Ernährungsberatung – Wie sie ist, wie sie wahrgenommen wird und wie sie sein sollte

Heute möchte ich einmal klären, was Ernährungsberatung wirklich sein kann, bzw. was sie sein sollte und wie sie in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Ernährungsberatung – Wie sie ist, wie sie wahrgenommen wird und wie sie sein sollte

Ernährungsberatung. Ein Begriff mit dem viele Menschen (noch) nicht viel anfangen können. Einige würden sich schon allein auf Grund ihres Stolzes nicht auf eine Ernährungsberatung einlassen. Andere haben eine unterschwellige Angst davor, sich anhören zu müssen, dass sie sich völlig falsch ernähren. Wieder andere wollen sich einfach nichts vorschreiben lassen. Getreu dem Motto: „Das ist mein Körper. Damit mache ich was ich will!“

Ernährungsberatung ist wie Fisch

Komischer Vergleich. Aber Fischstäbchen sind halt keine Calamaris. Und Pangasius ist kein Lachsfilet. Was ich mit diesem Vergleich aussagen möchte? Ernährungsberatung ist nicht gleich Ernährungsberatung. Es gibt qualitative Unterschiede. Sowohl beim Geschmack, als auch bei der Herstellung.

Wie Ernährungsberatung nicht sein sollte

Geprägt durch das Programm der privaten Fernsehsender glauben viele Menschen, dass Ernährungsberatung generell direktiv sei und in etwa wie folgt abläuft:

Es klingelt an der Tür. Verschlafen öffnet man und ein Ernährungsberater stürmt herein. Er reißt den Kühlschrank auf und fällt fast in Ohnmacht.

„Wie können Sie so etwas nur essen? Das kommt weg. Wir räumen hier erstmal auf. So etwas essen Sie ab jetzt nicht mehr!“

So oder so ähnlich gehen manche Ernährungsberater tatsächlich vor. Sie bewegen sich auf der Vernunfts- und Wissensebene. Sie glauben, dass das Ernährungsverhalten eines Menschen nur mit der Auswahl der „richtigen“ Lebensmitteln zusammenhängt.

Große Qualitätsunterschiede bei der Ernährungsberatung

Ein großes Problem meiner Zunft ist, dass der Begriff „Ernährungsberater/in“ nicht geschützt ist. Wenn sich jemand über Nacht überlegen würde Rechtsanwalt, Steuerberater oder Zahnarzt werden zu wollen, müsste diese Person sich vorher jahrelang ausbilden lassen und Prüfungen ablegen. Ernährungsberater/in kann jeder werden, der gerne kocht oder isst. Daher sollte jeder, der sich für Ernährungsberatung interessiert, die Qualifikationen des Beraters hinterfragen.

Verständnis statt Vorschriften für eine bessere Ernährungsberatung

Qualitätsgesicherte Ernährungsberater werden Dich in der Regel nicht direktiv beraten. Sie haben in ihrer Ausbildung oder in ihrem Studium(z.B. Ökotrophologie) gelernt, dass Verhaltensänderungen nicht durch Vorschriften funktionieren. Stattdessen versuchen sie die Welt aus der Perspektive ihres Klienten zu sehen und zu verstehen, was ihn oder sie wirklich bewegt. Das Gefühl verstanden und wertgeschätzt zu werden ist für jeden Menschen großartig und kann dabei helfen, sein eigenes (Ess-)Verhalten kritisch zu hinterfragen.


Am Anfang steht der Gedanke bei der Ernährungsberatung

Ernährungsberatung integriert viele Aspekte der Psychologie. Um etwas in seinem Leben ändern zu können, muss man bei seinen Gedankengängen und Glaubenssätzen beginnen. Es geht nicht darum ein bestimmtes Problem immer wieder zu thematisieren oder den Klienten von außen zu motivieren. Vielmehr muss der Berater seine/n Klientin/Klienten dabei unterstützen, eigene Lösungswege zu finden. Dafür ist ein Umdenken nötig. Solange wir Schlechtes von uns denken und Schlechtes prognostizieren, wird nichts Gutes in unserem Leben passieren. Albert Einstein hat ein Zitat geprägt, was ich in diesem Zusammenhang sehr passend finde:

“Die einzigen wirklichen Feinde eines Menschen sind seine eigenen negativen Gedanken.“

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