Modefrucht Avocado – Segen oder Fluch? – Teil 2

Letzten Mittwoch habe ich euch gezeigt, welche gesundheitlichen Vorteile die Avocado (angeblich) bietet. Doch die sogenannte Butterbirne hat leider auch Schattenseiten. Durch die steigende Nachfrage wird die Avocado teurer, die Menschen in den Erzeugerländern können sie sich nicht mehr leisten und die Avocado wird vom Kultur- zu einem Wirtschaftsgut.

Die Folgen der Avocado-Zucht machen betroffen

Mexiko ist insgesamt der größte Exporteur für Avocado, so Julian Heißler in der HAZ. In der letzten Zeit wurden Umweltschützer auf die Zerstörung der Flora und Fauna aufmerksam. Denn in Mexico werden jährlich tausende Hektar Pinienwald gerodet. Diese Pinienwälder sind eine Natursensation in 1500 bis 2000 Meter über dem Meeresspiegel- ein perfekter Ort für das Gedeihen vieler Pflanzen und Tiere. Doch nicht mehr lange. Die Avocado ist ein mächtiger Konkurrent und die steigende Nachfrage zerstört die Artenvielfalt.

Ökologischer Fußabdruck der Avocado

Neben den tausenden Kilometern Transportwege, den langen Lagerzeiten zum Nachreifen sowie dem peniblen Aussortieren nicht ganz perfekter Früchte gibt es noch zwei andere, große Probleme: Für die Aufzucht von drei Avocados werden mehr als 1000 Liter Wasser verbraucht und fruchtbare Böden ausgebeutet.

Vernunft muss von den Reichen kommen

Der Anbau von Avocados ist für die Menschen in Mexico und anderen wirtschaftlich schwachen Ländern sehr verführerisch. Avocados werden in Mexico auch „grünes Gold“ genannt, da es für Landwirte in dieser Region die beste Möglichkeit ist, schnell zu Geld zu kommen. Da überrascht es kaum, dass es die Bauern mit der Schadstoffbegrenzung nicht so genau nehmen. 
Deswegen müssen wir Menschen in den reichen Nachfrageländern für die Balance sorgen.

Fazit rund um die Avocado

Generelles Problem der Superfoods: Umstrittene Anbaumethoden, Mineralöl, Blei, Cadmium sowie Pestizide. In der EU sind diese Schadstoffe verboten. In Mexico, Kenia, Marokko und anderen, wirtschaftlich schwachen Anbauländern liegt der Fokus allerdings auf den ökonomischen Faktoren. Umwelt- und Verbraucherschutz kommen da häufig zu kurz. Die besser situierten Menschen – also wir – haben in meinen Augen die Verpflichtung ihre Nachfrage zu regulieren. Von den armen Menschen, die um ihr Überleben kämpfen, können wir dieses Verantwortungsbewusstsein nicht erwarten.

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