Resümee zum Selbstexperiment

Selbstexperiment „Hartz-4“ – Resümee

Selbstexperiment „Hartz-4“

Vom 08.04. bis zum 14.04.2018 habe ich ein Selbstexperiment zu der umstrittenen Aussage von Herrn Spahn, dass „Hartz-4 zum leben reicht“, durchgeführt. Mich hat bei der Debatte vor allem interessiert, ob der Satz von 145,04€ pro Monat, die für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke vorgesehen ist, ausreichen kann. Dafür habe ich mir selbst für eine Woche 33,84€ zur Verfügung gestellt, von denen ich mich möglichst gesund ernähren wollte. Wie ich diese Woche erlebt habe und was ich daraus gelernt habe, erfährst Du in meinem heutigen Blog. Viel Spaß beim Lesen 🙂

Selbstexperiment: Kriterien größtenteils erfüllt

Vor Antritt der 7 Tage war ich mir ziemlich sicher, dass man von 4,83€ täglich gesund essen kann. Was eine gesunde Ernährung ausmacht, ist ein breit diskutiertes Thema. Ich beziehe mich bei meiner Bewertung in erster Linie auf die „10 Regeln der DGE“ : https://www.dge.de/fileadmin/public/doc/fm/10-Regeln-der-DGE.pdf.

Nach meinem Ermessen konnte ich die 10 Regeln weitestgehend gut umsetzen während meines Selbstexperimentes. Einiges, was ich zu einer gesunden Ernährungsweise zähle, blieb aber auf der Strecke.

Selbstexperiment: 5 ausgewählte Kennzahlen

  • Ausgaben: 33,64€
  • 94g Eiweiß pro Tag
  • 10kg Obst&Gemüse
  • 5kg fettarme Milchprodukte
  • 25g – 30g Walnüsse täglich

Selbstexperiment: Esskultur bleibt auf der Strecke

Mit den 33,84€ bin ich über die sieben Tage gekommen. Ich habe genau 33,64€ ausgegeben, also rechnerisch sogar noch ein bisschen Geld übrig. Ich habe sehr üppig Obst&Gemüse sowie fettarme Milchprodukte zu mir genommen und mit ca. 1g Eiweiß pro kg Körpergewicht liege ich über den notwendigen 0,8g.

Allerdings hat das Geld nur gereicht, weil ich rudimentär und in erster Linie vegetarisch gegessen habe. Für eine Auswahl an Gewürzen und Saucen sind 145,04€ zu wenig. Von Fleisch und Fisch ganz zu schweigen. Insbesondere die empfohlenen 1-2 Fischmahlzeiten pro Woche sind bei dem Hartz-4-Satz schwer erreichbar.

Das habe ich bei meinem Selbstexperiment gelernt

Vor Beginn des Experiments bin ich davon ausgegangen, dass es möglich ist mit Hartz-4 gesund zu essen. Durch die eigenen Erfahrungen hat sich mein Blickwinkel etwas verändert. Für Menschen, die sich freiwillig dafür entscheiden nicht zu arbeiten wie ein Arno Dübel erscheint schon Hartz-4 zu viel.

Für Menschen, die aufgrund gesundheitlicher, familiärer oder anderer Gründe nicht arbeiten können, erscheint mir das von Hartz-4 für Essen eingeplante Geld als ungerecht wenig.

Perspektivwechsel durch das Selbstexperiment

Ich muss definitiv zugeben, dass ich das Selbstexperiment unterschätzt habe. Und genau deswegen bin ich sehr froh es gemacht zu haben. Wer von 4,83€ pro Tag gesund essen möchte, der muss sich im Supermarkt ganz genau überlegen, was er/sie sich noch leisten kann. Das ist für 7 Tage gut auszuhalten. Wer aber langfristig in einer Situation ist, in der kein Entfliehen aus dem Hartz-4-Strudel zu erwarten ist, dem ist diese finanzielle Belastung nicht zuzumuten!

In einer finanziell so beengten Situation fällt es schwer, Freude an gesunder Ernährung zu finden aber genau diese Freude ist die Grundvoraussetzung für ein langfristig positives und gesundes Verhältnis zum Essen.

