Emotionales essen | Zusammen essen

Gibt es etwas Schöneres als mit den Menschen die man liebt, gemeinsam zu speisen? Ich glaube, mir fällt nichts ein. Viele der angenehmsten sowie einprägsamsten Erlebnisse habe ich mit meinen engsten Freunden und meiner Familie gehabt. Essen ist dabei häufig ein elementarer Bestandteil gewesen. Dabei musste es nicht zwangsläufig ein Festessen sein. Manchmal reicht eine Banane, die eine gemeinsame Erfahrung abrundet.

Banane auf Madeira

Im Sommer 2016, kurz vor dem erschütternden Waldbrand, mit meiner Freundin auf Madeira. Der Urlaub begann schon damit großartig, dass wir am Flughafen in Bremen Michi und Eva kennenlernen durften. Mit den beiden haben wir den restlichen Urlaub großartige Wanderungen gemacht und tolle Dinge erlebt. 
Auf der einprägsamsten Wanderung erklommen wir einen Berg, von dem aus wir auf die schneeweiße Wolkendecke herunterschauten. Auf dem höchsten Punkt saßen wir dann völlig erschöpft und verschwitzt an einem Abhang. Unter unseren baumelnden Füßen befand sich ein hunderte Meter tiefes Nichts. Umrundet von waldigen Bergspitzen schauten wir fasziniert auf die unglaubliche Natur, die unseren Augen geboten wurde. In der Ferne konnten wir das Meer sehen. Ich spürte das Kitzeln des Adrenalins in meinen Fingerspitzen, angesichts des unter uns befindlichen Abgrunds… Und aß eine Banane.

Frischer Fisch

Im Jahr zuvor war ich mit meiner Freundin in Griechenland. Schon am ersten Tag suchten wir nach einer Lokalität, die unseren durchaus hohen Anforderungen gerecht werden könnte. Und wir wurden fündig. Ein griechisches Restaurant, in dem man schon vor dem Essen mit einem Aperitif beginnen muss, wenn man den Wirt nicht beleidigen möchte.
Das Umwerfendste war die Fischkarte. Jeden Abend gab es genau das, was zuvor am Tag im Meer gefischt worden war. Verhältnismäßig günstig konnten wir uns Abend für Abend mit Fisch satt essen. Frischer Lachs, Schwertfisch, Thunfisch oder dürfen es Calamaris sein?
Der Urlaub hatte so viele wunderbare Erlebnisse zu bieten. Aber am meisten ist mir der Genuss des gemeinsamen Essens im Fischrestaurant in Erinnerung geblieben.

Wir mögen was wir essen

Sich der Bedeutung von Essen in wunderbaren Momenten bewusst zu werden, ist eine unglaublich mächtige Fähigkeit. Sie verleiht demjenigen der sie für sich nutzt die Möglichkeit, Einfluss auf zukünftige Vorlieben zu nehmen.
Sie nutzt die durchaus überraschende Tatsache, dass wir nicht das essen was wir mögen, sondern mögen was wir essen. Das klingt erstmal komisch oder banal. Ist es aber nicht. Unsere Vorlieben bei der Lebensmittelauswahl sind nämlich keineswegs genetisch bedingt. Unsere Präferenzen sind erlernt. Und etwas, dass wir gelernt haben, können wir auch wieder ver- oder umlernen. Wer, zum Beispiel, eine Vorliebe für Toastbrot mit Nutella aufweist, wird diese höchstwahrscheinlich schon in der Kindheit erlernt haben.

Wissen um Essen ist Macht

Dieses Wissen gibt uns Macht. Es befähigt uns in Zukunft darauf zu achten, welche Speisen wir mit positiven Emotionen verknüpfen. Viele Vorlieben für ungesunde Lebensmittel stammen aus vergangenen Situationen. Wenn jemand als Kind tolle Ferienreisen mit einem Besuch bei einer Fastfood-Kette verbindet, werden seine Emotionen ihn immer wieder zu einem Besuch bei demselben Etablissement motivieren.
Schaffen wir es nun solche positiven Erlebnisse mit gesunden Speisen emotional zu unterfüttern, werden diese in uns zukünftig positive Emotionen auslösen und uns besser schmecken. 
Somit können wir uns langfristig ein Arsenal an positiven Erinnerungen gepaart mit gesunden Lebensmitteln aufbauen. Dadurch können wir wiederum gesunde Speisen zu leckeren Gerichten umfunktionieren, ohne dass sich der eigentliche der Geschmack der Lebensmittel ändern würde.

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