Weihnachts- Shopping

Black Friday Kritik

Diese Woche beginnt die offizielle Weihnachtszeit. In den Supermärkten stapeln sich zwar schon seit Monaten die typischen Süßigkeiten, aber nun wird so richtig zum Konsum geläutet. Seit Montag sind die Weihnachtsmärkte offen und am Sonntag ist der Erste Advent. Passend hierzu werden wir Konsumenten mit Rabatten und Sonderangeboten nahezu überschüttet.

Ein erster Höhepunkt des Konsums findet diese Woche statt. Der Black Friday. Wie passt das zu den Bemühungen um Klimaschutz? – Ein Gastbeitrag von Mira Kiegeland.

Historisches zum Black Friday

Der Black Friday, nicht zu verwechseln mit dem schwarzen Freitag des Börsencrashs 1929, läutet das Weihnachtsgeschäft in Amerika ein. Traditionell findet er am Freitag nach Thanksgiving statt.

Unterschiedliche Theorien versuchen den Namen „Black Friday“ herzuleiten. So rührt der Name laut einer Theorie von den Menschenmassen in den Einkaufszentren und Innenstädten. Dies könnte eine Anspielung auf das Chaos nach dem Börsencrash 1929 sein. 

Eine zweite Theorie besagt, dass dieser Tag die Chance für die Einzelhändler ist aus den Roten Zahlen zu kommen. Mit Hilfe der Einahmen an diesem Tag können sie endlich schwarze, black, Zahlen schreiben. 

Eine dritte Theorie besagt, dass die Händler ganz schwarze Hände hätten, durch das viele Geld zählen an diesem Tag. Woher der Name ursprünglich kommt, ist also unklar.

Klar ist jedoch, dass der Black Friday inzwischen auch in Deutschland nicht zu übersehen ist.

Black Friday in Deutschland

In Deutschland, findet der Black Friday etwa seit 2013 statt. Hier zu Lande beschränkte er sich zunächst eher auf die Online Händler, inzwischen ist auch der Einzelhandel mit ins Boot gestiegen.

Das Handelsblatt Deutschland prognostiziert eine erneute Umsatzsteigerung auch in 2019. Der Umsatz wird auf 3,1 MILLIARDEN Euro geschätzt, deutlich mehr als im Vorjahr (2,4 Mdr. €). 

Beworben werden sie als „super Sonderangebote“ in den Geschäften, im Fernsehen, auf dem Smartphone usw.. Einige Unternehmen werben mittlerweile sogar mit einer ganzen Woche voller Rabatte. Es wird also alles versucht um die Kunden zum Kauf zu verleiten. 

„Werden wir zu Konsumenten degradiert?“ 

Kritik am Black Friday

Verbraucherzentralen melden an, dass die Rabatte am Black Friday künstlich aufgeblasen sind. Sie rät daher den Verbrauchern, Ruhe zu bewahren und Preise zu vergleichen. 

Zusätzlich warnt sie vor Fake-Shops. Denn diese Online Plattformen seien gut getarnt und wirkten auf den ersten Blick wie ein normaler Online-Shop.

Die Konsum-Frage

Konsumieren wir zu viel? Oder ist es genau richtig in dieser einen Woche bzw. an diesem einen Tag völlig maßlos zu konsumieren, wenn nur das Angebot gut genug ist?

Weihnachten wird nach meinem subjektiven Empfinden immer mehr ein Fest des Konsums. In welchem Wohnzimmer steht der größte Weihnachtsbaum? An welchem Esstisch wird am ausladendsten gespeist? Wer hat die teuersten Geschenke? 

Diese ständigen Vergleiche arten oftmals in Stress aus.

Ist es daher vielleicht besser sich diesem aufgeblasenen Kaufrausch zu entziehen? 

