Moralische Ernährung

Moralische Ernährung 

Begeben wir uns 100 Jahre in unserer Geschichte zurück und versuchen Ernährung aus der damaligen Perspektive zu betrachten. Der erste Weltkrieg war gerade erst vorüber und die wirtschaftliche Situation deutlich bescheidener als heute. Außer-Haus-Verpflegung war völlig anders definiert, regional/saisonal war selbstverständlich und Fleisch war zu teuer um es täglich zu konsumieren. Essen hatte wenig mit Moral zu tun, sondern diente als Energielieferant für körperlich zehrende Aufgaben, z.B. in der Landwirtschaft, Industrie oder beim Militär. Betrachtet man die Dinge aus dieser Perspektive, ist es erstaunlich, wie sich die Angebotsstruktur für Lebensmittel verändert hat. Mittlerweile stellt sich eine neue Frage: Was ist moralische Ernährung? Weiterlesen

Ernährungskompetenz fördern

Ernährungskompetenz fördern

Die Ernährungswissenschaften sind ein interessantes Fachgebiet. Die Menge an potentiell relevantem Fachwissen wächst auch hier exponentiell- wie auf allen Wissenschaftsgebieten. Gesundheitsförderliches Ernährungswissen ist zweifellos wichtig, aber richtig spannend wird Essen erst durch die menschlichen Emotionen- Vom Wissen zum handeln. Wir Ernährungsberater sprechen dann von „Ernährungskompetenz“. Ernährungskompetenz ist die Verschmelzung von (relevantem) Wissen mit den individuellen Voraussetzungen und Fähigkeiten, derer es bedarf um den eigenen Alltag gesund zu gestalten.  Weiterlesen

Wildbeuter oder Bauer?

Wildbeuter oder Bauer?

Vom Wildbeuter zum Bauern

Im Moment lese ich das Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ von Yuval Noah Harari, einer meiner Lieblingsautoren. Er hat sehr interessante Blickwinkel und eine unvergleichliche Klarheit in seinem Denken. Durch seine Fähigkeiten ist mir heute selbst etwas klar geworden. Ein Aha- Moment. Mit den Gedanken zu diesem Aha-Moment beschäftigt sich der heutige Beitrag „Vom Wildbeuter zum Bauern“. Mit einem Fokus auf neue Blickwinkel auf unsere Vergangenheit, unser heutiges Leben und wie wir eine Zukunft erschaffen können, in der wir kollektiv glücklich und gesund leben. Weiterlesen

Klimabilanz- unser Beitrag

Klimabilanz- unser Beitrag

Teil 1: Der Status Quo

Die Aussichten zum Thema Klimabilanz werden immer düsterer und betreffen uns alle. Wenn wir weiter zulassen, dass die globalen Treibhausgasemissionen ansteigen, werden die Temperaturen weltweit in die Höhe schnellen. Steigen die Temperaturen weiter an, werden die Polkappen immer schneller schmelzen, die Meeresspiegel immer höher steigen und die Wüstenbildung immer schneller voranschreiten. Die Folgen werden unübersichtlich werden. Fest steht jedoch, dass der Lebensraum des Homo Sapiens auf dem Planet Erde wahrscheinlich immer kleiner werden wird. Ob Elon Musk uns bis dahin auf den Mars übersiedeln lassen hat, wage ich zu bezweifeln. Weiterlesen

Ernährungsberater unseres Lebens

Ernährungsberater unseres Lebens

Wenn Menschen des 21. Jahrhunderts versuchen ihr Essverhalten zu verändern, gehen sie häufig nicht zum Ernährungsberater. Stattdessen behandeln sie sich selbst meist wie Arbeiter im Industriezeitalter. Das ist nicht verwunderlich. Sind doch unsere Arbeitsstrukturen und sozialen Systeme genauso konstruiert. Soll etwas erreicht werden, wird Druck ausgeübt und die davon betroffenen Individuen in die vorgegebenen Muster gepresst. Genauso aussichtslos wie das Festhalten an diesen sozialen Strukturen ist der oben beschriebene, harte Umgang mit dir und deinem eigenen Körper. Wie Du dich und dein eigenes Essverhalten besser verstehen und dadurch verändern kannst, zeige ich dir im heutigen Blogbeitrag:

Ernährungsberater in der Kindheit

Schauen wir doch mal genauer hin: Optimalerweise beginnen wir die ersten vier bis sechs Monate unseres Lebens mit Muttermilch als einziger Nahrungsquelle. Danach kommen nach und nach  andere Lebensmittel hinzu. In den ersten Lebensjahren haben wir dann viele Gelegenheiten uns das Essverhalten von unseren Eltern und/oder anderen Bezugspersonen abzuschauen und anzueignen. Unsere ersten Ernährungsberater sind also meist unsere Eltern. Daraus ergibt sich bereits bis zur Pubertät ein vielfältiges, differenziertes und sehr spezifisches Essverhalten. Abhängig von den eigenen Erfahrungen und Vorbildern.

