Warum eigentlich kein low-Protein?

Nachdem Du dich die letzten Wochen in meinem Blog mit den Vor- und Nachteilen von „low-carb“ und „fettarm“ auseinander setzen konntest, möchte ich jetzt auf den dritten und letzten energieliefernden Nährstoff eingehen. Eiweiß oder auch neudeutsch „Protein“ liefert ebenso wie Kohlenhydrate vier Kilokalorien/Gramm für unseren Organismus.
Bisher habe ich (Gott sei dank) noch nicht von einer low-Protein Diät gehört. Ausgenommen dem Fall von Nierenerkrankungen wie zum Beispiel Niereninsuffizienz.

Low-Protein – Wofür benötigen wir Eiweiß?

Eiweiß dient dem Körper als essentieller Bestandteil von Enzymen, Hormonen und mengenmäßig besonders der Skelettmuskulatur. Nach der Aufnahme mit der Nahrung wird das Protein bereits vom Hormon „Pepsin“ im Magen aufgespalten. Eiweiß wird also von Eiweiß zerlegt.
Im weiteren Verlauf durch Dünn- und Dickdarm wird das Nahrungseiweiß in seine Einzelbestandteile, die Aminosäuren, zerlegt. Nach dem Zerlegen werden die Aminosäuren wieder neu zusammengesetzt. Es entstehen neue Proteine, die je nach Struktur unterschiedliche Aufgaben im Organismus übernehmen.

Low-Protein – Muskeln- unser Eiweißspeicher

Im Gegensatz zu Kohlenhydraten, die in Leber und den muskulären Glykogenspeichern eingelagert werden, sowie Fett, über dessen Speicherorte ich vermutlich nichts zu sagen brauche, verfügt unser Körper nicht über einen klassischen Speicher für Eiweiß.
Dementsprechend sorgt eine zu geringe Zufuhr mit Protein dafür, dass unser Körper Eiweiß aus unserer Muskulatur abbaut, um uns mit Energie und Aminosäuren für die Synthese von Hormonen und Enzymen versorgen zu können. Ein Albtraum für jeden Menschen, der gerne wohlgeformte Skelettmuskeln haben möchte.

Low-Protein – Muskeln sind Luxus

Genau wie ein luxuriöses Auto, sind große Muskelberge nicht überlebenswichtig, sondern besonders „teuer“ im Unterhalt. Daher muss man dem Körper diesen Luxus notwendig erscheinen lassen. Zum einen mit körperlichem Training, das überschwellige Reize setzt und zum anderen mit einer gesunden Ernährung, damit unser Körper beim Muskelaufbau aus den Vollen schöpfen kann. Steht dem Körper genug Energie aus der Nahrung zur Verfügung, sind unsere Muskeln meist auf der sicheren Seite.
Beim Abnehmen ist der Körper allerdings gerne bereit, seine Luxusreserven anzugreifen. Daher sollten wir in diesem Fall die Eiweißzufuhr erhöhen. Doch um wieviel?

Low-Protein – Wieviel Eiweiß benötigen wir?

Je nachdem wieviel wir uns bewegen, benötigen wir auch mehr oder weniger Nahrungseiweiß. Die allgemeine Zufuhrempfehlung für Eiweiß wird insbesondere Kraftsportler sehr überraschen: 0,8g/KG Körpergewicht.

Bei 80 Kilogramm Körpergewicht macht das 64g Eiweiß am Tag.

Je nach körperlicher Belastung sowie bei einer negativen Energiebilanz können bis zu 2,0g/KG Körpergewicht notwendig sein. Mehr sollte es aber, deiner langfristigen Nierengesundheit und deinem Geldbeutel zu liebe, nicht sein.

Fazit zum Low-Protein:

Eiweiß ist der teuerste Energielieferant und sollte daher in Maßen und nicht in Massen zugeführt werden. Körperliche Aktivität sowie ein Kaloriendefizit sind gute Gründe dafür seine Eiweißzufuhr zu erhöhen. Über 2,0g Eiweiß / KG Körpergewicht macht aber lediglich deinen Urin teuer und führt eventuell langfristig zu gesundheitlichen Problemen. Wenn jemand höhere Eiweißzufuhr-Empfehlungen propagiert, sollte man sich fragen, ob nicht finanzielle Interessen dahinter stecken.

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