Black Friday – Konsum macht nicht glücklich

Wir leben in einer Welt, die dazu einlädt sich glücklich zu kaufen. Mit Hilfe von Konsumgütern belohnen wir uns für die besonders anstrengende Woche, das wichtige Meeting , die bestandene Klausur. Zusätzlich trösten sie uns, bei Trauer, Liebeskummer oder dem Gefühl versagt zu haben. Jeder von uns kennt diese Situationen. Seien wir einmal ehrlich, wie nachhaltig glücklich waren wir nach dem Kauf wirklich? Macht etwas zu besitzen uns glücklicher als vorher, oder ist es nur ein Gefühl, das schnell verfliegt?

Ich bin der Überzeugung, dass uns Erlebnisse glücklicher machen. Insbesondere solche, die wir mit uns nahestehenden Freunden, Bekannten oder Familienmitgliedern geteilt haben.

Blicken wir nicht voller Begeisterung auf die schönen Momente und Erlebnisse in unserem Leben zurück, anstatt auf die 10. Jeans, oder das 20. Paar Schuhe?

Alternative: Kauf-Nix-Tag

Seit 1992 gibt es eine Alternative, der Kauf-Nix-Tag. An diesem Tag werden die dazu Menschen aufgerufen, gerade an diesem besagtem Schnäppchen- Freitag nicht zu konsumieren. So zu sagen ein 24- stündiger-Konsumdetox. Ist das wirklich sinnvoll, oder sollten wir uns nicht lieber nach dem Kaufrausch Ende November zu einem bewussten-Konsum-Dezember entscheiden?

Oder sollten wir einen dritten Weg einschlagen und uns mit der Notwendigkeit von Klimaschutz und Nachhaltigkeit  auseinander setzen? Das würde bedeuten, das ganze Jahr bewusst zu konsumieren.

Nachhaltigkeit vs. Black Friday

In der Klimadebatte wird von einem bewusstem Konsum gesprochen. Vielleicht wäre es gerade wichtig, in der sonst so stressigen Vorweihnachtszeit, einen Gang runter zu schalten. Sollten wir nicht gerade bei Geschenken und Essen uns Gedanken machen? Ich bin der Meinung, ein Weihnachtsfest kann auch ohne Geschenkeberg unter dem Baum gelingen.

Ist es nicht passend, dass ebenfalls am größten Konsumtag der westlichen Welt zu einem globalen Klimastreik aufgerufen wurde. Wieder werden Tausende auf den Straßen erwartet. Es gibt die ganze Woche Veranstaltungen in Form einer „Public Climate School“.

Viele Menschen fangen an sich und ihr Konsumverhalten im Kontext des Klimawandels neu zu definieren. Genau dieses Verhalten ist so wichtig. Wir Konsumenten müssen unser Nachfrageverhalten überdenken. Besonders an einem so umsatzstarken Tag, wie dem Black Friday.

Stellt sich bei all dem Überangebot von Kaufmöglichkeiten nicht zusätzlich die Frage, woher die günstigen Produkte kommen und wer hier überhaupt profitiert?  Wir sollten uns, wie auch an den restlichen Tagen des Jahres die Frage stellen:

Brauche ich das wirklich?

Black Friday- Abschluss

Als Ökotrophologin beschäftige ich mich primär mit Lebensmitteln und unserer Ernährung. Jedoch sehe ich in unserem Konsumverhalten Schnittstellen, zwischen übermäßigem Kauf von Konsumgütern und Lebensmitteln. Oftmals versuchen wir mit beiden Güternarten eine emotionale Befriedigung zu erreichen. Daher sehe ich in einem bewussten Konsum und einem gesunden Leben eine Herausforderung. 

Eine erste Herausforderung auf dem Weg zu einem bewussten und nachhaltigem Konsum kann sein, sich dem Black Friday Hype zu entziehen.

Hierfür sollten wir uns eine wichtige Frage stellen. Brauchen wir diesen ganzen Konsumwahn für unsere innere Zufriedenheit? Der Mensch ist ein soziales Wesen. Deswegen bin ich der Überzeugung, wir sollten unsere Zeit und Energie in die Pflege guttuender Beziehungen stecken, anstatt dem nächsten Schnäppchen hinterher zu hechten.