„Das was wir zu Hause kennenlernen wird als normal wahrgenommen- gerade beim Essen“

Ernährungsberater in der Pubertät 

In der Pubertät entwickeln sich dann weitere Essgewohnheiten. Andere werden vorübergehend oder für immer abgelegt. Die Werte der Eltern werden in Frage gestellt und häufig essen wir so, wie es unseren Eltern am stärksten missfällt. Neben dieser Abgrenzung von den Essgewohnheiten unserer Eltern finden einige Jugendliche in dieser Phase zwischen Kindheit und Erwachsenenalter, vermeintlichen Halt im Essen. Wenn Essen dann in bestimmten Situationen emotionale Erleichterung verschafft, kann daraus eine Abhängigkeit entstehen.

„Leider fungieren in der Pubertät meist das Marketing von FastFood-Ketten und neuerdings auch sogenannte Influencer in den sozialen Medien als Ernährungsberater der Jugendlichen“

Ernährungsberater nach der Pubertät 

Wenn wir beginnen erwachsen zu werden und die Pickel der Pubertät abklingen, kommt es meist zum Auszug aus dem elterlichen Haushalt. Dann kommt es zu einer weiteren spannenden Phase. Aus den Erfahrungen und den Vorbildern aus Kindheit und Pubertät entsteht ein individuelles Essverhalten und die dazugehörigen Gewohnheiten. Dann entscheidet sich z.B. wie regelmäßig ein Mensch frisch kocht, FastFood konsumiert oder Fertigessen wählt. Was wir unseren Kindern schon früh als das richtige Essverhalten mit auf den Weg geben, ist somit mitentscheidend für die Entscheidungen, die er oder sie nun bezüglich seines/ ihres Essverhaltens trifft, welche Gewohnheiten sich herausbilden und welchen Wert er oder sie einem gesunden Essverhalten beimisst.

Ernährungsberater im Berufsleben 

Neben den Gewohnheiten aus Kindheit, Pubertät und dem ersten Alleine-Wohnen gibt es im Berufsleben der meisten Mitteleuropäer einen weiteren entscheidenden Ernährungsberater. Die Zeit. Zeit ist das häufigste Argument, warum Menschen meinen nicht gesund essen und leben zu können. Doch wie gut ist dieses Argument? 

Der Dalai Lama wurde gefragt, was ihn am meisten überrascht; er sagte: „Der Mensch, denn er opfert seine Gesundheit, um Geld zu machen. Dann opfert er sein Geld, um seine Gesundheit wieder zu erlangen. Und dann ist er so ängstlich wegen der Zukunft, dass er die Gegenwart nicht genießt; das Resultat ist, dass er nicht in der Gegenwart lebt; er lebt, als würde er nie sterben, und dann stirbt er und hat nie wirklich gelebt.“

Die Frage die Du dir stellen solltest ist, ob Du diese Art von Mensch sein möchtest oder ob Du versuchen willst ein gesundes Leben im Einklang mit dir selbst zu führen.

Mehr dazu: https://www.verumvita.de

Alles Bio oder was?!

Alles Bio oder was?!

Noch vor 15 Jahren war „Bio“ für mich in erster Linie Unterrichtsfach und vereinzelt hörte ich von der Lebensmittel-Qualität von Demeter. Das aber nur, weil meine Mutter regelmäßig auf dem Wochenmarkt einkaufen ging. Heute hat sich das Wort in meinem Verständnis völlig verändert. Bio ist zur Eigenmarke geworden. Wie Apple oder Nike. Wer heute Umweltbewusstsein und gesunde Ernährung befürwortet, kauft Lebensmittel mit Bio-Siegel. Doch wieviel bedeutet die Bezeichnung heute noch? Und welche Qualitätsstufen lassen sich voneinander unterscheiden? Weiterlesen

Versteckter Zucker

Versteckter Zucker

Die Empfehlungen zur Zufuhr von freiem Zucker* beträgt je nachdem, ob man von der WHO- oder DGE-Position ausgeht, zwischen 5-10% der Gesamtenergiezufuhr. Die Gründe für diese empfohlene Begrenzung sind vielfältig, Übergewicht, Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2 und Karies drohen den sündigen Schleckermäulern. Das Problem mit diesen Erkrankungen, insbesondere der drei Erstgenannten, sind durch das Phänomen „versteckter Zucker“ in den letzten Jahren sehr akut geworden. Weiterlesen

