Eine kurze Geschichte über Essen Teil 1

Eine kurze Geschichte über Essen 

Vor ungefähr 300000 Jahren erschienen die ersten Homo Sapiens auf der Weltlandkarte. Damals lebten die Menschen von dem was die Natur uns zu geben bereit war. Ursprünglich lebten sie als Jäger und Sammler. Vor ungefähr 10000 Jahren wurden unsere frühen Verwandten sesshaft und zu Ackerbauern. Jetzt, im 21. Jahrhundert leben wir fundamental anders, als die 300000 Jahre zuvor. Alles um uns herum beschleunigt- auch das Essen. Welche Folgen hat diese Entwicklung? Wie können wir als Gemeinschaft und als Individuen auf diese Veränderungen reagieren? Heute schreibe ich über die Möglichkeiten jedes Einzelnen, sein Essverhalten zu verändern.

Nächste Woche möchte ich Vorschläge dazu machen, wie wir als Gemeinschaft reagieren können. 

Essen und der Faktor „Zeit“

Als Jäger und Sammler waren wir, wie auch die meisten Tiere ständig mit Nahrungssuche, -zubereitung und Essen beschäftigt. Auch als Ackerbauern änderte sich daran nicht viel. Wir lebten um uns und unsere Familien mit Essen zu versorgen. Wir lebten sprichwörtlich von der Hand in den Mund. Heute ist das anders. Wir arbeiten um Geld zu verdienen und einen Teil des Geldes geben wir für Essen aus. Die Zeit, die wir für die Nahrungsbeschaffung, -zubereitung und das Essen selbst verwenden, wird dagegen immer weniger.

Essen und Gesundheit

Als Jäger und Sammler sowie als Ackerbauern haben wir das Thema „Gesundheit“ vermutlich viel bescheidener beurteilt. Gesunde Ernährung war, genug zu Essen zu haben. Punkt. Unsere Ernährungssituation war abhängig von Zufällen und Glück. Eine Katastrophe, die unsere Ernte zerstörte oder Umstände, die unseren Jagderfolg bedrohten, konnten einen Großteil der Bevölkerung das Leben kosten. Durch diese Gefahren und die damit einhergehende Ungewissheit hatte der frühere Homo Sapiens eine deutlich demütigere Einstellung, die sich unter anderem in einer enormen Gottesfurcht äußerte.

Essen und Wertschätzung

Psychologisch gesehen hängt unsere Dankbarkeit und Wertschätzung einer Situation von der Differenz aus Erwartung und Ergebnis ab. Während Jäger & Sammler und Ackerbauern immer in der Erwartung lebten, dass es an manchen Tagen eben nichts Essbares gab, erwarten wir heute prompte Bedienung. Manch einer bekommt einen Wutausbruch, wenn es im Restaurant zu lange dauert oder sein Lieblingsjoghurt ausverkauft ist. Einen Moment innezuhalten und sich darauf zu besinnen, wieviel Glück man hat, heute zu leben und nicht zu einer beliebigen anderen Zeit, kann manchmal Wunder wirken.

Essen und neue Herausforderungen

Für unser Gehirn ist das ständige, unbegrenzte Nahrungsangebot ein Schlaraffenland. Was denkst Du, wie sich ein Jäger & Sammler fühlen würde, wenn er vor 250000 Jahren eingefroren worden wäre und heute in einem Supermarkt aufwachen würde?

Diese Schlaraffenland-Vorstellung ist heute Realität und fühlt sich für uns als Betroffene gar nicht mehr so großartig an. Wir brauchen jetzt nicht mehr Pfeil und Bogen oder Ochse und Pflug zum Überleben. Stattdessen brauchen wir gewisse Charaktereigenschaften und Persönlichkeitsmerkmale, um uns nicht durch unser eigenes Essverhalten frühzeitig umzubringen. Für besonders wichtige Eigenschaften für eine gesunde Einstellung zum Essen, halte ich:

Bescheidenheit, Achtsamkeit, Dankbarkeit und Selbstreflexion.

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