Forderung an die Politik nach dem Selbstexperiment

Bei meinem Selbstexperiment ist mir klar geworden, wie belastend es ist, den ganzen Tag darüber nachdenken zu müssen ob das Geld für die nächste Mahlzeit reicht. Da ist es deutlich leichter sich eine Dreierpackung Tiefkühl-Pizza für 1,99€ zu kaufen. Ich bin der Meinung, dass Deutschland reich genug ist um eine gesunde Ernährung für Alle zu gewährleisten. Ideen wie eine eindeutigere Lebensmittelkennzeichnung und Steuervorteile für gesunde Lebensmittel sind ein großartiger Anfang. Das ideal umzusetzen bleibt eine große Herausforderung für Politik, Ernährungsexperten sowie Industrie und benötigt sicherlich viel Arbeit und Geduld, aber eine faire Ernährungspolitik ist es definitiv wert weiter verfolgt zu werden!

Fakten, Belege und Auflistungen der Mahlzeiten findest Du hier:

Du möchtest wissen wie Du dich gesund und ausgewogen ernähren kannst, dann schau auf meiner Webseite vorbei:

 

Rückblick mein Halbmarathon 2018

Halbmarathon 2018 – Rückblick

Mein Halbmarathon 2018

Es ist vollbracht und halb Hannover war dabei. Buchstäblich. Gut 25,000 Läufer und ca. 220,000 Zuschauer wohnten dem Spektakel bei. Besonders für die Zuschauer war es mit Temperaturen um die 25C und praller Sonne das perfekte Wetter für diesen Event. Für uns Läufer wären 10 Grad kühler wahrscheinlich noch schöner gewesen, aber letztlich war es ein toller Tag für alle Beteiligten. Für mich war der Halbmarathon zum Ende hin eine echte Quälerei mit anschließendem Kurzbesuch im Medizinzelt. Mehr dazu in meinem heutigen Blogbeitrag. Viel Spaß beim Lesen. Weiterlesen

Selbstexperiment: „kann Hartz-4 für eine gesunde Ernährung reichen?“:

Selbstexperiment: „kann Hartz-4 für eine gesunde Ernährung reichen?“:

Ich werde ab heute eine Woche lang jeden Tag dokumentieren, was ich am Vortag gegessen habe. Gestern ging mein Selbstexperiment los und ich habe bis einschließlich Samstag, den 14.04.2018 33,84€ zur Verfügung um davon gesund zu essen und zu trinken. Nach Abschluss meines Selbstversuches werde ich die Kassenbelege zum Abgleich hochladen. Das Ergebnis ist auch mir unbekannt und ich hoffe ihr seid genauso gespannt auf das Ergebnis wie ich.

Viel Spaß beim Verfolgen, Kommentieren und Mitmachen!

Kleine Erläuterung zum Selbstexperiment:

Politische Themen polarisieren stark, das hat sich auch bei meinem Blogbeitrag vom 28.03.2018 deutlich gezeigt. Viele finden mein Selbstexperiment sehr interessant, andere finden die Frage anmaßend. Jeder Mensch darf seine Meinung äußern, das macht Demokratie aus.

Ich möchte allerdings persönlich noch ein paar Dinge klarstellen:

Ich will mit besagtem Beitrag weder ein Plädoyer für Hartz-4 abgeben noch meine Kompetenzen in dem Sinne überschreiten, dass ich den Anspruch erhebe unser Sozialsystem in seiner Gänze beurteilen zu können. Noch weniger möchte ich prekäre Einzel- und insbesondere schwierige Familienschicksale beschönigen.

Ziele meines Selbstexperiments:

Mein langfristiges Ziel ist zum einen, auf die problematische Situation zwischen Lobbyarbeit der Ernährungsindustrie und unserer Politik aufmerksam zu machen und zum zweiten, kurzfristig für mich und alle Interessierten die Frage beantworten, ob das von Hartz-4 für Lebensmittel eingeteilte Geld(145,04€ monatlich/ 33,84€ wöchentlich/ 4,83€ täglich) für eine gesunde Ernährung reichen KANN.