Resümee zum Selbstexperiment

Selbstexperiment „Hartz-4“ – Resümee

Selbstexperiment „Hartz-4“

Vom 08.04. bis zum 14.04.2018 habe ich ein Selbstexperiment zu der umstrittenen Aussage von Herrn Spahn, dass „Hartz-4 zum leben reicht“, durchgeführt. Mich hat bei der Debatte vor allem interessiert, ob der Satz von 145,04€ pro Monat, die für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke vorgesehen ist, ausreichen kann. Dafür habe ich mir selbst für eine Woche 33,84€ zur Verfügung gestellt, von denen ich mich möglichst gesund ernähren wollte. Wie ich diese Woche erlebt habe und was ich daraus gelernt habe, erfährst Du in meinem heutigen Blog. Viel Spaß beim Lesen 🙂

Selbstexperiment: Kriterien größtenteils erfüllt

Vor Antritt der 7 Tage war ich mir ziemlich sicher, dass man von 4,83€ täglich gesund essen kann. Was eine gesunde Ernährung ausmacht, ist ein breit diskutiertes Thema. Ich beziehe mich bei meiner Bewertung in erster Linie auf die „10 Regeln der DGE“ : https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/fm/10-Regeln-der-DGE.pdf.

Nach meinem Ermessen konnte ich die 10 Regeln weitestgehend gut umsetzen während meines Selbstexperimentes. Einiges, was ich zu einer gesunden Ernährungsweise zähle, blieb aber auf der Strecke.

Selbstexperiment: 5 ausgewählte Kennzahlen

  • Ausgaben: 33,64€
  • 94g Eiweiß pro Tag
  • 10kg Obst&Gemüse
  • 5kg fettarme Milchprodukte
  • 25g – 30g Walnüsse täglich

Selbstexperiment: Esskultur bleibt auf der Strecke

Mit den 33,84€ bin ich über die sieben Tage gekommen. Ich habe genau 33,64€ ausgegeben, also rechnerisch sogar noch ein bisschen Geld übrig. Ich habe sehr üppig Obst&Gemüse sowie fettarme Milchprodukte zu mir genommen und mit ca. 1g Eiweiß pro kg Körpergewicht liege ich über den notwendigen 0,8g.

Allerdings hat das Geld nur gereicht, weil ich rudimentär und in erster Linie vegetarisch gegessen habe. Für eine Auswahl an Gewürzen und Saucen sind 145,04€ zu wenig. Von Fleisch und Fisch ganz zu schweigen. Insbesondere die empfohlenen 1-2 Fischmahlzeiten pro Woche sind bei dem Hartz-4-Satz schwer erreichbar.

Das habe ich bei meinem Selbstexperiment gelernt

Vor Beginn des Experiments bin ich davon ausgegangen, dass es möglich ist mit Hartz-4 gesund zu essen. Durch die eigenen Erfahrungen hat sich mein Blickwinkel etwas verändert. Für Menschen, die sich freiwillig dafür entscheiden nicht zu arbeiten wie ein Arno Dübel erscheint schon Hartz-4 zu viel.

Für Menschen, die aufgrund gesundheitlicher, familiärer oder anderer Gründe nicht arbeiten können, erscheint mir das von Hartz-4 für Essen eingeplante Geld als ungerecht wenig.

Perspektivwechsel durch das Selbstexperiment

Ich muss definitiv zugeben, dass ich das Selbstexperiment unterschätzt habe. Und genau deswegen bin ich sehr froh es gemacht zu haben. Wer von 4,83€ pro Tag gesund essen möchte, der muss sich im Supermarkt ganz genau überlegen, was er/sie sich noch leisten kann. Das ist für 7 Tage gut auszuhalten. Wer aber langfristig in einer Situation ist, in der kein Entfliehen aus dem Hartz-4-Strudel zu erwarten ist, dem ist diese finanzielle Belastung nicht zuzumuten!

In einer finanziell so beengten Situation fällt es schwer, Freude an gesunder Ernährung zu finden aber genau diese Freude ist die Grundvoraussetzung für ein langfristig positives und gesundes Verhältnis zum Essen.

Forderung an die Politik nach dem Selbstexperiment

Bei meinem Selbstexperiment ist mir klar geworden, wie belastend es ist, den ganzen Tag darüber nachdenken zu müssen ob das Geld für die nächste Mahlzeit reicht. Da ist es deutlich leichter sich eine Dreierpackung Tiefkühl-Pizza für 1,99€ zu kaufen. Ich bin der Meinung, dass Deutschland reich genug ist um eine gesunde Ernährung für Alle zu gewährleisten. Ideen wie eine eindeutigere Lebensmittelkennzeichnung und Steuervorteile für gesunde Lebensmittel sind ein großartiger Anfang. Das ideal umzusetzen bleibt eine große Herausforderung für Politik, Ernährungsexperten sowie Industrie und benötigt sicherlich viel Arbeit und Geduld, aber eine faire Ernährungspolitik ist es definitiv wert weiter verfolgt zu werden!

