gewohnheiten, also der Drang unseres Gehirns, Energie zu sparen, wenn wir ungesunde Verhaltensweisen in einer Endlosschleife wiederholen und uns damit wertvolle Lebenszeit klauen. Sei das Rauchen, das Essen von ungesunden Speisen oder das Trinken von Alkohol. Viele Ratsuchende kommen in die Ernährungsberatung, weil sie eben diese Gewohnheiten loswerden wollen. Kognitiv wissen die meisten von ihnen genau, welche Verhaltensweise sie ändern sollten, aber in der Umsetzung benötigen viele Menschen Hilfe von einem professionellen Ernährungsberater. 

Energiesparen und Ernährungsberatung 

Ein elementarer Teil einer professionellen Ernährungsberatung ist es, die Ratsuchenden dabei zu unterstützen, möglichst intelligent mit der Energiespar-Funktion ihres Gehirns umzugehen. Der Versuch, Verhalten durch bewusste Anstrengungen zu verändern, ist von Vornherein zum Scheitern verurteilt. In unserer Ernährungsberatung und -therapie geht es daher darum, gemeinsam die besten individuellen Möglichkeiten zur nachhaltigen Veränderung von Schlüsselgewohnheiten zu ergründen.