Diese Frage ist meines Erachtens nicht nur für die politische Debatte um Hartz-4 und die Aussage von Jens Spahn von Relevanz, sondern für alle Menschen, die sich von wenig Geld gesund ernähren wollen oder müssen.

Bei dem Thema „gesunde Ernährung“ liegt mein Kompetenzbereich und auf diesen werde ich mich bei meinem Selbstexperiment vom 08.04. bis 14.04.2018 beschränken. Wer Lust hat, daran teilzunehmen, mit zu diskutieren oder einfach dabei zu sein und zuzuschauen, ist herzlich eingeladen!

Beginn: Tag 1: 08.04.2018

Mahlzeiten 08.04.2018Selbstexperiment Tag 2Selbstexperiment Tag 3Selbstexperiment Tag 4

Selbstexperiment Tag 5Selbstexperiment: Tag 6Selbstexperiment: Tag 7

 

Die gesammelten Belege für mein Essen vom 08.04. – 14-04.2018:

Mehr dazu gibt es täglich hier: https://www.verumvita.de/blog/

Haj-Hannover-Marathon

Kohlenhydrate für den Haj-Hannover-Marathon

Am 08.04.2018 ist es soweit: Laufprofis, -Amateure sowie begeisterte Breitensportler warten auf den Startschuss zum 28. Haj-Hannover-Marathon in Hannover. Auch ich bin einer dieser Laufbegeisterten. Seit Anfang des Jahres habe ich intensiv trainiert. Eine Verletzungspause warf mich zurück, aber nun bin ich fit und motiviert auf meinen zweiten Halbmarathon. Meine Ziele sind die Verbesserung meiner persönlichen Bestzeit(2015, 1:41:01) sowie das Knacken der 1:40-Marke.

Um seine Laufzeit zu perfektionieren sollte auch die Ernährung kurz vor dem Wettkampf passen. Wie ihr die letzten Tage vor dem (Haj)-Marathon ernährungstechnisch das Beste aus eurem Lauf herausholt, verrate ich euch heute. Weiterlesen

Ist gesund essen mit Hartz-4 möglich?

Kann man mit Hartz-4 gesund essen?

Unser neuer Gesundheitsminister Jens Spahn hat mit seiner Aussage, dass „Hartz-4 zum Leben reicht“, für heftige Kontroversen gesorgt. Ich glaube, dass die daraus entstandene Debatte durchaus berechtigt ist und möchte diesen Blogbeitrag für drei Dinge nutzen. Erstens möchte ich diskutieren, inwieweit man mit Hartz-4 gesund essen & trinken kann und daraus ein kleines Selbstexperiment ableiten. Zweitens möchte ich die Debatte auf Menschen ausweiten, die zwar voll arbeiten aber ebenfalls kaum mehr Geld (für Essen) zur Verfügung haben als Hartz-4 Empfänger. Und drittens möchte ich einen Paradigmenwechsel auf das Thema „gesunde Ernährung für kleines Geld“ vornehmen. Viel Spaß beim Lesen und danke für eure Meinungen und Kommentare zu diesem Thema.

Wieviel Hartz-4 ist für Nahrung vorgesehen?

Seit dem 01.01.2018 bekommt jeder Hartz-4 Empfänger 416€ pro Monat zum Leben(+ Miete inkl. Heizkosten). Das sind knapp 14€ pro Tag.

Laut eines Kuchendiagramms von hartz4.org stehen 145,04€ im Monat für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke zur Verfügung( http://www.hartziv.org.) Das sind knapp 5,00€ täglich. Kann das reichen, um sich gesund und ausgewogen zu ernähren?

Kann Hartz-4 reichen?

Ich glaube, wer sich dafür entscheidet pflanzenbasiert zu essen, kann von knapp fünf Euro pro Tag essen. Da muss man zwar sparsam sein und hat nicht die volle Auswahl, aber es geht. Um ausreichend Obst und Gemüse zu sich zu nehmen, wird man sich mit Hartz-4 größtenteils auf Tiefkühl-Produkte beschränken müssen. 750g TK-Gemüse kostet z.B. bei Netto 1,29€, 500g Joghurt 0,39€. Auch wenn diese Produkte kein Bio-Siegel haben, ist die Nahrungsmittelqualität und -sicherheit in Deutschland sehr hoch und deswegen meiner Meinung nach zumutbar.