Fakten, Belege und Auflistungen der Mahlzeiten findest Du hier:

Du möchtest wissen wie Du dich gesund und ausgewogen ernähren kannst, dann schau auf meiner Webseite vorbei:

 

Selbstexperiment: „kann Hartz-4 für eine gesunde Ernährung reichen?“:

Selbstexperiment: „kann Hartz-4 für eine gesunde Ernährung reichen?“:

Ich werde ab heute eine Woche lang jeden Tag dokumentieren, was ich am Vortag gegessen habe. Gestern ging mein Selbstexperiment los und ich habe bis einschließlich Samstag, den 14.04.2018 33,84€ zur Verfügung um davon gesund zu essen und zu trinken. Nach Abschluss meines Selbstversuches werde ich die Kassenbelege zum Abgleich hochladen. Das Ergebnis ist auch mir unbekannt und ich hoffe ihr seid genauso gespannt auf das Ergebnis wie ich.

Viel Spaß beim Verfolgen, Kommentieren und Mitmachen!

Kleine Erläuterung zum Selbstexperiment:

Politische Themen polarisieren stark, das hat sich auch bei meinem Blogbeitrag vom 28.03.2018 deutlich gezeigt. Viele finden mein Selbstexperiment sehr interessant, andere finden die Frage anmaßend. Jeder Mensch darf seine Meinung äußern, das macht Demokratie aus.

Ich möchte allerdings persönlich noch ein paar Dinge klarstellen:

Ich will mit besagtem Beitrag weder ein Plädoyer für Hartz-4 abgeben noch meine Kompetenzen in dem Sinne überschreiten, dass ich den Anspruch erhebe unser Sozialsystem in seiner Gänze beurteilen zu können. Noch weniger möchte ich prekäre Einzel- und insbesondere schwierige Familienschicksale beschönigen.

Ziele meines Selbstexperiments:

Mein langfristiges Ziel ist zum einen, auf die problematische Situation zwischen Lobbyarbeit der Ernährungsindustrie und unserer Politik aufmerksam zu machen und zum zweiten, kurzfristig für mich und alle Interessierten die Frage beantworten, ob das von Hartz-4 für Lebensmittel eingeteilte Geld(145,04€ monatlich/ 33,84€ wöchentlich/ 4,83€ täglich) für eine gesunde Ernährung reichen KANN.

Diese Frage ist meines Erachtens nicht nur für die politische Debatte um Hartz-4 und die Aussage von Jens Spahn von Relevanz, sondern für alle Menschen, die sich von wenig Geld gesund ernähren wollen oder müssen.

Bei dem Thema „gesunde Ernährung“ liegt mein Kompetenzbereich und auf diesen werde ich mich bei meinem Selbstexperiment vom 08.04. bis 14.04.2018 beschränken. Wer Lust hat, daran teilzunehmen, mit zu diskutieren oder einfach dabei zu sein und zuzuschauen, ist herzlich eingeladen!

Beginn: Tag 1: 08.04.2018

Mahlzeiten 08.04.2018Selbstexperiment Tag 2Selbstexperiment Tag 3Selbstexperiment Tag 4

Selbstexperiment Tag 5Selbstexperiment: Tag 6Selbstexperiment: Tag 7

 

Die gesammelten Belege für mein Essen vom 08.04. – 14-04.2018:

Mehr dazu gibt es täglich hier: https://www.verumvita.de/blog/

Der perfekte Mensch

Der perfekte Mensch

Letzte Woche habe ich den Film „Jugend ohne Gott“ gesehen. Höchst empfehlenswert! Das dort gezeichnete gesellschaftliche Bild ist beklemmend. Die ganze Szenerie wirkt sehr futuristisch und technologisiert. Die Menschen sind in Klassen und feste Wohnbezirke eingeteilt. Wer seinen Wohnbezirk verlässt ist ein „Illegaler“ und in aufwendigen Bootcamps wird die Elite der Elite ausgewählt, um die Gesellschaft zu führen. Verrückt ist meiner Ansicht nach, dass ein Mensch, der nicht in unserem kapitalistischen System aufgewachsen sind und unsere heutige Welt betrachtet, das selbe beklemmende Gefühl beschleichen könnte wie mich beim Ansehen des Films. Weiterlesen