5 Fakten zu Nahrungsergänzungsmitteln

Nahrungsergänzungsmittel

Wenn ich meine Facebook- oder Instagram-App auf dem Laptop oder Handy öffne, werde ich sofort mit der heutigen Thematik konfrontiert: Nahrungsergänzungsmittel(NEM). Ob im Newsfeed oder in Ernährungs-Gruppen. Überall bewerben Personen bestimmte Pülverchen, Kapseln und Tabletten, die angeblich die neue Wunderwaffe gegen die festsitzenden Fettpölsterchen und für die Gesundheit sein sollen. Ich als Ökotrophologe und Essbegeisterter bin bisher auf kein Produkt gestoßen, das sich wirklich von der Konkurrenz abhebt. Mehr dazu jetzt:

Nahrungsergänzungsmittel und Gesundheit

Sind alle NEM´s grundsätzlich schlecht? Nein! Es gibt durchaus Situationen, in denen ein solches Produkt sinnvoll für die menschliche Gesundheit sein kann. Zum Beispiel bei bestimmten Ernährungsformen oder Erkrankungen, bei denen einzelne Mikronährstoffe defizitär sind. Viele Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln versprechen allerdings utopische Wirkkräfte ihrer Produkte. Diese Versprechen entbehren jeglicher wissenschaftlicher Beweise.

Es ist wahr: Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe in Obst und Gemüse haben erwiesener Maßen positive Effekte auf unsere Gesundheit.

Nahrungsergänzungsmittel und Wirkung

Doch wer kann sagen, ob diese Wirkung noch besteht, wenn man die natürlichen Produkte trocknet, zu Pulver zerreibt, aufkonzentriert und dann als Pülverchen oder in Pillen zu sich nimmt? Niemand kann das sagen und die Ernährungswissenschaft kann zwar Obst & Gemüse empfehlen, aber bislang keine Nahrungsergänzungsmittel. Aus dem einfachen Grund, dass deren Wirksamkeit und Verträglichkeit nicht bewiesen sind.

Nahrungsergänzungsmittel und Schneeballsystem

Wenn ich sehe, dass Anna Musterfrau oder Alex Mustermann unbedingt ein bestimmtes Produkt an mich verkaufen möchten, frage ich mich erstmal: Warum? Sind diese Personen an meinem leiblichen und seelischen Wohlbefinden interessiert? Der eine oder andere hat bestimmt gute Absichten, doch meistens steckt ein materielles Interesse dahinter. Da diese Produktlinien wohl kaum den besagten Werbern selber gehören, ist die entscheidende Frage: Wie verdienen Anna und Alex mit solchen Produkten Geld? Meistens läuft dieses Geschäftsmodell über ein Schneeballsystem. Anna verkauft Alex das besagte Produkt und begeistert ihn für die Idee. Ab jetzt verdient Anna bei jedem Produktverkauf von Alex mit. So entsteht ein System, dass zwar niemandem wirklich hilft, aber zumindest den Produktentwickler ein Stück reicher macht.

Nahrungsergänzungsmittel und Zulassung

Wer ein Nahrungsergänzungsmittel auf dem deutschen Markt einführen möchte, muss dies dem BVL melden. Mit der Anzeige des Inverkehrbringens kann der Hersteller jetzt das Produkt vertreiben. Das ist zwar in dem Sinne sinnvoll, dass die Produkte schneller auf dem Markt verfügbar sind, hat aber einen entscheidenden Nachteil für uns Verbraucher:

Einige Nahrungsergänzungsmittel werden wieder aus dem Verkehr genommen, doch bis dahin kann es munter verkauft werden. Das gesundheitliche Risiko trägt der Verbraucher.

Nahrungsergänzungsmittel: Fazit

Die Meinungen zu Nahrungsergänzungsmitteln gehen stark auseinander: Es gibt Stimmen, die fest davon überzeugt sind, dass NEM´s einen festen Bestandteil einer gesunden Zukunft sind: https://www.nem-ev.de/assets/Uploads/Wie-viel-darf.pdf. Es gibt allerdings auch mahnende und warnende Stimmen, z.B. aus der Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale.de/aktuelle-meldungen/lebensmittel/endlich-klartext-bei-nahrungsergaenzungsmitteln-13409. Ob und wenn ja, welche Nahrungsergänzungsmittel gesundheitlich sinnvoll sind, werden zukünftige Untersuchungen zeigen. Ich kann nur sagen:

Wenn man Nahrungsergänzungsmittel kaufen möchte, dann aus der Apotheke und nicht von Anna Musterfrau oder Max Mustermann auf Facebook!

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