Meine These:

„Hartz-4 kann für eine gesunde, pflanzenbasierte Ernährung reichen.“

Mein Hartz-4-Experiment

Doch wer A sagt muss auch B machen. Ich werde in einem Selbstexperiment vom 08.04. bis zum 14.04.2018 versuchen 7 Tage lang von 4,83€ pro Tag, also 33,84€ in der Woche gesund zu essen. Auf Facebook und Instagram werde ich täglich über den Zwischenstand berichten. Wer sich dem Experiment anschließen möchte, ist herzlich eingeladen unter #verumvita seine Erfahrungen mit uns zu teilen!

Essen zwischen Hartz-4 und Mindestlohn

Ich persönlich finde die Debatte um Arbeitslosenhilfe geht in eine falsche Richtung. Ich finde die Idee des „bedingungslosen Grundeinkommens“ sehr interessant, aber das soll heute nicht Thema sein. Empörend finde ich, dass Menschen die 40 Stunden die Woche arbeiten und Mindestlohn bekommen, häufig nach Abzug von Steuern etc. unwesentlich mehr oder genauso viel Geld zur Verfügung steht, wie Hartz-4 Empfängern. 14€ pro Tag zur Verfügung zu haben, ist da keine Selbstverständlichkeit. Das heißt:

„Wer arbeiten geht, kann sich nicht unbedingt gesünder ernähren als ein Hartz-4 Empfänger!“

Hartz-4: Welche Grundrechte haben wir beim Essen?

Haben wir in Deutschland die Verpflichtung auch Erwerbslose mit der bestmöglichen Lebensmittelqualität( Bio, Demeter-Qualität) zu versorgen? Ich finde nicht. Studenten, Menschen die Mindestlohn bekommen, viele Selbstständige und andere Erwerbstätige haben nicht die Möglichkeit sich solch einen Lebensmittelstandard zu leisten. Wer als Arbeitsloser umdisponiert, mag diese Möglichkeit sogar haben. Wenn man statt knapp fünf Euro, 10 Euro pro Tag für Essen ausgibt und auf andere Annehmlichkeiten verzichtet, kann man durchaus Bio-Qualität bekommen. Ansprüche darauf zu erheben, empfinde ich allerdings als vermessen.

Hartz-4 Empfänger sterben früher

Arme Menschen in Deutschland sterben früher als reiche Menschen. Das ist nicht fair. Doch wie kann man dieses Problem angehen? Ich glaube, dass eine Erhöhung der Leistungen da nicht weiterhilft, denn das größte Problem ist nicht die Armut an Materiellem, sondern die Armut an Bildung. In bildungsfernen Schichten ist das Wissen über gesunde Lebensmittel und die Fähigkeit gesund zu kochen deutlich geringer ausgeprägt, als in gebildeten Milieus( http://www.sueddeutsche.de/leben/ergebnisse-der-verzehrstudie-bildung-macht-schlank-1.595947).

Hartz-4 und neue Paradigmen

Da die oftmals ungesunden Ernährungsgewohnheiten von Geringverdienern weniger mit den finanziellen-, als mit den Bildungsressourcen zusammenhängen, müssen wir neue Wege gehen und die Herausforderung aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

Es werden immer wieder Stimmen aus den Fachkreisen von Ernährungswissenschaftlern und Verbraucherschützern laut, denen ich mich gerne anschließen möchte: Wir brauchen eine klare Deklarierung von gesunden und ungesunden Lebensmitteln und wir benötigen eine Veränderung des Mehrwertsteuer- Systems. Durch diese Besteuerung sollen Obst&Gemüse mit 0%, Milchprodukte, Fleisch, Nudeln etc. mit 7% und zuckerreiche Lebensmittel und Getränke mit mindestens 19% besteuert werden. Dadurch bekämen auch bildungsferne Gesellschaftsschichten ohne große finanzielle Freiräume die Möglichkeit gesund zu leben!

