Die Geschichte der Nachhaltigkeit 

Wir Menschen sind Geschichtenerzähler*innen. Wir erzählen uns eine Geschichte über uns selbst und eine Geschichte über die Welt in der wir leben. Wenn diese Geschichten gut zusammen passen, fühlt sich das kohärent an. Dann sind wir im Einklang mit uns selbst und lassen unsere kleine mit unserer großen Geschichte zusammen fließen. Um unsere Existenz mit der Existenz der sichtbaren Phänomene in unserer Welt in Einklang zu bringen, benötigen wir eine metaphysische Ebene, in der eigene Gesetze gelten. Aus dieser Ebene entspringen alle Weltanschauungen und Religionen. Auch als Atheist oder Agnostiker sollte man sich vor Augen führen, welchen Wert diese großen Geschichten für unser Leben haben. Denn ohne größere Geschichten, die unserer eigenen kleinen Geschichte ihren Rahmen gibt, fühlen Menschen sich abgenabelt und entfremdet. Heute möchte ich dich einladen mit VerumVita® über die Geschichte der Nachhaltigkeit zu philosophieren und gemeinsam gesünder gestalten.

Was hat Nachhaltigkeit mit unserer Eigenschaft als Geschichtenerzähler zu tun?

Nietzsche sagte „Gott ist tot“ und meinte damit, dass wir in unserer westlichen, wissenschaftlich geprägten Welt keine Institution mehr benötigen, die uns unsere metaphysische Welt beschreibt. Wir können uns die Welt durch Zahlen beschreibbar machen, doch diese Rationalität hat einen hohen Preis. Denn wenn wir davon ausgehen, dass es weder Gott, noch Himmel oder Hölle gibt, dass eine gerechte Welt eine Illusion ist und wir nicht mehr sind als eine, zwar hochintelligente, aber über weite Strecken doch sehr stupide handelnde Affenart, dann ist es schwer dem eigenen Leben Sinn zu verleihen. 

Nachhaltigkeit und Sinnstiftung

Wir Menschen brauchen dringend Sinn im Leben. Ohne Sinn im Leben gibt es kein nachhaltiges Glücksempfinden, alles erscheint irgendwie leer. Wir leben in einer Zeit, in der die alten Geschichten über Gott und Religion kollabieren und wir haben noch keine neue, kollektive Geschichte gefunden, an die wir stattdessen glauben können. Ich setzte meine Haut auf‘s Spiel, indem ich postuliere:

„Nachhaltigkeit könnte zur universellen Geschichte aller Weltbürger werden.“

Nachhaltigkeit als kollektive Geschichte 

Wir benötigen keinen Gott mehr im biblischen Sinne um uns unsere Welt zu erklären. Aus wissenschaftlicher Betrachtung heraus macht die Geschichtsschreibung in allen großen Weltanschauungen und Ideologien nur sehr begrenzt Sinn- doch wir benötigen diesen Sinn. Eine Zwickmühle aus der uns die Geschichte der Nachhaltigkeit befreien könnte. Denn der Klimawandel sollte für jeden wissenschaftlich denkenden Menschen Fakt sein und ohne eine gemeinsame Geschichte der Nachhaltigkeit, wird unser Planet nicht mehr allzu lange durchhalten. 

„Wer heute in der komfortablen Situation ist, sich um Sinn sorgen zu dürfen, sollte die Nachhaltigkeits-Geschichte annehmen und sein Bestes geben!“

Nachhaltigkeit im Alltag

Für einige Menschen ist die Nachhaltigkeits-Geschichte bereits zum Lebenssinn geworden. Das ist toll, doch wir benötigen nicht nur einige wenige Menschen, die diese Geschichte perfekt umsetzen, sondern viele Menschen, die ihr Bestes geben. Meiner Meinung nach sollten wir vom Paradigma „Wir gegen die Anderen“ Abstand nehmen. Statt mit dem Finger auf Menschen zu zeigen, die nicht nachhaltig leben, sollten wir uns gegenseitig dabei unterstützen, kleine Schritte in die richtige Richtung zu machen. Statt andere für ihre Fehler zu kritisieren, sollten wir uns gegenseitig einladen und ermutigen, nach und nach mehr nachhaltige Entscheidungen im Alltag zu treffen.

Nachhaltigkeit in der Praxis

Im eigenen Leben nachhaltiger zu leben und zu wirtschaften, ist auf vielen Ebenen möglich. Öfter mal das Fahrrad, statt das Auto nehmen. Oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Den Fleischkonsum reduzieren. Mehr regionale und saisonale Lebensmittel, anstatt Tropenfrüchte essen. Plastik vermeiden und stattdessen in Unverpackt-Läden einkaufen. Im Großen und Ganzen, den eigenen Konsum reflektieren und reduzieren. Wichtig ist jedoch, vom Status Quo aus zu starten und sich über kleine Erfolge zu freuen. Nachhaltigkeit ist ein Lernprozess bei dem wir alle am gleichen Strang ziehen sollten. Das ist mein größter Wunsch für die nächsten Jahrzehnte.

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