Eure Ernährung kotzt mich an!

Im Allgemeinen bin ich sehr tolerant. Dies beschränkt sich bei Weitem nicht nur auf das Thema Ernährung. Ich glaube, dass die Fähigkeit andere Menschen, deren Ansichten und kulturellen Hintergründe zu akzeptieren und mit Verständnis entgegen zu treten, unglaublich wichtig ist. In unserer globalisierten Welt ist diese Fähigkeit sogar essenziell um langfristig Weltfrieden erreichen zu können.

Lug und Trug:

Damit sich diese Fähigkeit breitgefächert verbreiten kann, bedarf es Vertrauen zueinander. Um dieses herzustellen benötigen wir gewisse Charaktereigenschaften. Drei Eigenschaften, die in meinen Augen unterschätzt werden, sind Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Transparenz. Werte, die drohen, verloren zu gehen. Besonders in sozialen Netzwerken. Es ist so leicht und verführerisch, seinen Fans und Followern etwas vorzugaukeln. Viele junge Menschen sind unglaublich formbar und anfällig für Manipulationen.

Auf der Suche

Ich kann mich selbst noch erinnern. Auf der Suche nach der eigenen Identität war ich als Jugendlicher bereit, nahezu alles zu versuchen, was eine schnelle Lösung für meine Probleme versprach. Irgendwo zwischen Kind und Erwachsenem brauchen wir gute Vorbilder- keine manipulativen Influencer, die selbst nicht wissen, was sie wirklich auf diesem Erdball zu suchen haben.

Falsche Ideale:

Viele Menschen benutzen das Thema „Ernährung“ als Marketingstrategie. Das stört mich sehr. Nicht nur, weil mir das Thema persönlich sehr am Herzen liegt. Hauptsächlich stört es mich, dass insbesondere junge Menschen auf solche Weise manipuliert werden. Meist steckt ein monetäres Interesse dahinter. Unter dem Deckmantel eines erstrebenswerten „Lifestyles“ werden junge Menschen dazu verführt, ihr Taschengeld in Supplemente, Fanartikel und Fitnessprogramme zu stecken. 
Besser Sport als Drogen
Man kann jetzt durchaus anführen, dass es ja besser sei, seine Kunden zu Sport und gesunder Ernährung zu verleiten, als dass die Jugendlichen saufen und Drogen nehmen. Durchaus ein gutes Argument. Problematisch finde ich es nur, wenn Influencer ihrem Erziehungsauftrag nur zum Schein nachkommen. Durch meine mittlerweile fast 9-jährige Erfahrung in verschiedenen Fitnessstudios und insbesondere durch meine berufliche Erfahrung kann ich einschätzen, wie realistisch es ist, dass die bekannten Fitnessmodels auf Facebook natural sind.

Anabolika sind auch Drogen

Wenn jemand seinen Körperbau auf ehrliche und natürliche Art und Weise erreicht hat und seinen Fans und Kunden als Vorbild dient, ziehe ich meinen virtuellen Hut. Es wird bestimmt auch den einen oder anderen geben, der sich meinen Respekt verdient. Allerdings halte ich dies für die Ausnahme.
In der Realität werden sich die meisten dieser Social-Media-Artists einer Anabolika-Kur unterziehen, einige Wochen Diät machen und dann an verschiedenen Spots eine Reihe von Fotoshootings veranstalten, um ihren Fans die Illusion zu verkaufen, sie seien das gesamte Jahr in Topform. Zu diesem Zweck streuen sie das ganze Jahr Fotos von diesen Shootings auf ihren Social-Media-Kanälen.

Seid Vorbilder, keine Superhelden

Als Jugendlicher fehlte mir die Weitsicht, um solch komplexe Hintergründe erkennen zu können. In der neuen Erwachsenen-Welt braucht man eben Vorbilder, denen man nacheifern kann. Dies hilft dabei sich von seinen Eltern abzugrenzen und seine eigene Identität zu finden. Das ist nicht nur okay, das ist auch wichtig.
Was passiert aber, wenn man versucht das ganze Jahr über so auszusehen wie ein Fitnessmodel ein paar Wochen im Jahr? Welches dazu häufig noch illegale Substanzen zur Leistungssteigerung einnimmt…?

Zum Scheitern verurteilt

Ja, dann scheitert man eben. Man „erkennt“, dass man einfach nicht so toll und gutaussehend ist, wie sein Vorbild. Diese „Erkenntnis“ sollten Jugendliche nicht machen müssen. 
Daher appelliere ich an jene, die wirklich tief in ihrem Herzen gute Vorbilder sein wollen: 
Seid ehrlich. Seid aufrichtig. Seid transparent. Zeigt euren jungen Kunden einen realistischen Weg im Leben auf und hört auf falsche Hoffnungen zu schüren.

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