Für weitere Infos: https://www.verumvita.de

Psychologie der Gesundheit II

Psychologie der Gesundheit Teil II

Letzte Woche habe ich ganz allgemein über das Thema Psychologie der Gesundheit berichtet. Heute möchte ich etwas mehr ins Detail gehen. Natürlich hat eine gesunde Lebensführung mit der regelmäßigen Auswahl von gesunden Lebensmitteln, ausreichend Bewegung und der Vermeidung von ungesunden Lebensmitteln zu tun. Doch wenn ich in eine Gesprächsrunde frage, wer denn meint, er solle mehr Sport treiben, mehr Obst & Gemüse essen und weniger Süßigkeiten zu sich nehmen, melden sich im Normalfall 90 -100% bei mindestens einem dieser Aspekte. Daraus ergibt sich die Preisfrage:

„Wenn wir eigentlich wissen, was wir besser machen müssten, warum tun wir es dann nicht einfach?“

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Die Psychologie unserer Gesundheit

Psychologie der Gesundheit Teil 1

Psychologie der Gesundheit

Als ich begann mich für das Thema Ernährung zu interessieren, hatte ich zum einen meine eigenen Ernährungsprobleme und war zum anderen fest davon überzeugt, dass umfassendes Wissen über gesunde Ernährung völlig ausreichen würde, um diese zu lösen. Im Laufe der Jahre habe ich dann mehr und mehr gelesen, gelernt und dadurch begriffen, dass die Psychologie der Gesundheit (mit-)entscheidend ist.

Auch in den ersten Semestern meines ernährungswissenschaftlichen Studiums lösten sich meine eigenen Ernährungsprobleme nicht in Luft auf, obwohl ich sehr viel Wissen über Physiologie, Anatomie, Biochemie und Lebensmittel anhäufte.

Mittlerweile habe ich meine Ernährung und mein Körpergewicht weitestgehend unter Kontrolle. Allerdings auf einer ganz anderen Ebene, als ich damals erwartet hätte… Weiterlesen

Der perfekte Mensch

Der perfekte Mensch

Letzte Woche habe ich den Film „Jugend ohne Gott“ gesehen. Höchst empfehlenswert! Das dort gezeichnete gesellschaftliche Bild ist beklemmend. Die ganze Szenerie wirkt sehr futuristisch und technologisiert. Die Menschen sind in Klassen und feste Wohnbezirke eingeteilt. Wer seinen Wohnbezirk verlässt ist ein „Illegaler“ und in aufwendigen Bootcamps wird die Elite der Elite ausgewählt, um die Gesellschaft zu führen. Verrückt ist meiner Ansicht nach, dass ein Mensch, der nicht in unserem kapitalistischen System aufgewachsen sind und unsere heutige Welt betrachtet, das selbe beklemmende Gefühl beschleichen könnte wie mich beim Ansehen des Films. Weiterlesen

Nahrungsergänzungsmittel

5 Fakten zu Nahrungsergänzungsmitteln

Nahrungsergänzungsmittel

Wenn ich meine Facebook- oder Instagram-App auf dem Laptop oder Handy öffne, werde ich sofort mit der heutigen Thematik konfrontiert: Nahrungsergänzungsmittel(NEM). Ob im Newsfeed oder in Ernährungs-Gruppen. Überall bewerben Personen bestimmte Pülverchen, Kapseln und Tabletten, die angeblich die neue Wunderwaffe gegen die festsitzenden Fettpölsterchen und für die Gesundheit sein sollen. Ich als Ökotrophologe und Essbegeisterter bin bisher auf kein Produkt gestoßen, das sich wirklich von der Konkurrenz abhebt. Mehr dazu jetzt: Weiterlesen

Eine kurze Geschichte über Essen Teil 2

Essen und Überfluss

Als das Jahr 2000 eingeläutet wurde, begann das erste Jahrtausend, indem Hunger in den meisten Teilen der Welt kein großes Thema mehr war. Das ändert natürlich nichts daran, dass wir auf diesem Feld noch vor großen Herausforderungen stehen. Auch 10% hungernde Menschen sind 10% zu viel. Doch im Vergleich zu allen anderen Jahrtausenden ist der Beginn des 21. Jahrhunderts voller Wohlstand und Fülle. Das ist für uns Menschen allerdings nicht ohne Nebenwirkungen. Mit einem Gehirn das 300000 Jahre gegen das Verhungern gearbeitet hat, stehen wir jetzt vor ganz neuen Herausforderungen. Diese Herausforderungen des modernen Essen, davon bin ich überzeugt, lassen sich nur im gesellschaftlichen Kollektiv bewältigen. Die Frage ist: Wie?

Essen und gesellschaftlicher Wandel

Ursprünglich haben sich Homo Sapiens in Gruppen zusammengefunden, weil es bessere Chancen für das Überleben( Schutz und Nahrungssuche) und zur Reproduktion( Sex) bot. Mittlerweile ist die Menschheit so stark vernetzt, dass Sex, Schutz und Nahrung mehr oder weniger frei verfügbar sind. Während wir früher unsere Zeit und Energie vollständig dafür nutzten, um zu überleben und uns fortzupflanzen, haben wir heute ungeahnte Mengen an frei verfügbarer Zeit und viel mehr Essen( Energie) als uns gut täte.

Früher waren arme Menschen dünn, heute sind arme Menschen fettleibig.

Essen und Gesellschaft früher

Wie lief die Verteilung in vergangenen Epochen ab? Jeder hatte seine gesellschaftliche Aufgabe. Ob Jäger oder Sammler oder in späterer Zeit Müller, Bäcker, Steinmetz usw. Wir waren aufeinander angewiesen und haben unsere Waren und Dienstleistungen miteinander getauscht. Diese, für alle sichtbare Umverteilung von Ressourcen schaffte Resonanz und Verbundenheit in der Gesellschaft. Es mussten schlichtweg Gemeinschaften entstehen.

Essen und Gesellschaft heute

Heute bröckelt diese Gemeinschaft zunehmend. Wir haben Sicherheit und Essen genug, ja sogar zu viel des Guten. Und Sex wird von der Industrie als Instrument genutzt um die primitiven Bereiche unseres Gehirns anzusprechen und uns zum Konsum zu animieren. Von Essen zum Beispiel. Unser Arbeitsleben fußt kaum noch auf Resonanz und Gemeinschaft, sondern viel mehr auf Konkurrenz, Status und Ressourcenakkumulierung.

Ist es nicht verrückt, dass unsere Gesellschaft ganze Berufszweige hervorgebracht hat, die dafür verantwortlich sind, unseren Abfall zu „entsorgen“?

Essen, Kapitalismus und die Folgen

Die Verantwortung für unsere Gesellschaft sehe ich auf politischer Ebene. Hier benötigen wir meiner Meinung nach große, regulierende Veränderungen. Warum?

Der Kapitalismus und seine freien Märkte bringen uns eine riesige Auswahl an Lebensmitteln( und anderen Waren). Außerdem muss sich das System „Kapitalismus“ ständig dynamisch steigern und Wirtschaftswachstum generieren, um sich selbst zu erhalten. Deswegen müssen auch immer größere Mengen an Essen und anderen Waren verkauft werden.

Für unseren Planeten bedeutet dies fehlende Nachhaltigkeit und für uns Menschen ein unglückliches und ungesundes Leben im Hamsterrad aus Produktion und Konsum.

Essen und Gemeinschaft

Ich bin davon überzeugt, dass wir Essen wieder mehr Raum in unserem Alltag geben müssen, wenn wir ein gesundes Verhältnis dazu entwickeln wollen. Ideen wie diese: https://foodsharing.de/?page=content&sub=forderungen halte ich für einen großartigen Anfang. Aber auch die Politik muss damit beginnen, für uns Menschen die Rahmenbedingungen zu schaffen, die es braucht, um unseren Alltag zu entschleunigen und mehr Zeit und Raum für die Nahrungszubereitung und den Genuss zu schaffen!